purRegio für Düren, Jülich & Region - 03-2022

1 Eine Prise Frankreich mitten in Düren Das Projekt „Phönix aus der Asche“ „Spannungen“ im Zeichen der Liebe Die Eifelrundfahrt 1922 im Jubiläumsjahr: Im Juli befahren Teams mit raren, alten Renn-, Sport- und Tourenwagen sowie Motorrädern eine 33 Kilometer lange historische Rundstrecke. 03-2022 Juni/Juli kostenlos Motorsport-Zeitreise Feinkost Fotografien Festival

purInhalt 3 Motorsport in der Eifel — da denkt doch jeder zuerst an den Nürburgring, der 1927 eingeweiht wurde. Tatsächlich aber gibt es hier ein Rennen, das noch älter ist: die Eifelrundfahrt 1922. Mitte Juli ist es 100 Jahre her, dass „in harter Schlacht fauchende Maschinen“ erstmals die insgesamt 86 Kurven und 265 Meter Höhenunterschiede der 33,2 Meter langen Strecke bewältigten. Sie führte von Nideggen, durch Berg, Wollersheim, Vlatten, Heimbach, Hasenfeld, Schmidt, Brück zurück nach Nideggen. Auch heute besteht diese Strecke noch — und wird von Oldtimer-Liebhabern zum Jubiläum am 17. Juli befahren. Vermutlich wird in Nideggen an diesem Tag auch wieder ein Riesentrubel herrschen. Die Geschichte zur ersten Tour liefern wir in dieser Magazin-Ausgabe — ebenso wie viele andere. Wir stellen einen Ukulelestammtisch vor, einen jungen Brauer, einen neuen Feinkostladen, die Pläne für die Mestrenger Mühle, Ausstellungen im Leopold-Hoesch- und Glasmalerei-Museum, das Heimbacher Kammermusikfest Spannungen und einen jungen Fotografen, der seine Diplomarbeit seiner Heimatstadt Düren widmet. Wenn Sie das Heft dann durchgelesen haben schicken wir Sie zum Ausgleich auf eine Runde Disgolf in den Brückenkopf-Park Jülich. Den Parcours dort hat ein ehemaliger Discgolf-Weltmeister gebaut. Pures Lesevergnügen wünscht für das gesamte purRegio-Team purMagazin 4 Düren, Deine Zahlen 6 Titelstory: Eifelrundfahrt 1922 purHeimat 8 Natur- undWildnispädagogin im Jülicher Land purKultur 9 Ukulelestammtisch purGastro 10 Viel Handarbeit Alex Willims Braumanufaktur 11 Neuer City-Kaffeestop Coffee 65° 12 Ständige Vertretung La Pestaque 13 Die „Neuen“ in der Idylle Mestrenger Mühle purSommer, Sonne, Garten 14 Sonnenschutz Pergolamarkisen 15 Tannenholz Nachhaltiges Bauen 16 Fürs Draußen-Zuhause Balkon- und Gartenmöbel 2022 16 Stroh für Erdbeeren purKultur 17 Spiele mit Raum und Form „Aftermath – Turning“ im Leopold-Hoesch-Museum 18 Von einstmals bis heute Sonderschau GlasmalereiMuseum 19 “Spannungen“ im Zeichen der Liebe Kammermusikfest in Heimbach 20 Gesichter einer Stadt Projekt „Phönix aus der Asche“ 21 Werke aus Steinen, Eiern, Mais & Co. Ausstellung im Schloss Burgau 21 Ein Klick, ein Moment Fotoschau in Langerwehe purTermine 22 Highlights im Juni und Juli Konzerte, Schauspiel, Comedy, Feste, Führungen und Workshops purKino 26 Neu auf der Leinwand „Jurassic World“, „Elvis” und „Minions 2“ 27 Laue Sommernächte Open-Air-Kino purAusflüge 28 Liebesehe zwischen Golf und Frisbee Discgolf in Jülich purletzte Seite 30 Unter uns Hans Bert Cremer 6 22 8 28 10 30 Foto: Thomas Hannappel Fotos: ??????????

4 Eine wahre Schönheit ist die Stadt nicht, aber liebenswert ist „Düre“ allemal. Mit rund 93.600 Einwohnern zählt sie zu den großen Mittelstädten in Nordrhein-Westfalen. Wir kennen weitere Zahlen und Fakten. Düren, deine Zahlen

purMagazin 5 Das unter Denkmalschutz stehende Rathaus des Architekten Denis Boniver (1959 fertiggestellt) bildet als markantes Gebäude den Mittelpunkt der Stadt. Es wurde in einer dreijährigen Bauphase (Juni 2012 bis Juni 2015) saniert. 747 in diesem Jahr wurde Düren erstmals urkundlich erwähnt. Daher feiert die Stadt in diesem Jahr ihr 1275-jähriges Bestehen. 27 Stadtteile zählt die Stadt Düren, darunter 14 eingemeindete Vororte, von denen Birkesdorf der größte ist. 85 Quadratkilometer umfasst das Stadtgebiet. Die Ausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung maximal 12,5 Kilometer und in Ost-WestRichtung maximal zehn Kilometer. Die Stadtgrenze ist etwa 50 Kilometer lang. 44.249 Wohneinheiten gibt es im Stadtgebiet. Davon sind rund 40 Prozent Einfamilienhäuser. 26.106 Wohneinheiten wurden vor 1970 errichtet. 17.093 ausländische Bürger leben in der Stadt, das sind 18 Prozent der Gesamtbevölkerung. 11.626 Dürener haben neben der deutschen Staatsbürgerschaft noch eine weitere. 305 Millionen Euro umfasst der Haushalt der Stadt Düren im laufenden Kalenderjahr. 1,9 Millionen Euro hat die Stadt im Jahr 2021 an Park- und Tempoknöllchen eingenommen. 1,5 Millionen Euro beträgt das Stiftungskapital der Kulturstiftung der Stadtwerke Düren, aus dessen Erlös in diesem Jahr 11.000 Euro für Einzelprojekte zur Verfügung gestellt werden. 800.000 Besucher werden jährlich zur Dürener Annakirmes erwartet, für die in diesem Jahr bislang 145 Schausteller mit ihren Geschäften zugelassen wurden. 164 Kindergartengruppen mit Platz für 3174 Kinder gibt es in der Stadt Düren. Zusammengestellt von Jörg Abels Bei der Annakirmes geht es in diesem Jahr wieder hoch hinaus. Fotos: Jörg Abels / Ralf Schwuchow

6 Von Marc-Alexander Heckert Was für eine Strecke! Steigungen, Gefälle, eine Kurve nach der anderen. Auf Sand und Schotter über unbefestigte Landstraßen, auf rutschigem Kopfsteinpflaster durch Eifeldörfer. Wahnsinn, was sich die Herren des ADAC Rheinland da im Frühjahr 1922 als Parcours für ihre „Deutsche Tourist Trophäe“ ausgedacht hatten. Schon dieser Titel signalisierte, dass das neue Rennen mit der legendären britischen „Tourist Trophy“ auf der Isle of Man konkurrieren sollte. Auch mit der „Targa Florio“ auf Sizilien, der gefährlichsten Rennstrecke der Welt, wurde es verglichen. Die besten Rennwagen- und Motorradfahrer des Deutschen Reiches und der Nachbarländer sollten in der wunderschönen Eifellandschaft antreten und dem jungen Motorsport am Rhein so richtig auf die Räder helfen. Und sie kamen! Unter den Startern waren so große Namen wie Fritz von Opel — ja, „der“ Opel — oder der später berühmteste deutsche Rennfahrer Rudolf Caracciola, der auf einemWerkswagen der Aachener Fafnir-Werke antrat. „Eifelrundfahrt“ nannte sich ganz harmlos die 33,2 Kilometer lange Tortur für Mensch und Maschine, tatsächlich war es eine der brutalsten Gebirgsrennstrecken der Welt. Von Nideggen aus ging es über Wollersheim, Vlatten, Heimbach und Schmidt zurück nach Nideggen. Ungeheuerliche 86 Kurven waren pro Runde zu reißen, bei zwölf Runden also insgesamt 1032, natürlich ohne Servolenkung. Der Höhenunterschied betrug gewaltige 265 Meter pro Runde. Rennfahren war in der Frühzeit des Motorsports ein echter Knochenjob — und angesichts des völligen Fehlens von Gurten oder anderer Sicherheitseinrichtungen auch einer, der Todesverachtung erforderte. Unfälle und Ausfälle waren Regel, nicht Ausnahme. Schon beim ersten Rennen flogen mehrere Autos aus den Kurven, ein Selve-Wagen legte, wie die Zeitung schrieb, einen „Salto Mortale“ hin, ein Bugatti machte Kopfstand. Das Publikumsinteresse an den mehrtägigen Veranstaltungen — es gab etliche Rennläufe in unterschiedlichen Leistungsklassen bei Autos und Motorrädern — war gewaltig, von 100.000 Zuschauern aus der ganzen Region und Köln war die Rede. Der Erfolg von damals spornt heute, genau 100 Jahre nach dem ersten der vier ab 1922 ausgerichteten Rennen, Oldtimerbegeisterte zu einer Neuauflage an. Am 17. Juli soll sie stattfinden, Veranstalter ist der Motorsportclub MSC Burgring Nideggen Eifel Classic, unterstützt von den Oldtimerfreunden Grevenbroich und Vor 100 Jahren blickte die ganze Motorsportwelt auf Nideggen. In diesem Jahr gibt es am 17. Juli eine Jubiläumsauflage der legendären Eifelrundfahrt. Autorennenwie 1922 In voller Fahrt fegen Gustav Münz und sein Beifahrer Adolf Breuer auf dem Ford-Eigenbau an den Zuschauern vorbei. Am Ende saß der Dürener als Sensationssieger in seinemmit Blumenkränzen geschmückten „Fördle“ (kl. Foto oben) Fotos: Sammlung Becker, Marc-Alexander Heckert

7 Georg Becker aus Grevenbroich baut Rennwagen aus den 1920er-Jahren nach. In seinem Nachbau des Autos, mit dem Gustav Münz beim Eifelrennen 1926 siegte, hat er eine „Geheimwaffe“ eingebaut: „Rocky Mountain Brakes“, zusätzliche Bandbremsen, die sich von außen um die Bremstrommeln legen, und die schon vor hundert Jahren ein beliebtes Zubehör waren. dem Ford-Oldtimer- und Motorsport-Club Köln. Bis zu 65 historische Renn- und Tourenwagen sowie Motorräder aus der Vorkriegszeit sollen am Wochenende die Zylinder röhren lassen. „Wir hoffen auf möglichst viele Fahrzeuge aus den Zwanziger Jahren“, sagt Mitorganisator Georg Becker von den Oldtimerfreunden Grevenbroich. Die Atmosphäre soll der von 1922 möglichst nahe kommen. Schon seit 2018 lassen die Vereine historische Fahrzeuge auf den Spuren der Rennfahrer aus den frühen Zwanzigern durch die Eifel touren. Doch zum „Hundertsten“ soll es eine richtig große Jubiläumsfeier — nein, ein richtig großes Jubiläumsrennen — werden. Nach der Begrüßung der Fahrer am Samstag, 16. Juli, wird der Sonntag ganz im Zeichen des Motorsports stehen. Geplant sind eine Ausfahrt, natürlich eine Fahrzeugschau, und schließlich die eigentlichen „Rennläufe“. Mitorganisator Georg Becker wird — sofern nicht Sankt Christophorus, Schutzpatron der Autofahrer, etwas dagegen hat — mit einem ganz besonderen Wagen selbst an den Start gehen. Der 60-jährige Elektromeister hat in seiner Grevenbroicher Werkstatt das Siegerauto der Eifelrundfahrt 1926 nachgebaut: eine Eigenkonstruktion, mit der Gustav Münz aus Düren die versammelte Konkurrenz der etablierten Hersteller aus dem Feld geschlagen hatte. Diese vierte Eifelrundfahrt 1926 sollte auch schon die letzte sein. Die problematischen Ortsdurchfahrten — für sie wurden den Fahrern pauschal fünf Minuten abgezogen, um die Gefahr für Anwohner und Fahrer zu verringern — und die mangelnden Trainingsmöglichkeiten ließen vor allem die professionellen Rennställe eine dauerhafte Lösung fordern. Schon im Folgejahr hatte dann die Eifel einen „richtigen“ Rennparcours: den Nürburgring in Adenau im Landkreis Ahrweiler, die bis heute älteste permamente Rennstrecke der Welt. Zum großen Bedauern der Dürener und Eifeler Motorsportfans, die das Wettkampfdrama vor ihrer Haustür lebhaft vermissten. Doch der Zug der Zeit war nicht aufzuhalten, der technische Fortschritt erst recht nicht. Das lebensgefährliche Sich-aus-dem-CockpitLehnen von Fahrern in Kurven, reihenweise Reifenplatzer und hektische Radwechsel während des Rennens, an Bäumen zerschellende oder sich überschlagende Autos: solche spektakulären Begleiterscheinungen der frühen Jahre verschwanden mit der Zeit. Mit ihnen der Anblick überfahrener Hühner. Schließlich markierte das Jahr 1926 auch den Moment, in dem die wohl endgültige Zähmung des Kraftfahrers eingeleitet wurde: Es war das Jahr, in dem die Servolenkung erfunden wurde. Siegerfahrer Gustav Münz, als „eiserner Gustav“ gefeiert, hätte über so ein muskelschonendes Mätzchen vermutlich nur müde gelächelt. < ˽www.eifelrundfahrt1922.de „Wir hoffen auf möglichst viele Fahrzeuge aus den Zwanziger Jahren“ Georg Becker

8 Von Guido Jansen Yvonne Pier ist die erste Natur- und Wildnispädagogin im Jülicher Land. Seit dem vergangenen Jahr darf sich die 37-jährige Jülicherin, die seit 2004 als pädagogische Fachkraft in der Kinder- und Erwachsenenhilfe arbeitet, so nennen. Zudem ist sie ausgebildete Kräuterpädagogin. Warum sie das macht, was sie macht, muss Pier eigentlich nicht erklären. Es wird klar, wenn sie durch die Natur geht und dort auf einer Wiese oder in einem Gebüsch eine Plastikverpackung findet oder anderen Unrat, den irgendwer dort liegen gelassen hat. „Daran kann ich nicht vorbeigehen“, sagt Pier. Wie zum Beweis hebt sie einen Fetzen Verpackung auf dem Zuweg zum Barmener See auf und wirft ihn in die wenige Meter entfernte Mülltonne. Ähnlich handhabt sie es in dem kleinen Jülicher Stadtteil Daubenrath, in dem sie lebt. In einem Wendehammer für die Busse mitten im Ort liegt immer ziemlich viel Müll herum. Mit anderen Nachbarn überlegt sie, wie sie Menschen dafür sensibilisieren kann, dass die Haltestelle nicht regelmäßig verschmutzt wird. Weil sie keinen Müll in der Natur liegelassen kann, hat sie schon einmal eine große Aufräumaktion amBarmener See organisiert. Dabei sei ganz schön was zusammengekommen, was andere einfach im Naturschutzgebiet liegen gelassen hatten und was ihre Helfer und sie entsorgt haben. Verständnis hat sie nicht für Menschen, die ihren Müll einfach in die Natur werfen. Aber sie will Verständnis wecken. Das hält sie statt Verboten und Strafen für den besseren Weg. „Man kann nur beschützen, was man versteht“, erklärt sie die Motivation für ihre Aufräumaktionen. Und für ihre Entscheidung, anderen Menschen die Natur als Pädagogin näherzubringen. Oder anders formuliert: „Wer mithilft, den Wald von Müll zu befreien, der wirft später nicht einfach achtlos Müll in den Wald.“ So lautet ihre Idee. Diese Haltung will sie anderen Menschen vermitteln, vor allem Kindern. Sie sollen zu Beschützern werden. Und zu Sachkundigen. „Wer versteht, warum es schlecht ist, wenn ein Hund ohne Leine zur Brutzeit durch ein Vogelschutzreservat läuft, der achtet auch darauf“, setzt die Jülicherin darauf, dass mehr Wissen automatisch mehr Respekt mit sich bringt. Einen Teil ihrer Veranstaltungen bietet Pier kostenlos an, bei einigen Angeboten für Kinder schreibt sie keinen Preis vor. „Ich wünsche mir für jedes Kind einen uneingeschränkten Zugang zu meinem Angebot.“ Neben dem Beschützerinstinkt für die Natur will Pier mit ihren Angeboten auch die Kenntnisse über die Natur verbessern. Viele Menschen hätten Dinge aus ihrer Kindheit wieder verlernt oder viel zu wenig Umgang mit der Natur. „Ich biete sehr ursprüngliche Methoden an, sich mit der Materie zu beschäftigen“, sagt die verheiratete Mutter zweier Kinder. Zum Beispiel: Wie mache ich ein Feuer, ohne dass ich ein Feuerzeug oder Brandbeschleuniger habe? Welche Pflanzen sind geeignet, um sie für einen Salat zu nutzen? Wie baue ich eine Schutzhütte aus Material, das ich im Wald finde? Und obwohl sie keine ausgewiesene Vogelkundlerin ist, kann sie auch etwas zu den oft gehörten Vogelstimmen erzählen. „Beispielsweise ob das ein Warnruf oder ein Balzruf ist“, erklärt Pier. < Yvonne Pier ist die erste Natur- und Wildnispädagogin im Jülicher Land. Sie hilft anderen dabei, die Natur besser zu verstehen – und kennt sich auch hervorragend mit Kräutern aus. Verständnis für dieNaturwecken Yvonne Pier, Natur- und Wildnispädagogin aus Jülich. Foto: Guido Jansen Nebenberuflich Yvonne Pier bietet ihre Kenntnisse als Natur- und Wildnispädagogin nebenberuflich an. Ihre Homepage lässt sich derzeit nicht aufrufen, da sie sich in einer „Umbruchphase“ befindet. Yvonne Pier reduziert gerade ihr allgemeines Angebot und spezialisiert sich mehr auf Schulen. Wer sich für ihre Themen interessiert, kann sie gut über Facebook kontaktieren. ˽www.wildnis-lernen.de purHeimat

9 Von Axel Keldenich Wikipedia erklärt: „Die Ukulele ist eine gitarrenähnliche viersaitige Kastenhalslaute, deren Saiten teilweise oder insgesamt doppelchörig sein können.“ Klingt kompliziert. „Ist es aber nicht“, sagen übereinstimmend alle Mitglieder des Dürener Ukulele-Stammtischs. Sie lieben den „hüpfenden Floh“, was das Wort Ukulele im hawaiianischen Sprachgebrauch heißt. Von dort stammt das kleine Instrument, das den Dürener Musikern so viel Freude macht. Viele von ihnen sind eher beiläufig auf das Instrument aufmerksam geworden, wie auch Jürgen Schulz. Er kam zufällig am Schaufenster eines Musikalienhandels vorbei und sah, dass man tatsächlich schon für 35 Euro eine Ukulele erstehen kann. Und weil es den Gitarrenspieler reizte, ein neues Instrument auszuprobieren, kaufte er ein Einstiegsmodell. „Damit war ich auch schon infiziert“ lacht er. Heute besitzt der Mitinitiator des Stammtischs 15 verschiedene Ukulelen. Genauso begeistert ist der Geschäftsführer des KOMM Jugendund Kulturzentrums Düren, Thomas Lüttgens, der gemeinsam mit Schulz im Juni 2020 den regelmäßigen Treff an jedem ersten Mittwoch im Monat im KOMM ins Leben rief. Er besitzt sein Instrument schon länger, genauer seit er es Weihnachten 2010 geschenkt bekam. „Bei uns kann jeder mitmachen, der Spaß am Musizieren hat“, sagen die beiden und betonen, dass es an den Abenden keinesfalls um Perfektion gehe. „Natürlich freuen sich alle Teilnehmer, wenn sie etwas dazulernen, aber Stress gibt es nicht. Und: Das Spielen ist leicht zu erlernen“ sagt Lüttgens „auch weil das Instrument nur zwei Oktaven umfasst.“ Inzwischen ist der Kreis der Musiker auf rund 15 Mitspieler im Alter von zwölf bis 70 Jahren angewachsen, die sich einigermaßen regelmäßig treffen. Einen vorgegebenen Musikstil gibt es nicht. Schulz: „Wir spielen alles von Lagerfeuerliedern über Balladen bis zu Pop- und Rocksongs. Außerdem gibt es immer wieder den Austausch mit Stammtischen an anderen Orten. Gemeinsam haben die Musiker außerdem ein Benefizkonzert für die Ukraine-Hilfe organisiert und veranstaltet. Dazu gab es ein Treffen am Dom in Köln und ein gemeinsames Musizieren für die Passanten. Oder anders: Im Rahmen eines Workshops konnten die Teilnehmer aus Zigarrenkisten ihre eigenen simplen Ukulelen bauen. „Für uns sind unsere Ukulelen Trostspender und Glücksbringer“ sagen Thomas Lüttgens und Jürgen Schulz. Wer das auch erleben möchte, kann jederzeit an den Treffen teilnehmen. Allerdings erbitten die Verantwortlichen eine vorherige Anmeldung unter ukulelestammtisch@gmx. < Ukulele – klingt kompliziert, ist es aber nicht. In Düren gibt es sogar einen Stammtisch, bei dem das Instrument die Hauptrolle spielt. Alle liebenden „hüpfenden Floh“ Jeden ersten Mittwoch imMonat ist das KOMM Treffpunkt der Musiker beim Ukulele-Stammtisch (li). So geht’s auch: Jürgen Schulz (rechts) und Thomas Lüttgens „teilen“ sich eine Ukulele (re). Fotos: Axel Keldenich Hörwelt Rur Langerwehe Hauptstraße 126 52379 Langerwehe 0 24 23 - 407 33 77 info@hoerwelt-rur.de Hörwelt Rur Aldenhoven Frauenratherstraße 7 52457 Aldenhoven 0 24 64 - 909 44 30 aldenhoven@hoerwelt-rur.de Hörwelt Rur Nideggen Thumer Linde 5 52385 Nideggen 0 24 27 - 9 09 99 30 nideggen@hoerwelt-rur.de Unsere Leistungen im Überblick: • Kostenlose Höranalyse • Überprüfung Ihrer Hörsysteme • Reinigung Ihrer Hörsysteme • Probetragen der neuesten Hörsysteme • Spezial-Angebote • Hausbesuche-Service • Termine auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich FÜR IHR BESSERES HÖREN UND VERSTEHEN BESSER HÖREN, MEHR LEBENSQUALITÄT! Wir begleiten Sie individuell, sensibel und mit persönlichem Engagement auf IhremWeg zum verbesserten Hören. Wir freuen uns auf Ihren Besuch an einem unserer Standorte B U S C H B E L L & S C H M I T Z Küchenstudio · Badmöbel Veldener Straße 11 · 52349 Düren · 02421/959640 Öffnungszeiten: Mo.–Fr. von 09.30 bis 18.00 Uhr · Sa. von 09.30 bis 14.00 Uhr • Einbauküchen nach Plan • Badmöbel nach Maß

purGastro 10 Von Florian Heller Mit rund 20 Millionen Hektolitern ist Nordrhein-Westfahlen gleich hinter Bayern das Bundesland mit den meisten produzierten Litern Bier. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist der Konsum von alkoholhaltigem Bier in Deutschland seit Jahren aber rückläufig. Während jeder Deutsche vor zehn Jahren im Durchschnitt noch circa 105 Liter Bier trank, waren es im Jahr 2020 nur noch rund 86 Liter — gemessen an den Großbrauereien. Gleichzeitig entstehen immer mehr kleine, regionale Brauereien, die jenseits des „Einheitsbiers“ Wert auf Kreativität und echte Handarbeit legen. Nach diesem Motto hat der gebürtige Rather Alex Willim (35) seine eigene Mikrobrauerei an den Start gebracht. Die Idee zur Gründung der Willims Braumanufaktur hatte er bereits vor fast 20 Jahren, wie Alex Willim sagt: „Seit meinen frühen Tagen habe ich gerne mal ein Bier getrunken. Hinzu kam, dass meinem Bruder ein Getränkemarkt gehörte, in dem er rund 200 verschiedene Biersorten führte. Bei den Verkostungen hatte ich immer ein großes Interesse daran, auch in weitere Bierkulturen einzutauchen. Mit 20 Jahren kam mir die Idee, es mit dem Brauen einfach mal selbst zu probieren. Ich habe also hobbymäßig angefangen, meine Rezeptur aber im Laufe der Jahre immer weiter verfeinert, sodass ich nun mein erstes Bier auf den Markt bringen konnte. Vorerst — weitere sollen folgen.“ Das „Wiess“ ist nicht nur Alex Willims Aushängeschild, sondern auch ein handgemachtes natürlich-trübes Vollbier, das spätestens seit der Renaissance des Gaffel Wiess vielen Biergenießern wieder ein Begriff ist. Dazu sind in Planung ein fruchtig-herbes Pale Ale mit dem schönen Namen „Steen 6“ sowie das „3Burgenbock“. Diese besondere Variante des Bockbiers spielt auf die drei Burgen von Nörvenich an. Angefangen mit dem Brauen hat Willim im kleinen Rahmen für den Privatgebrauch. Aus dem Hobby wurde schließlich die eigene kleine Brauerei mit eigenem Braukessel. Durch immer weitere private Verkostungen erhielt der Hobbybierbrauer Anfragen und schnell vergrößerten sich sowohl die Geräte als auch die Nachfrage. Mittlerweile braut er sein Bier in den professionell eingerichteten Kellerräumen seines Elternhauses, das er mit seiner Partnerin Annika im Jahr 2018 übernommen hatte. „In meiner Braumanufaktur lege ich bei jedem Schritt selber Hand an und gebe die Arbeit nicht an andere weiter. Das würde auch nicht zu mir passen, denn dafür ist meine Begeisterung am Brauprozess einfach zu groß“, erklärt Alex Willim. Für den Hobby-Bierbrauer war das, was er jetzt vor sich sieht, vor 15 Jahren, als die erste Idee für ein eigenes hergestelltes Bier im Kopf reifte, völlig undenkbar. Sein Konzept, erklärt er, sei ziemlich simpel: „Ich habe ein Bier gebraut, das in erster Linie mir selbst schmeckt und dabei wohl ziemlich exakt auch den Geschmack von anderen getroffen.“ Während der Brauer aus Leidenschaft tagsüber seinem eigentlichen Beruf als Notfallsanitäter nachgeht, steht seine Freizeit ganz im Zeichen des Bierbrauens. Also experimentiert er auch immer weiter. „An die ersten Anläufe möchte ich mich nicht mehr so gerne erinnern, aber aus Erfahrungen lernt man ja bekanntlich“, betont Willim. „Unzählige Versuche waren nötig, bis ich zufrieden war.“ Wie soll es mit „Willims Braumanufaktur“ weitergehen? „An Ideen mangelt es nicht“, sagt Alex, „aber ich möchte mein ‚Wiess‘ und die folgenden Produkte nun erstmal etablieren und dann schaue ich, wohin sich das Ganze entwickelt.“ Um das lokale Bier kennenzulernen, reicht ein Anruf bei Alex Willim unter 0177/5975411. Weitere Informationen gibt es online auf seiner Homepage. < ˽www.willims-braumanufaktur.de Alex Willim aus Nörvenich-Rath hat beim Brauen ganz klein angefangen und lange experimentiert. Jetzt hat er sein erstes Bier auf den Markt gebracht. Weitere sollen folgen. Kreativität und viel Handarbeit Mikrobrauer Alex Willim präsentiert mit Stolz seine erste produzierte Biersorte in der hauseigenen Bar. Foto: Florian Heller

purGastro 11 Die Einrichtung in Mustafa Cilingirs neuem Coffee 65° steht im totalen Gegensatz zu der in Angie’s Mocca: Teppiche aus Jute, Deckenlampen aus Bambus, beigefarbene Blumentöpfe und zwei Hängesessel in hellen Farben — fertig ist der Boho-Look. Angie’s Mocca dagegen setzt auf dunkle Töne. „Die Menschen mögen, dass es hier anders ist, und es trotzdem einen Wiedererkennungswert gibt“, meint der 38-jährige Dürener, der beide Cafés betreibt. Angie’s Mocca hat er 2017 am Markt eröffnet, nun folgte das Coffee 65° auf einer Fläche von nur 35 Quadratmetern an der Wirtelstraße. Den Namen mit der Zahl hat er gewählt, weil die perfekte Temperatur für Cappuccino laut Cilingir bei 65 Grad Celsius liegt. Heißer dürfe die Milch nicht sein, sonst verbrenne sie. Samstags ist der Dürener in Angie’s Mocca anzutreffen, den Rest seiner Zeit verbringt er in dem neuen Café. Im Coffee 65° arbeitet er mit einer Aushilfe, am Markt sind vier Festangestellte und zwei Aushilfen tätig. In seiner „Werkstatt“ an der Kölnstraße, wie der Barista sie nennt, röstet er seinen eigenen Kaffee namens „Angie’s Mocca“, den er in seinen Cafés auch in Tüten verpackt zum Kauf anbietet. Hier werden zudem Nussecken und Käse- sowie Zitronenkuchen gebacken. Die Rezepte dafür kommen von der Mutter des Café-Betreibers. In Mustafa Cilingirs Coffee 65° erhalten Gäste von Café Frappé über Espresso bis Latte Macchiato alles, was sie sich unter Kaffee vorstellen können. Zum Angebot gehören auch heiße Schokolade, Chai Latte, Shakes, Kaltgetränke, Tee und alkoholische Getränke. Den Unterschied zu Angie’s Mocca beschreibt der Dürener so: „In unserem Geschäft an der Wirtelstraße 18 setzen wir eher auf Take-away. Hier holen sich Kunden ihren Kaffee und ihr Croissant für eine Pause nach dem Shoppen auf die Hand. Auf dem Marktplatz hingegen sollen die Menschen verweilen.“ Deswegen gibt es im Coffee 65° auch nicht viele Sitzmöglichkeiten. Drinnen stehen lediglich vier Tische mit einigen Stühlen, draußen sind drei kleinere Tische zu finden. Eigenen Angaben zufolge möchte Mustafa Cilingir schon bald sein Angebot im Café an der Wirtelstraße erweitern. „Ich denke an Müslibowls und belegte Sauerteigbrote“, verrät er. Etwa vier bis fünf Gerichte sollen auf der Karte hinzukommen. Das Coffee 65° ist montags bis samstags von 8 bis 19 Uhr geöffnet. [mpo] ˽@Angies Mocca Take-away: Mustafa Cilingirs Coffee 65°. Neuer City-Kaffeestop Foto: Merve Polat Mustafa Cilingir setzt in seinem neuen Coffee 65° aufs Mitnahme-Geschäft. Richtungsweisende Innovation bei Hörgeräten Moderne Hörgeräte überzeugen jetzt mit wegweisenden technologischen Innovationen: Die fast unsichtbar kleinen Hightech-Winzlinge bieten heute selbst in schwierigen Hörsituationen deutlich besseres Sprachverstehen und rundherum bestes Richtungshören. Nicht nur auf diesem Gebiet ist das innovative ReSound ONE™ kaum zu übertreffen. „Das ReSound ONE sorgt durch mehr Klangfülle und natürliches Richtungshören für ein individuelles Hörerlebnis – mit besserem Sprachverstehen und mehr räumlicher Orientierung. Das wird durch Technologien wie die, All Access Directionality‘ und die einzigartige Bauform des Hörgeräts mit einem zusätzlichen Mikrofon im Gehörgang* ermöglicht: Das Hörgerät nutzt die natürliche Ohrform zur Wiedergabe der Geräusche und erlaubt es, sich auf das zu konzentrieren, was wichtig ist. Dabei können trotzdem alle Klänge rundherum wahrgenommen werden. Im Beratungsgespräch sage ich immer: „Sie entscheiden, was Sie hören möchten – nicht Ihre Hörgeräte.“ Zudem können Sie Ihr Hörgerät nicht nur bequem mit Smartphone, TV & Co. vernetzen, sondern per App oder Drucktaster auch bequem ‚Ultra Focus‘ aktivieren. Diese Zusatzfunktion sorgt in sehr anspruchsvollen Hörsituationen wie z.B. an einem Bahnhofsschalter noch besser für kristallklares Verstehen des Gegenübers. Sie können die neuen GN Resound Hörsysteme vollkommen unverbindliche und kostenlos auf Herz und Nieren testen. Wir sind gespannt auf Ihr Urteil. Ihr Team von Hörakustik Heuser ©2022 GN Hearing A/S. Alle Rechte vorbehalten. ReSound ist eine eingetragene Marke von GN Hearing A/S. Apple, das Apple-Logo, iPhone, iPad, iPod und iPod touch sind eingetragene Marken der Apple Inc. in den USA und anderen Ländern. Android™ ist eine eingetragene Marke von Google LLC. *Mikrofon im Ohr und zwei Standard-Richtmikrofone, Direktionalitätsoptionen, direktes Audio-Streaming. **Direktes AudioStreaming mit iOS-Geräten/AndroidGeräten ab Version 10 mit Bluetooth 5.0. GUTSCHEIN zum Probetragen von ReSound ONE Hörgeräten Testen Sie das richtungsweisende Premium-Hörgerät nach einem Gratis-Hörtest kostenlos zu Hause und im Alltag. Ihre Vorteile • Hervorragendes Richtungshören auch in schwierigen Hörsituationen • Zusätzlicher ‚Ultra Focus‘ per Smartphone aktivierbar • Individuelles, sehr natürliches Klange • Mit e 30 St rlebnis iner Akkuladung bis zu unden höre Mahstraße 3 · 52441 Linnich Tel.: 02462/2060417 info@hoerakustik-heuser.de Neue Ausgabe 2022 nur 9,90 € Erhältlich im Buch- und Zeitschriftenhandel, beim Medienhaus Aachen und online: medienhausaachen.de/ bestellformular-guides Ein Angebot aus dem Abenteuer & Entspannung im Dreiländereck

12 Von Merve Polat Wer Georges Vidals Feinkostladen La Pestaque betritt, fühlt sich sofort nach Frankreich versetzt: Am Eingang hängen Papierblumen in Blau, Weiß und Rot von der Decke, in Holzkisten stehen Weinflaschen, in der Auslage befinden sich unter anderem frischer Ziegenkäse mit Meerrettich und luftgetrocknete Wurst. Sein Wunschziel mit seinem Geschäft „eine ständige französische Vertretung“ zu erschaffen, hat er erreicht. Französische Impressionen gibt es auch auf Fotos an den Wänden. Die zeigen das Weingut, von dem Vidal und seine Lebensgefährtin Katharina Porwolik, die gemeinsam das Geschäft betreiben, ihren Wein beziehen. Das Gut befindet sich etwa 80 Kilometer von Lyon entfernt — Vidals Heimatstadt. Die hat der heute 64-Jährige bereits nach dem Abitur verlassen, um mit Freunden auf Reisen zu gehen — zuerst in Spanien, dann auch in anderen europäischen Ländern. Auf diesen Reisen lernte er eine Frau aus Wuppertal kennen und zog der Liebe wegen in die deutsche Stadt. Dort ist er geblieben und hat jahrelang in einer Papierfabrik gearbeitet, weswegen er auch Düren früh kennenlernte. „Zu den Fortbildungen gehörten Besuche in der Papierstadt Düren“, erläutert Vidal. Später verschlug es ihn nach Berlin, wo er andere Franzosen kennenlernte, die dort deutsch-französische, kulinarische Feste organisierten. Ihnen schloss er sich an, und rasch entstand die Idee, sich selbstständig zu machen. Also startete er als Betreiber eines Marktstands mit Wurst und Oliven, nahm an Märkten in ganz Deutschland teil und lernte so auch Aussteller aus Düren kennen. Die Pandemie machte seinem freien und unabhängigen Leben einen Strich durch die Rechnung. Vidal denkt an die Zeit von Lockdowns und abgesagten Veranstaltungen zurück: „Plötzlich war nichts mehr möglich. Das gab es vorher noch nie, dass man nicht mehr arbeiten durfte.“ Eine Zeit lang wartete er ab, doch als klar war, dass das Coronavirus nicht so schnell verschwinden würde, musste er sich etwas anderes überlegen, um seine Existenz zu sichern. Er erinnerte sich, dass er schon bei der ersten Ausgabe des Dürener Schlemmermarkts im Jahr 2018 dabei war und von vielen Menschen gefragt wurde, warum er keinen Laden in der Stadt eröffne. Also nahm er Kontakt zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIN.DN auf und fand mit ihrer Hilfe ein leer stehendes Lokal an der Oberstraße, in dem zuvor das Bettenfachgeschäft Rosenbaum beheimatet war. Seit März ist dort nun der Feinkostladen La Pestaque geöffnet. Zu Vidals Spezialitäten zählt unter anderem die sogenannte Tapenade, eine aus der südfranzösischen Küche stammende Olivenpaste mit Kapern, Knoblauch und Sardellen. Bei ihm erhalten Feinschmecker auch Austern, Terrinen, Macarons und Nougat. Eingekauft wird einmal in der Woche in Frankreich, und zwar montags, wenn Ruhetag ist. Der Feinkostladen La Pestaque an der Oberstraße 8 ist dienstags bis samstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. ˽www.lapestaque.com Georges Vidal sorgt mit seinem Feinkostgeschäft La Pestaque für südländisches Lebensgefühl. StändigeVertretung Frankreichs mitten inDüren Georges Vidal und seine Lebensgefährtin Katharina Porwolik betreiben seit Kurzem gemeinsam das Feinkostgeschäft La Pestaque an der Oberstraße in Düren. purGastro Foto: Merve Polat

purGastro 13 Jahrzehntelang war die Mestrenger Mühle ein beliebtes Ziel für Sonntagsausflügler in der Eifel. Hier gab es im historischen Gemäuer Forelle oder Kaffee und Kuchen. So ließ es sich aushalten. Eine ganze Weile standen die Gebäude im Tal zwischen Vossenack und Schmidt dann leer, die idyllische Anlage ist aber noch vielen ein Begriff – und nach wie vor ein Anziehungspunkt. Das merkt Familie Eckstein vor allem an den Wochenenden. Die Ecksteins – das sind die „Neuen“ in der Mestrenger Mühle. Sie verwandeln das historische Areal gerade in ihr neues Zuhause – und wollen dort auch wieder eine kleine Außengastronomie, ihr Waldcafé, eröffnen. Außerdem sind drei Ferienwohnungen in Arbeit und eine Wanderreitstation geplant. Es ist ein großes Projekt mit vielen baulichen Herausforderungen, das Katja und Michael Eckstein – er kommt gebürtig aus Gey – sich ausgesucht haben. Aber es ist auch ein Idyll, in dem sie mit ihren Töchtern umgeben von der Natur des Kalltals leben. „Ich wollte schon immer Pferde haben und mit ihnen durch die Wälder reiten“, nennt Katja Eckstein einen Grund, warum es sie und ihre Familie aus Niederzier-Krauthausen in die Eifel verschlägt. Der tägliche Weg in ihre Zahnarztpraxis nach Eschweiler führt künftig zunächst zwei holprige Kilometer durch den Wald. „Ich bin in der Gastronomie groß geworden, aber ich wollte das nie beruflich machen“, erzählt Katja Eckstein. Ihren Eltern Helga und Willi Stollwerk gehört das Kegelcenter in Eschweiler. Die Großeltern Elisabeth und Toni Breuer hatten es 1977 gegründet. Mit der Entscheidung für die Mestrenger Mühle haben sich die Ecksteins trotzdem für eine Gastronomie unter eigener Regie entschieden – und setzen damit die Geschichte des Ausflugslokals fort – wenn auch im kleineren Rahmen. Einiges ist, etwa mit Blick auf die Sanitäranlagen, noch zu tun, bis die Gäste kommen können. Die neue Terrasse, von einer Natursteinmauer umrahmt, ist in Arbeit, alte Mühlsteine markieren den Eingang. Angelegt ist das Waldcafé Mestrenger Mühle auf dem Vorplatz der Mühle, die eigentliche Hofanlage mit Haupthaus, Scheune und Mühlenhäuschen sind privates Areal. „Wenn das Tor offen steht, können Wanderer sich gerne unser Schmuckstück anschauen und mit uns ins Gespräch kommen. Wenn es geschlossen ist, bitten wir aber darum, unsere Privatsphäre zu akzeptieren“, sagt Katja Eckstein. [smb] Familie Eckstein will an der Mestrenger Mühle ein Waldcafé eröffnen – und plant noch mehr. Die „Neuen“ inder Idylle Foto: Sarah Maria Berners Familie Eckstein hat große Pläne. Das Kombi-Ticket für 26Museen im Herzen der Euregio Maas-Rhein. Erhältlich in den Ticketshops des Medienhaus Aachen und auf büro G29 aufinsmuseum.eu gefördert durch: auf ins museum: ein Projekt der Region Aachen regionaachen.de auf ins museum! annakirmes.de 30. JULI – 7. AUGUST IN DÜREN! 30.7. - 15 UHR KIRSCHKERNWEITSPUCKEN 2.8. - FAMILIENTAG FAHRTEN 1/2 PREIS & VIELE ANGEBOTE 5.8. AB 22 UHR GROSSES FEUERWERK

purSommer, Sonne, Garten 15 Ob im Inneren des Eigenheims oder unter freiem Himmel im Garten: Viele angehende Hauseigentümer entscheiden sich bewusst für eine nachhaltige Bauweise. Natürliche und nachwachsende Materialien wie Holz spielen dabei eine wesentliche Rolle. Allerdings sind für den Einsatz im Außenbereich besondere Qualitäten gefragt. Schließlich ist der Baustoff beispielsweise auf der Terrasse ungeschützt allen Launen der Witterung, Hitze und Kälte sowie der Feuchtigkeit ausgesetzt. Heimische Tannenhölzer gelten gemeinhin als nicht widerstandsfähig genug für diese Einsatzzwecke. Doch mit speziellen Verarbeitungsmethoden wird das Material so robust, dass es auch mit Tropenhölzern oder anderen importierten Qualitäten mithalten kann. Ein weiterer Vorteil der Verwendung heimischer Hölzer: Es wird zunehmend schwierig, Rohstoffe aus weltweiten Quellen zu beschaffen. Angesichts angespannter Lieferketten gewinnt Starkholz, also Bäume mit großem Durchmesser, aus regionaler, oftmals zertifizierter Forstwirtschaft stark an Bedeutung. Insbesondere Weißtanne und Fichte bieten dabei vielfältige Möglichkeiten. Zu den Voraussetzungen zählt unter anderem eine Thermobehandlung, wie sie beispielsweise in Skandinavien seit vielen Jahren gang und gäbe ist. Allein mit konstant hohen Temperaturen, ohne Chemikalien oder Zusätze, verwandelt etwa der Hersteller Swero hochwertige Weißtanne aus dem Allgäu, Vorarlberg und Schwarzwald in ein robustes und langlebiges Baumaterial für Terrasse, Garten und die Fassadengestaltung. Das Institut für Holzbiologie und Holzprodukte der Universität Göttingen hat die Dauerhaftigkeit in aufwendigen Prüfungen bestätigt, die erzielte Klasse 1 ist unter anderem mit tropischen Harthölzern gleichzusetzen. Das harzfreie Tannenholz ist aber nicht nur widerstandsfähig, sondern überzeugt auch optisch. Auch für die Forstwirtschaft bietet die Weißtanne viele Vorteile. Sie kann dazu beitragen, die durch klimatischen Stress geschwächten Wälder sinnvoll in robuste Mischwälder umzugestalten. [djd] Mit einer Thermobehandlung eignet sich heimisches Holz zum nachhaltigen Bauen. Die Tanne: Sie ist robuster als ihr Ruf Foto: djd/swero.de Sonnige Aussichten: Heimische Holzarten ermöglichen eine nachhaltige Gestaltung der Terrasse. Helmut Sturm Tischlermeister Veldener Straße 1 Fax ( +49 ) 2421 / 42190 D-52349 Düren Fon ( +49 ) 2421 / 41744 info@tischlerei-sturm.com www.tischlerei-sturm.com Tischlerarbeit zahlt sich aus Möbel nach Maß Kunststoff-Fenster Holz-Aluminium-Fenster Ladeneinrichtungen Raumplus-Gleittüren CNC-Fertigung Corian®-Verarbeiter Cabrillant-Trennwandanlagen Holzfenster Böden Türen Holz im Garten Bauen mit Holz Lieferung & Montage ... und vieles mehr! www.holz-scherf.de BAUEN MIT HOLZ Kommen Sie zu uns und lassen Sie sich inspirieren. Ob Haus oder Wohnung – finden und finanzieren Sie mit der Sparkasse ganz einfach Ihre eigene Traumimmobilie. Das eigene Zuhause. Leichter als gedacht. unser-lieblingsort.de Das OnlineMagazin zum Wohnen und Leben im Kreis Düren

purSommer, Sonne, Garten 16 Dieses Jahr ist eine Gartenund Balkoneinrichtung im Trend, die wirkt und sich anfühlt wie die Einrichtung des Wohn- und Esszimmers. Inzwischen gehört dazu weit mehr als nur ein bequemes Sofa und schicker Esstisch mit Lounge-Sesseln. Viele Möbelhersteller haben schon in den letzten zwei Jahren ihre Kollektionen erweitert umKommoden, Ohrensessel und Schaukelstühle für draußen. Es gibt witterungsbeständige Beistell- und Couchtische, Hocker und Ottomanen, sogar Raumtrenner und Teppiche imOutdoor-Wohnzimmer. Für Christine Scharrenbroch, Pressesprecherin des Verbands der Deutschen Möbelindustrie, sind Poufs erwähnenswert: „Man sieht gerade viele dieser knautschigen, kleinen hocker-ähnlichen Möbel.“ Das Besondere ist ihre Flexibilität: Sie dienen überall als Sitzgelegenheit oder einfach mal, um auf dem Sofa sitzend auch noch die Füße hochlegen zu können. Scharrenbrochs weiterer Tipp sind Servierwagen. „Diese spielen ja auch im Innenraumeine Rolle, etwa indemman sie an den Esstisch oder in die Küche stellt“, sagt die Möbelexpertin. „Sie lassen sich auch gut benutzen, um Dinge von drinnen nach draußen zu transportieren. Oder auf der Terrasse als Beistelltisch.“ Auffallend häufig beworben werden zudem mobile LED-Leuchten für Balkon undGarten, oft imStil von Laternen oder Windlichtern. Diese kabellosen kleinen Leuchten sorgen in lauen Sommernächten nicht nur für Licht, sondern dienen nachts und tagsüber auch als Dekoration. Mussten Garten-, Balkonund Terrassenmöbel vor ein paar Jahren erst einen großen Entwicklungssprung machen, um optisch und ergonomisch auf das Niveau der Einrichtung für das Haus zu kommen, laufen die Entwicklungen jetzt im Gleichklang. So stehen Outdoor-Möbel selbst in kleinen Details und Raffinessen ihren Kollegen im Wohnzimmer in nichts nach. Sofas und Bänke mit weichen Polstern sind justierbar: Beispielsweise lassen sich Lehnen abwinkeln, sodass sie zum Kopfteil werden, wenn man das Sofa auch als Sonnenliege oder Mittagsschlafplatz nutzen möchte. Draußen-Möbel übernehmen auch im Detail die Trends für Drinnen-Möbel. Zunehmend finden modulare Einheiten Interesse, die sich flexibel auf den jeweiligen Standort anpassen lassen. Und auch optisch gibt es Überschneidungen: „Wie auch im Wohnzimmer dominiert bei den Outdoormöbeln gerade eine eher leichte Optik. Die Gestelle sind oft luftig aus Aluminium oder wetterbeständigem Geflecht gestaltet und mit bequemen Kissen bestückt“, so Scharrenbroch. [dpa] Balkon- und Gartenmöbel sind leicht und flexibel. Sie stehen ihren Wohnzimmer-Kollegen in nichts mehr nach. Schönes fürs Draußen-Zuhause Ein farbenfroher Hingucker im Garten ist auch das Sofa von W. Schillig Polstermöbelwerke. Foto: W. Schillig/VDM/dpa-tmn Wenn Erdbeerpflanzen im Gartenboden erblühen, sollten sie weich gebettet werden. Eine Lage Stroh umsie herumschützt die heranreifenden Früchte vor nassem Boden und damit vor Schmutz und dem Schimmeln. Daher sollte der Boden um die Pflanzen mit einer fünf bis sieben Zentimeter dicken Strohschicht bedeckt werden, rät Roswitha Schemm, die einen Erdbeerhof betreibt. Bildet sich doch Schimmel an den Früchten oder entwickeln sich kranke Blätter, sollte man diese direkt entfernen. Die Lage Stroh muss später auch nicht vom Boden entfernt werden und kann dort den Sommer über das Wachstum von Unkräutern dämmen. Weiterer Vorteil: Liegt Stroh auf dem Boden, trocknet dieser nicht so schnell aus. Da das Stroh mit der Zeit verrottet, profitiert der Boden aus einem weiteren Grund von dieser Pflegemaßnahme: Unter der Mulchschicht entsteht eine ganz tolle Bodengare. [dpa] Erdbeeren brauchen Schutz vor Freuchtigkeit und Schimmel. EinBett aus Stroh Foto: Guido Kirchner/dpa-tmn Ihr kompetenter Partner für: • Erdarbeiten • Abbrucharbeiten • Containerdienst • Abfallentsorgung • Baustoffhandel • Recycling • Beton to go für Selbstabholer Telefon: 02421 9378 0 | info@puetz-recycling.de | www.puetz-recycling.de Erdbeeren, Kernobst, Steinobst aus eigenem Anbau (u. v. m.) Taglich frisch Besuchen Sie uns Samstags auch auf dem Wochenmarkt Düren Obstbau Franken Rather Weg 15• 52372 Kreuzau-Boich• Tel.: 02427/521 Verkauf ab Hof: Boich, Rather Weg 15 Mo.–Fr. 09.00–18.00 Uhr Sa. 09.00–16.00 Uhr

purKultur 17 Von Christian Rein Manche Figuren sehen aus wie die berühmten korallenartigen „Papiers Découpés“ — Papierschnitte — von Henri Matisse. Andere erinnern an Pantoffeltierchen oder sonstige organische Wesen. Wieder andere, rundlich, aber mit stachelartigen Ausbuchtungen, könnten Seeigel sein, haben aber auch Ähnlichkeit mit Darstellungen des Coronavirus. Dann wiederum sind die Figuren eher geometrisch, eckig, wirken fast pixelig wie eine Computergrafik in schlechter Auflösung. Seine abstrakten Wesen in monochromem Schwarz schickt der Künstler Volker Saul im bewegten Bild hinaus in einen weißen Raum, durch den sie zu fließen scheinen wie Körper im All. Langsam drehen sie sich, kippen mal um die eine Achse, mal um eine andere. Manche erhalten in der Drehung plötzlich eine zweite Dimension, werden von der Fläche zum Körper, manche bleiben aber auch eindimensional flach wie eine Scheibe. Mitunter verliert sich, was Raum ist und was Form. Weiß und schwarz — es ist ein Spiel mit Positiv und Negativ, ganz ähnlich wie bei Kippbildern, in denen sich mal dieses sehen lässt und mal jenes. Dazu erklingen die Improvisationen der US-Jazzmusiker Dave Liebman (Saxofon) und Richie Beirach (Klavier), die sich über den ambienten Klanglandschaften von Sounddesigner Florian Van Volxem ausbreiten. Der Animationsfilm mit Musik, von dem hier die Rede ist, ist Teil von Volker Sauls Werkgruppe „Aftermath — Turning“ aus dem Jahr 2020, die der Musikproduzent und Kunstsammler Kurt Renker dem Leopold-Hoesch-Museum in Düren geschenkt hat und die aus diesem Anlass nun dort zu sehen ist. Für das Museum sind der Film und eine zugehörige Gruppe von 33 Arbeiten ein „Zugang im Sammlungsbestand von bedeutendem Wert“, wie Markus Mascher, Kurator und stellvertretender Direktor des Hauses, bei der Vorstellung der Ausstellung sagte. Für den Betrachter ist es die großartige Entdeckung einer Formensprache, in die er sich kontemplativ versenken möchte. Für den aus Düren stammenden Künstler ist es ein Projekt mit vielen Bezügen in seine Heimat, gewachsen aus alten Verbindungen und, ja, auch aus Freundschaft. Kurt Renker und Volker Saul kennen sich seit langem. Sie verbindet die Liebe zur Kunst wie auch zur zeitgenössischen Musik — vor allem zum Jazz, über den sie sich immer wieder austauschen. Die Musik dient Saul als eine Inspirationsquelle für seine Kunst, umgekehrt darf man annehmen, dass sich Renker für seine Arbeit als Musikproduzent von Kunst inspirieren lässt. Renker entstammt einer bekannten Papierhersteller-Dynastie aus dem Eifelort Zerkall. Dort hat er 1982 zusammen mit Walter Quintus das CMP-Studio gegründet, in dem er immer wieder international renommierte Musiker aufgenommen hat. 2017 wurde ebendort auch die Aufnahme „Aftermath“ (zu Deutsch: Nachwirkung oder Nachspiel) von den bereits genannten Liebman, Beirach und Van Volxem eingespielt. Anschließend, so schildert es Kurator Mascher, habe Renker Saul dazu animiert, zu „Aftermath“ einen Werkzyklus zu schaffen. Entstanden sind so 33 schwarz-weiß angelegte Papierschnitte im Format A2, in denen sich die bereits erwähnten Formen aus dem Film wiederfinden. Saul legt sie auf Flächen, die mal dunkel grundiert, mal nur mit zarten Arbeitsspuren auf dem weißen Blatt, mal mit feinen Linien oder Schraffuren überzogen sind. Mitunter ist es auch umgekehrt, und die Formen sind aus dem flächigen Vordergrund ausgeschnitten und werden entsprechend hinterlegt. Geht man nahe heran, so erhalten die Arbeiten durch das schwere Büttenpapier und die verschiedenen Ebenen Struktur. Auch hier ist es ein Spiel mit Raum und Form, mit Positiv und Negativ. Bilder und Film, Musik und Kunst — alles korrespondiert miteinander. Dass es zum Beispiel ausgerechnet 33 Arbeiten sind, hat mit der Geschwindigkeit einer Langspielplatte zu tun, die mit 33 Umdrehungen pro Minute abgespielt wird. Der Teiltitel „Turning“ kann ebenfalls auf die sich drehende Schallplatte bezogen werden, aber auch auf das Drehmoment der Figuren im Film. < Bis 04.09. „Volker Saul. Aftermath — Turning“ Leopold Hoesch Museum, Düren ˽www.leopoldhoeschmuseum.de Das Leopold-Hoesch-Museum zeigt die spektakuläre Werkgruppe „Aftermath – Turning“ von Volker Saul. Spielemit Raumund Form Werke von Volker Saul im Dürener Leopold-Hoesch-Museum. Saul war 1987 einer der ersten Stipendiaten der Günther-Peill-Stiftung, 2004 war er Träger des Kunstpreises des Kreises Düren. Immer wieder wurden seine Arbeiten auch im Leopold-Hoesch-Museum gezeigt, zuletzt 2015 im Rahmen der Einzelausstellung „Shapes – Work in Progress“. Foto: Harald Krömer

purKultur Sein 25-jähriges Bestehen feiert in diesem Jahr das Deutsche Glasmalerei-Museum in Linnich. Zu diesem Anlass zeigt das Haus bereits jetzt Glanzlichter der unterschiedlichen Stil-Epochen aus seiner Sammlung und Werke namhafter Künstler, obwohl der eigentliche Festakt selbst erst im November stattfinden wird. In einer glaskünstlerischen Zeitreise sind Kopien aus dem 19. Jahrhundert mit Abbildungen des Mittelalters sowie der Neuzeit zu sehen, aber auch Werke des Historismus, der klassischen Moderne, der autonomen und architekturbezogenen Avantgarde sowie zeitgenössische Arbeiten. Als Abbild des Historismus repräsentieren unter anderem die Werke des Künstlers und Restaurators Fritz Geiges die Wertschätzung des Mittelalters. Für Kopien aus dem 19. Jahrhundert lieferten berühmte Künstler der Renaissance wie Albrecht Dürer, Hans Holbein d. Ä. und Hans Baldung Grien Vorlagen für die Glasmalerei. Die klassische Moderne zeigt wegweisende künstlerische Entwicklungen innerhalb der Glasmalerei ab der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Werke bedeutender Vertreter wie etwa Heinrich Campendonk, Johan Thorn Prikker, WilhelmTeuwen und AntonWendling verdeutlichen die glaskünstlerischen Aufbrüche dieser Zeit. Die autonome und architekturbezogene Avantgarde beeinflusste die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Namhafte Künstler dieser Kunstepoche waren nach dem zweiten Weltkrieg Impulsgeber und Wegbereiter der glasmalerischen Aufbrüche. Zahlreiche architekturgebundene Kirchenfenster und Fenster von weltlichen Gebäuden erstrahlten in neuem Glanz und neuen Formensprachen. Hier zeigt die Jubiläumsausstellung beispielsweise Werke von Wilhelm Buschulte, Jean Cocteau, Hermann Gottfried, Gerdur Helgadottir, Maria Katzgrau, Joachim Klos, Georg Meistermann, Jochem Poensgen, Ludwig Schaffrath, Herb Schiffer, Johannes Schreiter und Hubert Spierling. Und dann gibt es die zeitgenössischen Tendenzen, die geprägt sind von vielfältiger Experimentierfreudigkeit und zahlreichen Techniken wie demSandstrahlen, demFusing, dem Airbrushen, dem Siebdruck, verschiedenen Schnitt- und Ritztechniken derer sich Künstler wie Otmar Alt, Alexander Beleschenko, Renate Groß, Bernhard Huber, Heinz Mack, Renato Santarossa bedienen.Am Eröffnungstag ist der Besuch des Museums kostenfrei. Um 11.30 Uhr und 14.30 Uhr werden kostenlose Führungen durch die Sonderausstellung angeboten. Anmeldung: 02462 / 991710 oder info@glasmalerei-museum.de. [red] 05.06.2022 bis 22.01.2023 „25 Jahre Deutsches Glasmalerei-Museum — Glanzlichter einer strahlenden Kunst“ Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich Rurstraße 9-11, 52441 Linnich ˽www.glasmalerei-museum.de ZumMuseumsjubiläum: Zeitreise durch unterschiedliche Stilepochen der Glaskunst. Von einstmals bis heute Das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich zeigt zum Jubiläum eine Sonderschau – unter anderemmit diesemWerk von Heinrich Campendonk. Das Haus wurde im November 1997 eröffnet. Deshalb findet der eigentliche Festakt zum Jubiläum auch erst in diesem November statt. Foto: Dagmar Meyer-Röger Das Baukompetenzzentrum direkt an der A4 INFO@Q-LOGIC.DE 02421 5000562 KONTAKTIEREN SIE UNS Fehlender Feld 8 52353 Düren www.q-logic.de

purKultur 20 Muss man als junger Mensch wirklich wegziehen, um etwas „erreichen zu können“? Robin Claßen jedenfalls musste als junger Mensch dringend aus Düren weg. Als Jugendlicher fand er seine Heimatstadt „einfach nur schrecklich. Ich wollte immer weg“. Das war er dann auch. Aber nach drei Jahren Berlin, wo er Gartenbau studierte, und vielen Reisen um die Welt lebt der inzwischen 30-Jährige nun wieder hier (in Merzenich), hat — wie es der reine Zufall wollte — eine Frau „von hier“ geheiratet und den Kreis Düren zur Heimat seiner Kinder gemacht. Jetzt möchte Claßen, der aktuell an der Fotoakademie in Köln studiert, auch noch seine Diplomarbeit seiner Heimatstadt widmen — inspiriert durch die Arbeit von Fotografen wie Ute und Werner Mahler, einem renommierten Fotografenpaar aus Berlin. Finanzieren wird er das Projekt mit dem Arbeitstitel „Phönix aus der Asche — Die Stadt Düren“ über eine bereits abgeschlossene Crowdfunding-Aktion, bei der durch Spenden von über 47 Unterstützenden mehr als 2000 Euro zusammen gekommen sind. Das Geld benötigt Robin Claßen, der sich erst seit rund drei Jahren intensiv und leidenschaftlich mit Fotografie beschäftigt, für Material und ein Objektiv. Sein Ziel bei dem Projekt ist, Dürens Identität sichtbar zu machen, in Portraits und Stadtaufnahmen festzuhalten, was die Stadt in ihrem Innersten ausmacht, aufzuspüren, welche Träume, Ziele und Chancen junge und welche Erinnerungen alte Menschen haben, aber auch wie sich beider Alltag gestaltet. „Ich möchte diesen und weiteren Fragen auf den Grund gehen und ein fotografisch eindrückliches Bild der Stadt zeichnen, das ihre ganze Bandbreite widergibt und Geschichten erzählt, die sonst nicht erzählt werden“, beschreibt Robin Claßen das auf ein Jahr ausgelegte Projekt, das auch den Dialog zwischen den Menschen fördern soll. Er wird sich bei der Arbeit daran der analogen Fotografie bedienen. „Da kann ich mich mehr auf das Wesentliche konzentrieren, habe mehr Zeit, mir eine Szene in Ruhe anzuschauen, sie zu erfühlen, um dann den besten Ausschnitt und den passendsten Moment auszuwählen“, erklärt Claßen. „Dadurch kann ich jedem Bild mehr Bedeutung zukommen lassen; das ist gerade bei Portraits sehr wichtig, da sich die Portraitierten dann erst wirklich wertgeschätzt fühlen können. Das liegt mir persönlich sehr am Herzen“. Unabdingbar für ihn sei auch der zeitlose Look und die Bildqualität einer analogen Mittelformatkamera in Kombination mit einem Schwarzweißfilm. Am Ende soll es einen Fotoband und eine Ausstellung geben — „am liebsten natürlich im Leopold-Hoesch-Museum“. Das zumindest ist Claßens großer Traum. Wer Teil seines Projektes sein möchte und bereit ist, ihm die eigene Geschichte zu erzählen und sich von ihm fotografieren zu lassen, kann Kontakt zu ihm über seine Websites aufnehmen. [ jab] ˽www.roc-photography.com ˽www.rclassen.wixsi te.com/ website Ein Fotograf widmet seine Diplomarbeit der eigenen Heimatstadt und ihren Bewohnern. Geplant sind ein Buch und Ausstellungen. Gesichter einer Stadt Projekt „Phönix aus der Asche“: Robin Claßen fotografiert seine Heimat Düren, um die Identität der Stadt und ihrer Bewohner sichtbar zu machen. Fotos: ???????????? Burgenmuseum Nideggen Lebendiges Mittelalter erleben! Workshops Kindergeburtstage Spannende Ausstellung www. burgenmuseum-nideggen.de Zimmerei und Holzbau ❑ Meisterbetrieb ❑ Dachkonstruktionen ❑ Dachstuhlsanierung ❑ Bedachungen Auf der Heide 22 52428 Jülich-Welldorf Mobil: 0163/5677911

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