Unser Sommer

13 Anzeigensonderveröffentlichung Viel mehr als nur Körperpflege Ein Museum der Badekultur? Was auf den ersten Blick etwas seltsam anmutet, wird gleich viel interessanter, wenn man den historischen Hintergrund dieses Museums in Zülpich kennt. Hier, im römischen Tolbiacum, findet sich nämlich die besterhaltene römische Thermenanlage nördlich der Alpen. Vieles, was andernorts nur als Rekonstruktion zu sehen ist, lässt sich in Zülpich noch im Original betrachten. So etwa die Reste eines römischen Badehauses aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus mit den typischen Fußbodenheizungen oder das ausgeklügelte System der Wasserversorgung und der Kanalisation. Der Blick zurück in die Römerzeit beginnt schon vor der Tür des Museums. Markierungen im Vorplatz leiten die Besucher auf der Trasse der alten Römerstraße zum Eingang. Das antike Zülpich hatte einen dörflichen Charakter und lag an einem Schnittpunkt mehrerer bedeutender Fernstraßen zwischen den damaligen Militärstandorten Neuss (Castra Novesia) und Bonn (Bonna) sowie den Städte Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) und Trier (Augusta Treverorum). Diese günstige Lage des Ortes brachte es mit sich, dass im 2. Jahrhundert eine Thermenanlage im Reihentypus gebaut wurde, die im Lauf der nächsten beiden Jahrhunderte um weitere Wannen und Baderäume erweitert wurde. Erst gegen Ende des 4. Jahrhunderts wurde das Bad wieder stillgelegt. Danach fiel die 400 Quadratmeter große Anlage in einen Jahrhunderte langen Dornröschenschlaf bis 1929, als sie bei Kanalbauarbeiten wiederentdeckt und in der Folge systematisch ausgegraben wurde. Bis in die 90er Jahre blieb sie ein Teil des Propsteimuseums, bis sich 1997 die Möglichkeit eines angemessenen Museumsbaus ergab. Dessen Vorarbeiten begannen 2005, ehe dann 2008 die heutige Einrichtung eröffnet wurde. Mit Herzblut Von Anfang an dabei war die Museumsleiterin Dr. Iris Hofmann-Kastner. Und das mit Herzblut, das merkt man zum Beispiel bei der Präsentation einer Wechselausstellung und daran, dass sie die Dauerausstellung ausführlich erläutert. In ihr geht es nicht nur um die römischen Bauten, sondern sie schlägt in einer ebenso informativen wie kurzweiligen Reise durch die Geschichte des Badens einen Bogen von der Antike bis in die Gegenwart. So reicht die Palette der gezeigten Objekte von archäologischen Funden aus der Antike wie römischen Toilettenartikeln über die Einrichtung einer mittelalterlichen Badestube, kuriosen Erfindungen des letzten Jahrhunderts bis hin zu moderner Strandmode und aktuellem Baddesign. Themenbereiche, die sich an Epochen, technischen Fortentwicklungen oder auch an Moden orientieren, sind als museale Erlebniswelten miteinander verknüpft. An allen Stationen dieser Darstellung gibt es interessante Hintergrundinformationen. Ein Rundweg im Museum führt den Besucher von den Resten der römischen Baderäume zu mittelalterlichen Baderiten und Hygieneregeln über die ersten Waschbecken und Toiletten, kuriosen Erfindungen wie den Badeschiffen und der Schaukelbadewanne bis hin zu den ersten Zügen des Bädertourismus. Fortsetzung auf Seite 15 In den Römerthermen Zülpich lernen Gäste die Badekulturen der letzten Jahrtausende kennen. In den kleinen Wannen wurden Kinder gebadet. Foto: Axel Keldenich 27. 10.-11.09.2022 EuregioKeramikmarkt Marché Eurégional de la Céramique Euregio-Keramiekmarkt 10h00 - 18h00 AN DER BURG RAEREN (B) Tel.: +32-(0)87/850903 info@toepfereimuseum.org www.toepfereimuseum.org Sonja SEBES (D) nz THEVIS (NL) 31.07.2022 - 11.09.2022 Mi.-Do.: 12:00-18:00, Fr.-Sa. : 12:00-21:00 So.: 10:00-18:00 - Eintritt frei. ushi KITAHARA Fra Ats (D) Ausstellung im Haus Zahlepohl (gegenüber der Burg Raeren) Preisträger des EUREGIO-Keramikwettbewerbs 2021 und der Gemeinde Raeren sowie von HYDRO Aluminium und SAREX Belgium A.G. Andile SCHÖLLHORN (D) DIE WELT DER TÖPFER ERLEBEN Historische und moderne Keramik aus 800 Jahren

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