Ausgabe 49 / Dezember 2024 4 Depotcheck Bei Indexfonds Kursdellen aussitzen Da Sie Ihr Risiko auf viele verschiedene Werte verteilen, ist es allein schon statistisch wahr-scheinlich, dass Kursverluste über längere Zeiträume wieder ausgeglichen und überkompensiert werden. Dies zeigt ein Blick auf die historische Wertentwicklung von wichtigen Leitindizes wie DAX (Aktien Deutschland), Euro Stoxx 50 (Aktien Eurozone) oder S&P 500 (Aktien USA) über zehn, 15 oder 20 Jahre. Sollten allerdings ein ETF oder auch ein herkömmlicher Investmentfonds über mehrere Jahre Verluste einfahren, sollten Sie über eine Änderung Ihrer Strategie nachdenken und eventuell die Fondsanteile verkaufen, um in andere aussichtsreichere Märkte zu investieren. Der Blick auf die jährlichen Verluste ist besonders bei einzelnen Aktien hilfreich, da sie im Gegensatz zu einem Portfolio aus ETFs und Fonds, die viele verschiedene Aktien enthalten, um einiges schwankungsintensiver sind und eine Aktie nicht die Verluste anderer Aktien wettmachen kann. Bevor Sie in eine Aktie investieren, sollten Sie sich klar machen, wie viel Verluste Sie bereit sind, in Kauf zu nehmen. Eine Strategie könnte es zum Beispiel sein, dass man einen maximalen Verlust von 20 Prozent pro Jahr für sich definiert. Wird diese selbst auferlegte Barriere gebrochen, könnte der Verkauf dieser Papiere in Frage kommen. Motto: Besser einen Teilverlust eingestehen als mit hoffnungslosen Verlierer-Papieren künftig noch mehr Geld in den Sand zu setzen. Natürlich ist auch klar, dass Aktien aus bestimm-ten Branchen – etwa aus dem Technologiesektor – volatiler (schwankungsanfälliger) sind als sub-stanzhaltige Titel aus defensiveren Branchen wie etwa Konsum oder Telekommunikation, die in der Regel weniger schwanken. So kann zum Beispiel die Aktie eines KI-Chipherstellers schneller um 20 Prozent steigen oder fallen als die eines Sportartikelherstellers oder eines großes Telekommunikationsunternehmens. Positionen auf Gewinn überprüfen Viel mehr Spaß als Verluste zu überprüfen macht es, sich die Positionen anzuschauen, die nach zwölf Monaten Gewinne erzielt haben. Aber auch hier kann ein kritischer Blick hilfreich sein. Sie sollten die Renditen stets in Relation zur Marktentwicklung betrachten. Ein Beispiel: Sie haben mehrere Aktien von verschiedenen Unternehmen gekauft, die im DAX gelistet sind. Die Titel haben eine maximale Jahresperformance von drei Prozent erzielt. Vergleichen Sie die Entwicklung mit der DAX-Performance! Stellt sich dabei heraus, dass der Index deutlich besser gelaufen ist – beispielsweise mit einem Plus von zehn Prozent – stellt sich die Frage, ob vielleicht andere Aktien eine bessere Wahl gewesen wären. Apropos historische Wertentwicklung: Wenn Aktien in der Vergangenheit gut performt haben, heißt dies natürlich nicht zwangsläufig, dass sie auch in Zukunft eine gute Wahl sind. Entscheidend ist immer, welches Aufwärtspotenzial sie besitzen. Die lässt sich beispielsweise anhand der jüngsten Umsatz- und Gewinn-Entwicklung der Unternehmen feststellen. Aber auch andere Quellen können interessant sein. Wie bewerten etablierte Finanzmedien oder Analysten das Kurspotenzial? Neben Aktien, ETFs und Fonds sind auch andere Anlageklassen wie Anleihen und Rohstoffe interessant. Herkömmliche Anleihen habe eine Laufzeit. Sie erwirtschaften Zinsen, bei Fälligkeit wird Ihnen der Nominalwert der Wertpapiere ausgezahlt. Voraussetzung für Letzteres ist, dass der Emittent der Anleihe nicht insolvent geworden ist. Kursausschläge lassen sich daher bei Anleihen eher aussitzen als bei Aktien, da Ihnen bei Anleihen am Laufzeitende der Nominalbetrag der Papiere ausgezahlt beziehungsweise ins Depot gebucht wird. Rohstoffe sind per se sehr volatil. Daher sollten Sie Ihrem Depot Rohstoffe wie Gold, Silber oder Öl (in Form von Wertpapieren) nur „beimischen“, also mit maximal zehn Prozent im Portfolio gewichten.
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