purRegio Golf Spezial 2022

28 Von Janou MüllerBeuermann Die Welt ist doch eine Scheibe! Zumindest aus Sicht der Discgolfer. Ihr Spiel ist eine glückliche Ehe zwischen Frisbee und Golf. Der Unterschied zum Golf ist: Man bugsiert nicht einen Ball in ein Loch, sondern eine Frisbee in einen rustikalen Metallkorb mit Ketten, der irgendwie aussieht wie, na, ja, ein kleiner Fütterungskorb für Vieh. Nur eben ohne Futter. Schön ist: Discgolf kann jeder spielen, egal wie jung oder alt. Vorkenntnisse sind nicht nötig, allenfalls Spaß an der Bewegung unter freiem Himmel. Und schon kann es losgehen. Zum Beispiel im Jülicher Brückenkopfpark. Dort hat ein veritabler Discgolf-Meister den Parcours gestaltet. 2019 wurde die Anlage eröffnet und wird seitdem sehr gut angenommen, wie Uwe Mock mit Überraschung festgestellt hat. Der Chef vom Dienst im Brückenkopf-Park sagt: „Sie wird durchgängig im Jahr genutzt. Egal zu welcher Jahreszeit und bei was auch immer für einemWetter: Man sieht so gut wie immer Leute dort spielen. Viele kommen mit eigenen Scheiben, haben extra eine Dauerkarte zum Park gekauft. Und manche Nutzer betreiben sogar ein regelrechtes Ground-Hopping und machen bei ihren Discgolf-Rundreisen – vielfach mit dem Wohnmobil – auch mal eben Station in Jülich“. Hartmut Wahrmann heißt der Mann, der den Parcours gebaut hat. Er gehört zweifellos zu den Discgolf-Pionieren in Deutschland. Der 62-jährige Diplom-Sportlehrer ist seit den Anfängen national wie international in dem Sport unterwegs und brachte es 1997 in Helsinki bis zum Weltmeistertitel. Er war es auch, der den allerersten Parcours Deutschlands baute – im oberbayrischen Weilheim. In der Folge sind mehr als ein Dutzend weiterer Anlagen hinzugekommen, unter anderem der reizvolle 23 Korb-Kurs im Revierpark Wischlingen in Dortmund. 2019 entwarf Wahrmann mit seinem in Lünen ansässigen Unternehmen Flying Disc World Anlagen die durch Sponsoren finanzierte Neun-Korb-Strecke (Par 27) im Jülicher Brückenkopf-Park, bei der jede Bahn idealerweise mit drei Würfen absolviert werden sollte. „Einsteiger- und familienfreundlich“ nennt Wahrmann den Parcours – „nicht zu schwer, damit nicht gleich Frust aufkommt“. Er lacht. „Disc Golf ist sportlicher als man denkt“. Das hat, wenn man es ambitioniert betreibt, schon sehr viel mit Leichtathletik zu tun.“ Aber wie funktioniert Discgolf denn nun genau? Wie beim BallGolf bespielt auch der Discgolfer einen Parcours im Grünen mit mehr oder weniger vertrackten Hindernissen. An den verschiedenen Bahnen muss der Spieler mit möglichst wenigen Würfen und unter Anwendung verschiedenster Wurftechniken die Scheibe ins Ziel bringen. Dazu wirft er die Frisbee von einer festgelegten Abwurfzone aus Richtung Fangkorb, der mittig auf einer 80 bis 130 Zentimeter Discgolf gewinnt immer mehr Anhänger – deutschland- und weltweit. In der Region muss man Anlagen trotzdem eher mit der Lupe suchen. Den Neun-Korb-Parcours im Brückenkopf-Park in Jülich hat ein Ex-Weltmeister gebaut. Liebesehe zwischen Golf und Frisbee Discgolf als Sportart nahm in den 1970er Jahren in den USA ihren Anfang. In Deutschland ist der Disc Golf-Sport als Abteilung des Deutschen Frisbeesport-Verbandes (DFV) organisiert, der Turniere und Meisterschaften ausrichtet. Fotos: Pixabay, Janou Müller-Beuermann

RkJQdWJsaXNoZXIy MTk4MTUx