purRegio Golf Spezial 2022

6 Trotz oder wegen der Corona-Pandemie befindet sich der Golfsport im Aufschwung. 2021 haben in Deutschland so viele Menschen wie noch nie organisiert Golf gespielt: 673.983. Das sind 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Es ist der größte prozentuale Anstieg seit dem Jahr 2009. Mit Jörg Schlockermann, Vorstand Kommunikation und Golfentwicklung des Deutschen Golf Verbandes (DGV), sprachKlaus Pastor über die Perspektiven, die sich daraus für den Golfsport ergeben. Corona und Krieg beunruhigen in hohem Maße. Die Nebensache Golf entwickelt sich hingegen überaus positiv. Wie passt das zusammen? J.S.: Kein Mensch kann sich ausschließlich um Krisen und Probleme kümmern: Corona, Klimawandel, Inflation, Krieg in der Ukraine – ohne Ablenkung kann das niemand ertragen. Der Golfsport ist, vielleicht neben Wettkampfangeln, die Sportart mit dem größten individuellen Platzangebot aller Sportarten. Wir haben bereits früh in der Pandemie nachgewiesen, verantwortungsvoll und angemessen mit der Situation umgehen zu können. Golf war und ist eine der, unter Pandemiegesichtspunkten, sichersten Arten Sport zu treiben. Aus diesem Blickwinkel haben wir sicherlich von der Pandemie profitiert, aber wir haben es auch gut gemacht. Die Coronarichtlinien wurden beispielhaft umgesetzt und der gesamte Golfsport hat sich außerordentlich diszipliniert verhalten. Der Trend setzt sich auch zu Beginn dieser Saison ungebrochen fort. Folgen nach siebenmageren Jahren nun sieben fette, ohne dass der Verband viel dafür tunmüsste? J.S.: So mager waren die Jahre gar nicht, vor allem im Vergleich zu den meisten anderen olympischen Sportarten. Nur ein Jahr ohne Wachstum – das war 2018 – zeigt das recht deutlich. Die letzten beiden Jahre liefen natürlich deutlich besser. Und selbstverständlich wünschen wir uns, dass es so weiter geht. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Gerade der Krieg in der Ukraine und die Folgen für die Wirtschaft können sich dramatisch auswirken. Unterdessen müssen wir uns auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren: ein gutes Produkt anbieten und für zufriedene Golfende sorgen. Nach dem überragenden Mitgliederzuwachs müssen viele Golfanbieter unter anderem zusehen, ausreichend Spielkapazitäten zur Verfügung stellen zu können, um all jene, die wir gewonnen haben, auch langfristig imGolfsport zu halten. Mitgliederbindung ist das Stichwort. Besonders für Frauen und Jugendliche schien der Golfsport in den letzten Jahren weniger attraktiv zu sein. Zeichnet sich auch in diesem Bereich eine Trendwende ab? J.S.: Gerade bei Kindern und Jugendlichen gibt es eine besonders erfreuliche Entwicklung. Hier haben wir mit einem Zuwachs von 6,6 Prozent (einschließlich der 18-Jährigen) sogar eine überproportional positive Steigerung. Das ist ein wirklich großartiges Zeichen und deutet darauf hin, dass in diesen Zielgruppen der Golfsport an Bedeutung gewinnt. Auch bei den Frauen können wir seit dem Jahr 2019 eine kontinuierliche Steigerung verbuchen. Der Zuwachs beträgt über die letzten drei Jahre 3,3 Prozent. Wir sind die Nation mit dem höchsten Frauenanteil und wollen dieses Niveau nach Möglichkeit natürlich weiter ausbauen. Rein sportlich betrachtet haben die deutschen Damen den Herren ohnehin ein wenig den Rang abgelaufen, sodass zurzeit deutlich mehr Damen als Herren in der absoluten Weltspitze spielen. Golf hat von der Pandemie profitiert. Nun müssen Spieler, die in Coronazeiten begeisterte Golfsportler geworden sind, langfristig bei der Stange gehalten werden. Themen wie Gesundheit und Nachhaltigkeit rücken bei den Bemühungen in den Fokus. Ein Interview über Musterhaftigkeit, Mitgliederzuwächse und Möglichkeiten. „Wir haben’s gut gemacht“ 2021 haben in Deutschland so viele Menschen wie noch nie organisiert Golf gespielt. Nach dem überragenden Mitgliederzuwachs müssen die Golfanbieter zusehen, ausreichend Spielkapazitäten zur Verfügung zu stellen, sagt Jörg Schlockermann (kl. Bild) vom Deutschen Golf Verband. Fotos: Pixabay Foto: presseatelier.de

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