übach-palenberg

Anzeigensonderveröffentlichung 9 SPD nullt nicht einfach, sondern gleich doppelt Ein kurzer Rückblick auf das vergangene Jahrhundert voller Höhen und Tiefen. 45 Jahre lang hatte die SPD die Stadt Übach-Palenberg politisch in ihrer Hand. 2009, als die CDU die Wahlen gewann, war das eine Zäsur, das Ende einer Ära. Grund zum Feiern hatte die SPD in jenem Jahr keinen. 2022 aber wird gefeiert in der Übach-Palenberger SPD. Denn der Ortsverein feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Basis gelegt Im Jahr 1922 wurde der SPD-Ortsverein in Boscheln gegründet. In einer Gegend, in der vor allem eine christlich-konservative Landbevölkerung lebte, suchten Peter und Maria Müller nach Mitstreitern. Sie fanden sie – es waren vor allem Leute, die nach dem Ersten Weltkrieg nach Boscheln gekommen waren und im Bergbau Arbeit gefunden hatten. In den 1950er Jahren wurde die Basis für den späteren Erfolg der SPD gelegt: Die gute Jugendarbeit, so sieht es Christoph Nilles, Vorsitzender der Übach-Palenberger SPD. Anfang der 1960er Jahre kam ein Wendepunkt, als die Zechen geschlossen wurden. Auf einmal gab es viele Fragen und Probleme, die lokalpolitisch gelöst werden mussten. Bei der Kommunalwahl 1964 wurde die SPD mit 50,68 Prozent stärkste Kraft. Es war der Beginn einer 45 Jahre andauernden sozialdemokratischen Ära. Zwei Jahrzehnte lang bekam die Partei stets mehr als 50 Prozent der Stimmen. Auch die Mitgliederzahlen stiegen. Mehr als 500 Mitglieder hatte der SPD-Ortsverein in den 1970er, 80er und 90er Jahren. 637 waren es in einer Hochphase. Heute sind es laut Nilles um die 150 Mitglieder. Erst in den 1990er Jahren begannen die übermächtigen Siege der SPD etwas zu bröckeln. Der Einsturz kam im Jahr 2009, als die CDU stärkste Kraftwurde und seit 1964 wieder erstmals den Bürgermeister stellte. Für die SPD ging es von der Mehrheit in die Opposition. „Dafür hatte es wohl bundespolitische sowie lokalpolitische Gründe gegeben“, blickt Christoph Nilles zurück. Zum einen habe die SPD im Bund nach der Agenda 2010 nicht sehr gut dagestanden. Und auch in der Partei habe es Unruhe gegeben, das sei für die Wahlen alles andere als hilfreich gewesen, meint Nilles. Es war ein großer Schock für die Partei. „Dann war erstmal Wunden lecken angesagt“, sagt Nilles. Doch nach dem Schreckmoment scheint es mittlerweile wieder bergauf zu gehen. Bei der vergangenen Stichwahl zum Bürgermeister im Jahr 2020 unterlag der SPD-Kandidat Alf-Ingo Pickartz mit 49,2 zu 50,8 Prozent nur knapp seinem Konkurrenten, dem heutigen Bürgermeister Oliver Walther (CDU). Der SPD-Vorsitzende schaut positiv in die nächsten Jahre. „Es gibt in der aktuellen Zeit einige Parallelen zu den 1960er Jahren“, sagt Nilles. „Damals gab es die Zechenschließung, heute den Klimawandel.“ Wieder gebe es wichtige Fragen, die lokal gelöst werden müssen. Wenn die SPD die richtigen Antworten darauf gebe, könne wieder der Erfolg kommen, glaubt Nilles. (Benjamin Wirtz) Christoph Nilles, Vorsitzender der Übach-Palenberger SPD, auf einem für die Partei wichtigen Ort: Am Lindenplatz in Boscheln hat 1970 schon Willy Brandt gesprochen. Foto: Benjamin Wirtz DAS STADTMAGAZIN

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