purRegio Golf Spezial 2022

purGolf vor Ort 8 Von Manfred Kistermann Den Driver schützt ein plüschiger Tigerkopf, und ein Logo mit den Initialen TW auf der Mütze signalisiert ganz klar: Hier handelt es sich um einen Fan von Tiger Woods. Für den 18-jährigen Jason Heinze aus Immendorf ist der Golf-Superstar das ganz große Idol und gleichzeitig auch ein Beispiel dafür, wie inspirierend ein Sportheld für einen jungen Menschen sein kann. „Ich bewundere seinen Schwung, seinen Rhythmus, auch wenn nach seinem schweren Unfall jetzt nicht mehr alles rund läuft und er sich nur noch unter Schmerzen auf dem Platz bewegt. Vor allem aber beeindruckt mich seine Beharrlichkeit und der Ehrgeiz. Woods lebt den Sport“, schwärmt Jason. Den Ehrgeiz und die Beharrlichkeit eines Tiger Woods beweist er täglich. Acht Jahre lang hat Jason intensiv Fußball gespielt, Golf war ihm schnuppe – bis er mal in den Sport hineinschnuppern konnte: Sein Vater, selber leidenschaftlicher Golfer, nahm den Filius vor anderthalb Jahren im Urlaub in Spanien mal im Kart mit auf einen schönen Golfcourse. Weg waren auf einmal alle Vorurteile beim Jugendlichen. Er war sofort begeistert von der Schönheit des Platzes, der Natur und von der Art des Spiels. Aus dem Urlaub zurück, meldete sich Jason direkt im Golfclub Loherhof in Geilenkirchen, unweit seines Wohnortes, zu einem Schnupperkurs an. Der dortige Jugend- und Kindertrainer Norman Dick erkannte schnell das Talent und nahm sich seiner an. Doch Jason wollte mehr: Fußball war passé, und die Spielekonsole wurde in die Kiste gepackt. Fortan spielte sich das Leben für Jason nach der Schule auf demGolfplatz ab. Jeden Tag trainierte er, fuhr im Winter fröstelnd mit dem Fahrrad zur Driving Range. Wann immer es ging spielte er eine Runde, manchmal auch zwei. „Ich verbrachte fast täglich fünf Stunden mit Golfen.“ Seine Freunde hat Jason trotzdem nicht verloren. Nach eigenem Bekunden tolerieren sie seinen Ehrgeiz – auch wenn mancher Jugendliche damit doch fremdelt. Möglichst schnell runter Das Ziel der Mühen war klar: Möglichst schnell mit dem Handicap runter zu kommen. Jetzt, nach gerade mal 18 Monaten seit dem Schnupperkurs, steht der Junior bei Handicap -5,7. Das reicht schon, um in der ersten Mannschaft des Clubs mitzumischen. „Das ist Gold wert“, sagt Jason, „denn jetzt kann ich viele andere Golfplätze in der Region kennenlernen“. Doch es ist noch nicht genug: Jason hat die Schule erfolgreich beendet und beginnt im Herbst eine Ausbildung im IT-Bereich. Bis dahin bleibt ihm viel Zeit. Und die verbringt er – wie könnte es anders sein – auf dem Golfplatz, dem Putting Green oder im Übungsbunker. Morgens um acht fährt die Mutter ihn zum Platz, abends um 17 Uhr kommt der Vater, und mit dem spielt Jason dann manchmal noch 18 Löcher. Jasons Ziel ist es, bis zum Ende des Jahres das Handicap auf 0 heruntergeschraubt zu bekommen. Aber nicht etwa um eines Tages Golf professionell zu spielen. Nein, ihn reizt es, sich mit den besten anderen Amateuren bei Turnieren zu messen. Sein Trainer Norman Dick unterstützt ihn dabei und hat ihm schon früh den Rat gegeben, dass man „als guter Amateur die tollsten Turniere und die schönsten Plätze spielen kann“. „Talent allein genügt nicht“, unterstreicht der Trainer. Ständiges Spielen, vor allem mit guten Golfern, führe dazu, auch sein eigenes Spiel zu verbessern. Norman Dick hat im Golfpark Loherhof drei Kinder- und Jugendgruppen, die er regelmäßig trainiert und die auch Turniere bestreiten. Für die Saison 2022 hat er wieder eine Jugendmannschaft aufgestellt. Sie spielt in der Bezirksliga. Neben den Ligaspielen gibt es aber auch noch Freundschaftsspiele, offene Jugendturniere und Kooperationen mit anderen Jugendgruppen. < Innerhalb von 18 Monaten spielte sich der 18-jährige Jason Heinze von Handicap -54 auf -5,7 runter. Senkrechtstarter aus Immendorf Der Nachwuchsgolfer und sein Trainer Norman Dick in Aktion. Jason ist fast gar nicht mehr zu bremsen. Dass der 18-jährige zwölf Stunden pro Tag auf dem Golfplatz verbringt, ist keine Seltenheit. Sein Ziel ist, bis Ende des Jahres Handicap 0 zu haben. Fotos: Manfred Kistermann

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