purRegio für Düren, Jülich & Region - 02-2022

2000 Jahre alte Brückengeschichte Dürens erste eigene Apfelsorte Sternennächte imNaturpark Eifel Anica Hauswald zeigt in Heimbach Einblicke in ihr Schaffen. 2021 erhielt die gebürtige Dürenerin, die in Düsseldorf lebt und arbeitet, den Kunstpreis des Kreises Düren. 02-2022 April/Mai kostenlos Ausgezeichnet Abriss Anbau Aufblick

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purInhalt 3 der April ist kein Scherz und der Mai wird gemeinhin als Wonnemonat bezeichnet. Heutzutage verbindet man mit letzterem vor allem Frühlingserwachen. Uns motivieren die ersten warmen Sonnenstrahlen (auch wenn die weltpolitische Großwetterlage gelinde gesagt alles andere als euphorische Ekstase auslöst). Unter anderem stellen wir Jo Ecker vor, und verraten, wofür er das Bundesverdienstkreuz erhielt. Wir haben den Garten von Andreas Pingel-Keuth und Barbara Priesmann besucht, in dem ein Baum Dürens erste eigene Apfelsorte trägt. Wir haben uns von Pairaj Neo Chaikhot zeigen lassen, wie er Sushi herstellt. Und wir haben uns mit der Künstlerin Anica Hauswald unterhalten, die demnächst in der Internationalen Kunstakademie Heimbach ausstellt. Viele weitere Geschichten rund um die Region Düren, Jülich, die Ortschaften dazwischen sowie die Menschen, die hier leben, haben wir zusammengetragen. Dazu haben wir die wichtigsten Kulturtermine zusammengefasst und geben Ausflugstipps für die Umgebung. Wie wäre es zum Beispiel mit einem durch einen Sternenführer angeleiteten Blick hinein in den klaren Nachthimmel der Nordeifel? Solche nächtlichen Führungen sind — ganz neu — an fünf besonders geeigneten Erlebnis- und Beobachtungsplätzen möglich: in Hellenthal, Nettersheim, Mechernich, Nideggen und Dahlem. Weitere werden im Laufe des Jahres folgen. Schauen Sie einfach mal vorbei. Pures Lesevergnügen wünscht für das gesamte purRegio-Team purMagazin 4 Merzenich, deine Zahlen 6 Eine 2000 Jahre alte Geschichte Die Jülicher Rurbrücke purHeimat 8 Dürens erste eigene Apfelsorte 9 Keine Macht demHass Jo Ecker purGastro 10 Viel Appetit auf Sushi Phan Asia in Jülich 11 Kunst, Kultur und Familienfeiern Kreativwerk Elim in Düren 12 Kaffeeröstung und autarke Gastronomie Heimisch in Heimbach 13 Das große Schlemmerwochenende Genussbahnhof in Jülich purBauen&Wohnen 14 Bauen in Mamas Garten Grundstücksteilung als Lösung 16 Weg vomKüchentisch, ran an die Küchenzeile Neue Möbelideen fürs Homeoffice 17 Wie wollen wir imAlter wohnen? Veranstaltungsreihe bis September 18 Modernste Technik löst alte Baurätsel Haus Rath purKultur 20 Titel: Zwischen Dynamik und Statik Anica Hauswald in der Internationalen Kunstakademie Heimbach 21 Bamp! Bauen mit Papier Schau im Papiermuseum Düren purTermine 22 Highlights imApril undMai Konzerte, Ballett, Schauspiel, Comedy, Feste und Festivals purKino 26 Neu auf der Leinwand „The Lost City“, „Doctor Strange”, „Top Gun 2“ purBücher 27 Neu imBuchhandel „Rückkehr“ von Willi Achten, „Rommels Gold“ von Olaf Müller purAusflüge 28 Reisen zur Milchstraße Neue Führungen in der Eifel 29 „Erde und Spuren“ Sonderschau Töpfereimuseum Langerwehe, Kunst und Genussmarkt Kreuzau purLetzte Seite 30 Unter uns Anica Hauswald 6 8 18 28 14 22 Foto: Thomas Hannappel Fotos: Janou Müller-Beuermann, Axel Keldenich, pixabay, Jörg Abels, Christoph Hardt, Manfred Kistermann

4 Merzenich liegt am östlichen Rand des Kreises Düren. Das Gemeindegebiet ist 37,91 Quadratkilometer groß, was – um sich die Zahl irgendwie bildlich vorstellen zu können – zum Beispiel 1,8 Mal der Fläche des Frankfurter Flughafens entspricht. Wir kennen weitere Zahlen und Fakten. Merzenich, deine Zahlen Fotos: Henning Kaiser/dpa, Verena Müller purMagazin 6900Einwohner zählt der Hauptort imWesten. Daneben gehören Golzheim, Girbelsrath und Morschenich zur Kommune. Die Orte hießen nicht immer gleich und änderten im Verlauf der Zeit ihre Namen. Im Jahr 1143 beispielsweise hieß Golzheim „Godelsheim“. Und Girbelsrath hieß im Jahr 1382 noch „Gerbätzräude“ (abzuleiten vom Personennamen Gerbrecht, also Rodung des Gerbrecht).

purMagazin 5 15,38 Quadratkilometer groß ist die Fläche des Hauptortes Merzenich. Er wird erstmals 1225 in einer Urkunde des Grafen Otto von Neuenahr erwähnt. 134 Meter über Normalnull liegt der Hauptort. 1158 ist das Jahr, in dem Morschenich „Morsaz“ hieß; um 1300 lautete der Name „Moersassin“, 1360 „Moyrschets“, in der Hälfte des 15. Jahrhunderts „Morschennen“ und ab 1546 „Moerschoven“. Die jetzige Ortsbezeichnung wird erst ab 1775 gebraucht. 70 Prozent der Alt-Morschenicher dürften inzwischen nach Morschenich-neu umgezogen sein – ungefähr. Die aktuelle Einwohnerzahl beträgt 345, wobei das nicht alles Alt-Morschenicher sind. Davon Männer: 169 und Frauen: 176 133 Kilometer Wirtschaftswege gibt es imGemeindegebiet und 55 Kilometer Gemeindestraßen. Diese sind gerade einer Analyse unterzogen worden, um zu ermitteln, wo der dringendste Sanierungsbedarf besteht. 112 Jahre alt ist die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Merzenich in diesem Jahr. 129 Einsätze hat die Wehr im vergangenen Jahr auf ihrer Website dokumentiert. 1300 ist das Jahr, in dem einWahrzeichen des Ortes, die alte katholische Pfarrkirche erstmals erwähnt wird. Sie ist der älteste noch erhaltene öffentliche Bau des Orts. Der in der Hochgotik entstandene Kirchturm und Reste des spätgotischen Langhauses stehen unter Denkmalschutz. Am 6. November 1921 hatte die Kirche bei einem Orkan ihren barocken Turmhelm verloren. Heute wird die Ruine für Kulturveranstaltungen und Trauungen genutzt. 1608 wurde Merzenichs zweites Wahrzeichen, der alte, restaurierte Wasserturm erbaut. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war er eine Windmühle. Er ist das höchste Gebäude in Merzenich und ist in der Dürener Börde von weitem zu sehen. Im Jahr 1910 erwarb die Gemeinde Merzenich die Ruine des Mühlenturms von den Eheleuten Gerhard und Sofia Hamacher. In der Folgezeit wurde der Turm im Zuge des Ausbaus des Wasserleitungsnetzes mit einem Hochbehälter versehen und 1912 zumWasserturm umgebaut. 35 Denkmäler gibt es aktuell im Gemeindegebiet. 16 Jahre lang – nämlich von 1939 bis 1955 – wurde in Morschenich in einer Großversuchsanlage Braunkohle im Untertagebau gewonnen. Die Förderung wurde schließlich eingestellt, da kein rentierliches Abbauverfahren im Untertagebau gefunden wurde. 1668 ist das Baujahr des Heimatmuseums, das kulturelles Zentrum ist. Das Kernhaus des Museums, ein alter Bauernhof, wurde um 1686 gebaut. Im Jahr 1983 verstarb die letzte Besitzerin, Elisabeth Engelen, die bis zuletzt auf dem Hof wohnte. Im Januar 1984 nahmen Mitglieder des Geschichts- und Heimatvereins Merzenich Kontakte zu der Erbengemeinschaft Engelen, der Gemeindeverwaltung, dem Gemeinderat in Merzenich und dem Landschaftsverband Rheinland auf, um die Hofanlage in die Denkmalliste aufnehmen zu lassen. Dies geschah am 16. Februar 1984. 7100 Jahre alt ist der tiefste aus der Jungsteinzeit stammende Trinkwasserbrunnen Europas. Archäologen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland haben ihn bei Morschenich-alt entdeckt. Der Kastenbrunnen aus Eichenbohlen reichte über 15 Meter tief in den Boden. Er ist einer von drei erhaltenen steinzeitlichen Brunnen im Rheinland und wurde im Vorfeld des Braunkohlentagebaus Hambach ausgegraben. Das unterste Stück wurde als Block geborgen. Der Brunnen war als Geländemulde im Boden aufgefallen. Das Holz der oberen Schichten war zerfallen. Erst in über 13 Metern Tiefe stieß das Grabungsteam auf gut erhaltene Holzreste: In der Grundwasser führenden Kies- und Sandschicht hatten sich die pechschwarzen Eichenbohlen unter Sauerstoffabschluss gehalten. < Zusammengestellt von Verena Müller Der Tagebau Hambach ist schon nahe an das Dorf herangerückt (li.). Der Geschichte des Ortes Merzenich widmet sich das Heimatmuseum, das in einem alten Fachwerkhof untergebracht ist (oben). Das Merzenicher Rathaus befindet sich im Valdersweg (re.).

6 Von Guido Jansen Die Geschichte der Stadt Jülich ist auch automatisch immer die Geschichte der großen Rurbrücke. Und zwar seit mehr als 2000 Jahren. Mit dem Neubau der Brücke in diesem Jahr kommt ein neues Kapitel hinzu. Das erste stammt aus dem Jahre 0. Tatsächlich ist die Historie voller denkwürdiger Abschnitte. Aber sie erzählt nicht unbedingt eine Liebesgeschichte. Denn Städte, die ihre Flüsse lieben, wenden sich ihnen mit ihrer Schokoladenseite zu. Die wichtigsten und prestigeträchtigsten Gebäude sind dann nahe am Wasser gebaut. So wie der Dom in Köln. Jülich und auch Düren wenden der Rur dagegen den Rücken zu. Das Verhältnis war nie das Beste, weil die Rur so unberechenbar ist. Die Hochwasserkatastrophe aus dem vergangenen Jahr ist da ein Beispiel, wenn auch einigermaßen unpassend. Denn mit der Rurtalsperre ist der Fluss reguliert. Früher war er unberechenbarer. Im Sommer konnte er trockenfallen, im Winter und Frühjahr setzte er mindestens den Jülicher Süden unter Wasser – da, wo heute das Heckfeld liegt. Die Unberechenbarkeit der Rur ist aber auch der Grund, warum die Römer die Stadt gegründet haben. „Es war schon immer schwer, die Rur in den Griff zu bekommen“, sagt der Jülicher Historiker Guido von Büren. „Aber bei Jülich rücken die Ufer so eng zusammen, dass man eine Brücke anlegen kann. Das haben die Römer um Christi Geburt gemacht.“ Sie haben die Straße, die in der Neuzeit nachträglich Via Belgica genannt worden ist und die von Köln über Heerlen, Maastricht und Tongeren bis zur Atlantikküste verläuft, an besagter enger Stelle über die Rur geführt, da, wo deswegen Jülich entstanden ist. Die Rur war eines der wenigen Hindernisse zwischen Maas und Rhein, entsprechend groß war die Bedeutung der Stelle, an der dieses Hindernis am besten überwunden werden konnte. Für Jülich sprach aber auch noch ein anderer Grund. „Von Köln aus und aus der anderen Richtung von Heerlen aus war Jülich eine Tagesreise weit entfernt“, erklärt von Büren. Deswegen entstand der Vicus Iuliacum, der den Marktplatz umfasste und sich in länglicher Form bis zur Römerstraße erstreckte. Aufgrund der Rurbrücke wurde Jülich zu einem Oberzentrum für die Region. Es gab auch diesseits der Rur einen zweiten Vicus für den Fall, dass die Rur doch zu stark geschwollen war und der Fluss nicht passiert werden konnte. Der befand sich auf der Fläche zwischen dem Kreisverkehr, mit dem die Bundesstraße 56 in Richtung Autobahn abknickt, und der Straße An der Via Belgica. Im Sommer, wenn der Boden trocken ist, schimmert der Verlauf der Römerstraße durch, weil der Boden nicht so fruchtbar ist, da wo die Straße verlief Im Sommer wird die Rurbrücke in Jülich abgerissen und erneuert. Ohne Brücke gäbe es die Stadt wohl gar nicht. 2000 Jahre alteGeschichte Die Rurbrücke in Jülich ist alles andere als eine Schönheit. Jetzt sind ihre Tage gezählt: Im Sommer wird sie abgerissen und erneuert. Fotos: Guido Jansen, Stadtarchiv Jülich/Cremerius, Janou Müller Beuermann

7 und deswegen das Gras schneller austrocknet. Der Straßenverlauf lässt erahnen, dass die römische Brücke nicht ganz an der Stelle der heutigen Brücke über die Rur führte, sondern ein kleines Stück weiter südlich, irgendwo zwischen Rurbrücke und der Brücke an der Kirchberger Straße. Nach den Römern verschwand die Brücke im Dunklen, was die Quellenlage angeht. Als gesichert kann nur gelten, dass es die zentrale Brücke seit den Römern immer gegeben hat. Im 16. Jahrhundert wird sie in den Quellen sichtbar, diesmal in sogenannten Brückenzollrechnungen. Es klingt sehr nach heute, wenn man hört, dass die Stadt im Auftrag des Herzogs eine Aufgabe an einen Unternehmer vergeben hat und der wiederum einen Subunternehmer dafür eingesetzt hat. So lief das mit dem Brückenzoll. Die Stadt musste einen Teil der Einnahmen an den Herzog abtreten und war dafür zuständig, die Brücke zu unterhalten. Sie verpachtete deswegen das Recht, Zoll zu erheben, gegen einen Festbetrag an einen Unternehmer, beispielsweise den reichen Bürger Caspar Sengel, der wiederum jemanden bezahlte, um zu kassieren. Während des Baus der Zitadelle in der Mitte des 16. Jahrhunderts gab es eine Meinungsverschiedenheit zwischen der Stadt und dem Herzog. Die Stadtväter wollten Wilhelm V. zur Kasse bitten für die Kosten der Instandhaltung. Schließlich beanspruchten die Materiallieferungen für die Zitadelle die Brücke stark. Wilhelm V. hat diesen Gedanken mutmaßlich einfach ignoriert. 1793 kämpften Preußen und Österreicher auf der einen und französische Revolutionstruppen auf der anderen Seite in der Schlacht um Aldenhoven. „Die Brücke wurde dabei abgebrannt, was für die Stadt eine Katastrophe war“, beschreibt von Büren. 1794 kamen die siegreichen Franzosen in die Stadt und machten Pläne, Jülich als Festung auszubauen. So entstand der Brückenkopf als Wellenbrecher gegen Angriffe aus Richtung Aldenhoven und als militärische Befestigung der Brücke. Teil der Pläne war es, die neue Brücke mit einer Schleuse auszustatten mit dem Ziel, das Wasser zu stauen, um den Jülicher Süden, der außerhalb der Festungsmauern lag, fluten und damit nicht passierbar machen zu können. 1806 war der Brückenkopf samt Schleusenbrücke fertig. „Und er hat seine Feuertaufe nicht bestanden. Als die Schleusen geschlossen wurden, stellten die Franzosen fest, dass die Fundamente nicht tiefgreifend genug waren, weil der Wasserdruck drohte, die Brücke zu verschieben“, sagt von Büren. Zweites Manko der Planung: Die Gewehrschützengalerie am Brückenkopf, aus der im Fall eines Angriffs auf den Feind geschossen werden sollte, war nicht mehr nutzbar, weil sie unter Wasser stand, als die Rur gestaut wurde. Bis 1903 stand die Brücke, ohne dass die Schleusen benutzt wurden. Dann wurde sie von einer repräsentativen Bogenbrücke aus Stein ersetzt, die viele historische Postkartenmotive aus Jülich ziert. Möglicherweise stünde sie heute noch, wenn sie im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört worden wäre. Es folgte eine sogenannte Baily Bridge der US-Amerikanischen Truppen als Provisorium, bis die heutige Brücke gebaut wurde, die funktional war, optisch wenig anspruchsvoll und deren Tage jetzt gezählt sind. Beim Bau der Brücke zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen auch Spuren der Vorgängerbrücken zum Vorschein, die aber damals undokumentiert blieben. Die Archäologen dürften sich schon über das freuen, was möglicherweise zu Tage kommt, wenn der Neubau im Sommer beginnt. < „Es war schon immer schwer, die Rur in den Griff zu bekommen“ Guido von Büren Die Rurbrücke aus den Jahren 1903 bis 1944: Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bogenbrücke zerstört. Ganz rechts eine Detailaufnahme von unten .

purHeimat 8 Von Volker Uerlings Der Derichsweiler Annaapfel schmeckt „ausgewogen süß-säuerlich mit leichtem, angenehmem Aroma“ und ist mittelfest. So steht es in der Beschreibung des Bundessortenamtes. Diese Früchte wachsen derzeit nur im Dürener Stadtteil, wo der einzige tragende Baumdieser neuen Sorte zu finden ist – noch. Denn die Besitzerfamilie, Andreas Pingel-Keuth und seine Frau Barbara Priesmann, hat alles in die Wege geleitet, um diese neue heimische Sorte in viele Gärten zu bringen. Als der Chemiker, der am Fachhochschul-Campus Jülich arbeitet, Haus, Hof und Garten in Derichsweiler in den 1990er Jahren erworben hatte, stand der Baum schon da. „Unsere Schafe hätten ihn beinahe weggefressen“, erinnert sich der Hobby-Pomologe an das damals noch zarte Gewächs, das er intuitiv schützte. Vom Vorbesitzer hatte er erfahren, dass es sich um einen Sämling handelt. „Die allermeisten Apfelbäume, die aus Samen gezogen wurden, bringen keine guten Äpfel hervor oder sterben früh ab“, erklärt Andreas Pingel-Keuth. „Der aber gedieh wider Erwarten sehr gut und brachte auch leckere Früchte hervor.“ Der Besitzer nahmmit der Biologischen Station des Kreises Düren Kontakt auf und erfuhr nach seiner Erzählung zu seiner Verblüffung: „Dann ist das eine neue Sorte. Das war mir vorher nicht klar.“ Die Früchte werden Ende Juli, um den Annentag, reif. Da die Heilige Anna die Schutzpatronin der Stadt Düren ist, war also auch der Name schnell gefunden: Derichsweiler Annaapfel. Eine Pomologin hat die Früchte untersucht und ist laut Andreas Pingel-Keuth zu dem Urteil gekommen: „Das ist ein hochwertiger Apfel.“ Ob es sich wirklich um den einzigen „Dürener“ Apfel handelt, lässt sich nicht mit letzter Gewissheit sagen, weil unter den bundesweit rund 7000 gelisteten Sorten nicht bei allen klar ist, ob sie noch existieren oder nicht. In der Aufzählung scheint sich aber keine andere Sorte aus Düren zu befinden. Die Biologische Station verwies den Besitzer der neuen Sorte an eine Baumschule in Bonn, die sich auf die Vermehrung heimischer Sorten spezialisiert hat. Das Ehepaar aus Derichsweiler will sich künftig grundsätzlich für den Erhalt von bestehenden Streuobstwiesen und das Anlegen neuer engagieren, weil sie wertvolle Biotope für die Tier- und Pflanzenwelt darstellen, auch und vor allem für Insekten und Vögel. Dazu ist die Gründung des Vereins „Apfelarche“ in Planung. Weiteres Ziel ist, die alten und neuen heimischen Obstsorten wieder stärker zu verbreiten. Pingel-Keuth und seine Frau Barbara Priesmann, eine Biologin, verteilen seit 2021 jährlich Bäume der Dürener Sorte zum Selbstkostenpreis. Die diesjährige Verteilaktion ist bereits zu Ende. Es besteht aber die Möglichkeit, einen Derichsweiler Annaapfel fürs nächste Jahr vorzubestellen. < Die Frucht gedeiht in Derichsweiler und ist ein seltenes Zufallsprodukt, das nun ganz offiziell vom Bundessortenamt gelistet worden ist. Der Baum steht schon lange. Dürens erste eigeneApfelsorte Verwendung und Kontakt „Der ,Derichsweiler Annaapfel‘ ist ein Sommerapfel und sehr gut für den Anbau im Garten geeignet. Er gehört zu den wenigen relativ frühen Sorten, die schon als hervorragende Tafeläpfel genutzt werden können“, steht in der Beschreibung des Bundessortenamtes. Er eigne sich „zum Frischverzehr und kann gut zum Backen und zum Kochen von Apfelmus verwendet werden“. Der Wuchs des Baumes ist mittelstark. Weiter heißt es: „Die Pflückreife liegt Anfang bis Mitte August, Genussreife direkt. Kühl gelagert ohne Kühlung bis Ende September.“ Wer Interesse an der Sorte hat, erreicht Andreas Pingel Keuth per Mail unter info@apfelarche.de. Im Derichsweiler Garten von Andreas PingelKeuth und seiner Frau Barbara Priesmann steht der Baum, an dem der mutmaßlich einzige Dürener Apfel wächst: der Derichsweiler Annaapfel. Foto: Volker Uerlings/Carina Pfeffer

purHeimat 9 Von Axel Keldenich Seit ich Rentner bin, ist mein Terminkalender rappelvoll.“ Wenn man diesen häufig gehörten Spruch einem Menschen glauben kann, dann ist das Jo Ecker. Der 65-Jährige engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Rechtsradikalismus und für Toleranz. Unter anderem für die Aktion „Fußballvereine gegen Rechts“ oder die Kampagne „4 Schrauben für Zivilcourage“ wurde er vor Kurzemmit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Rahmen der Kampagne werden interessierten Vereinen kostenlos Schilder mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus und Gewalt!“ zur Verfügung gestellt. Bis heute hängen über 1000 solcher Schilder an Fußballplätzen in ganz Europa. Finanziert hat Joachim Ecker die Schilder aus eigener Kasse oder durch Summen, die er für diverse Auszeichnungen bekommen hat. Er ist auch Mitinitiator des 2006 unter Mitwirkung vieler Vereine entstandenen „Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus“, das mehr Bewusstsein für dieses Ziel schaffen möchte, und bisher über 1000 Privatpersonen und 195 Gruppen als Mitglieder zählt. Angefangen hat Eckers Engagement im Jahr 2001, als bei einem Jugend-Fußballspiel Kinder mit Migrationshintergrund aus seiner Mannschaft rassistisch beleidigt wurden. Damals gründete er „Fußballvereine gegen Rechts“ und hängte bei Spielen in der Region Banner auf, die gegen Diskriminierung aufriefen. Sieben Jahre später erhielt er für seinen Einsatz vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) den renommierten „Julius-Hirsch-Preis“, benannt nach einem Fußballer, der im Dritten Reich ins Konzentrationslager gebracht wurde. Ehrenamt hört sich staubig an, ist es aber nicht, weil ... man Einzelnen helfen kann und Kritik klarer und ungeschminkter äußern kann als das beispielsweise im Rahmen von Parteiarbeit möglich wäre. Ohne Ehrenamt könnte keine Demokratie existieren. Ich mache es so, dass ... ich meine ehrenamtliche Tätigkeit nicht als Hobby ansehe, sondern als eine Verpflichtung. Der allerdings komme ich gerne nach. Die meiste Zeit geht drauf für ... die Akquise der Vereine, die ich als Mitstreiter gewinnen will. Die rufe oder schreibe ich an oder ich besuche Fußballspiele ihrer Mannschaften. Mir treibt es Tränen vor Ärger in die Augen, wenn ... ich sehe, dass mein Einsatz nicht den gewünschten Erfolg bringt. Leider gibt es immer mehr rechtsradikale Idioten und Leute, die diesen gedankenlos nachlaufen. Mich hat das Ehrenamt dahingehend verändert, dass ... der friedliche Kampf gegen Rassismus und Extremismus mein Lebensinhalt geworden ist. Leider sind Ausgrenzung, rassistische Beleidigungen und ähnliches immer noch aktuell. Es gibt noch viel zu tun! Um es noch besser zu machen, bräuchte ich die Handynummer ... von Bernd Neuendorf, dem neuen Präsidenten des DFB. Ansonsten habe ich aber schon alle wichtigen Nummern, inklusive der eines ehemaligen Bundespräsidenten. Joachim Gauck hatte mir seine Handynummer damals nach einem anderthalbstündigen Gespräch gegeben, das im Protokoll eigentlich auf acht Minuten terminiert war. < ˽www.fussballvereine gegen rechts.de Der friedliche Kampf gegen Rassismus und Extremismus im Fußball ist Jo Eckers Lebensinhalt. Dafür nimmt er auch Drohungen in Kauf. Denn: Die Sache ist ihmwichtiger als alle Angst. KeineMacht demHass Für sein Engagement ist Jo Ecker jüngst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Foto: Axel Keldenich

10 purGastro Von Anne Schröer Pairaj Neo Chaikhot ist in einer Gastronomenfamilie groß geworden — seine Mutter betreibt ein Restaurant in Würselen, sein Onkel Pichit Muangrom das Jülicher Restaurant My Thai in der Baierstraße. Die Gastronomie habe er so gut es geht zu meiden versucht, erzählt der 27-Jährige und muss lachen. Denn gelungen ist ihm das nicht. Am 1. November hat er mit seinem Bruder und einer Kollegin auf die Idee seines Onkels hin und mit dessen Unterstützung das Sushi-Restaurant Phan Asia eröffnet — und damit in der Herzogstadt offensichtlich einen Nerv getroffen. Denn bereits Mitte der Woche sind die Tische fürs Wochenende in der Regel ausgebucht. Auch für Außer-Haus-Bestellungen gibt es eine Vorlaufzeit, weil der Andrang so groß ist und das Sushi frisch gerollt wird. Wer sichergehen möchte, am Samstagabend seine Gerichte abholen zu können, bestellt am besten schon am Mittwoch. Sushi-Meister ist Chaikhot nicht. Dafür brauche man zehn Jahre Berufserfahrung, er habe erst sieben, erklärt der Aachener. Begonnen hat seine berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung zum Orthopädietechniker. Nebenjobs hatte er im Einzelhandel, aber auch als Kellner. Dort im Restaurant nahm die Begeisterung für Sushi und dessen komplexe Zubereitungsmethoden ihren Lauf. Der Schlüssel zum Erfolg beim Sushi sei nicht das Rollen, sondern die Vorbereitung, erklärt Chaikhot. Er ist zwei Stunden mit der Vor- und zwei Stunden mit der Nachbereitung beschäftigt — sauber machen nicht eingerechnet. Als Neuling in der Sushi-Küche fange man mit dem einfachsten an, sagt Chaikhot. „Aber selbst das einfachste ist nicht einfach“, meint er. Zum Beispiel hängt die Verarbeitung von Reis von der Trockenheit der Körner ab und die wiederum davon, wann der Reis geerntet wurde und wie lange er schon im Sack lagert. Auch der nächste Schritt in der Verarbeitungskette klingt simpel, ist es aber nicht: das Mischen von Reis mit Sushi-Essig. „Das ist eine heikle Angelegenheit. Wenn man das nicht hinbekommt, kann man’s vergessen — und Sushi-Reis ist echt teuer“, sagt Chaikhot. Anschließend muss der Reis abkühlen, wird dabei alle 15 bis 20 Minuten gewendet. ImWinter dauert das drei bis vier Stunden, im Sommer fünf bis sechs. Danach wird der Reis in Kühlboxen verpackt und erst am nächsten Tag verarbeitet. „Ihn am gleichen Tag zu verarbeiten, ginge auch, aber dann hat er meiner Erfahrung nach noch nicht die nötige Klebrigkeit“, führt Chaikhot aus. Zubereitet wird der Reis dann auf verschiedene Arten mit unterschiedlichen Kombinationen an Produkten: Lachs, Garnele, Thunfisch, Avocado, Mango, Gurke, Paprika, Rettich, Lauch, Seealge, Rucola, Sesam, Frischkäse, Japanische Mayo und eine würzige Soße kommen zum Einsatz. Eine herausragende Qualität bei den Zutaten ist Chaikhot wichtig. So bezieht er seinen Lachs beispielsweise aus einer schottischen Züchtung und verarbeitet ihn noch am Tag der Ankunft in Jülich. „Wenn der Händler aus Köln den Fisch in der Nacht aus Paris mitbringt, muss ich ihn direkt filetieren, enthäuten, einvakuumieren und spätestens abends bei mir im Eisfach haben, damit der Lachs Sushi-Qualität hat.“ Besseren Lachs habe er noch nie gegessen, sagt Chaikhot. In Jülich haben er und seine Mitstreiter zunächst nur grundlegende Gerichte auf die Karte genommen, um auszutesten, was ankommt. Das Team sagt selbst: „Da ist noch Luft nach oben, die wir ausreizen können.“ Die Kundinnen und Kunden scheinen Lust darauf zu haben. Nun wird auch personell im Phan Asia aufgesattelt und sogar räumlich soll es Veränderungen geben: Sushi-Theke und Küche brauchen mehr Platz. Chaikhots Ziel steht fest: „Wir wollen größer werden, besser werden.“ < ˽@phanasia_juelich Wenige Monate nach Eröffnung denkt das Team des neuen Restaurants Phan Asia schon über eine größere Sushi Theke und weitere Änderungen nach. Viel Appetit auf Sushi Im neuen Restaurant Phan Asia in der Kleinen Rurstraße in Jülich ist der 27-jährige Pairaj Neo Chaikhot für das Sushi verantwortlich. Mit seinem Bruder und einer Kollegin leitet er das Restaurant. Fotos: Anne Schröer

purGastro 11 Nicole und Jörg Federer aus Langerwehe haben über 17 Monate hinweg Herzblut, Energie und rund 150.000 Euro investiert, um zwei der alten Fabrikhallen „An Gut Nazareth“ in Düren neues Leben einzuhauchen. Entstanden ist das Kreativwerk Elim. „Der Name stammt aus dem Alten Testament“, erklärt Nicole Federer. „Elim war die Oase, zu der Moses das Volk Israels beim Auszug aus Ägypten geführt hat und damit ein Ort, um wieder auftanken zu können, für den weiteren Weg.“ An diesen Gedanken will das Ehepaar mit seinem Treffpunkt für Kunst, Kultur und Begegnung anknüpfen. Auch Nicole und Jörg Federer standen vor Jahren nach der Insolvenz ihrer damaligen Arbeitgeber an einem Scheideweg. Künftig wollten sie beruflich auf eigenen Füßen stehen und Tiny-Häuser bauen, hatten sie beschlossen. Auf der Suche nach einer geeigneten Halle stießen sie eher zufällig auf das Angebot des Architekten Stephan Otto, der das alte Fabrikgebäude der Firma Heimbach gekauft hatte. Die angebotene „Halle 4“ entpuppte sich zwar für den Bau von Tiny-Häusern als ungeeignet. Trotzdem waren die Federers vom Ambiente so fasziniert, dass sie ihre ursprüngliche Berufsidee begruben und beschlossen, aus der alten Industriehalle einen Ort für Veranstaltungen zu machen. In der Folgezeit entrümpelte das Ehepaar, entfernte Wände und errichtete neue, zog Fenster ein, strich Wände, sorgte für neue Elektrik und Lüftung — immer demUpcycling-Gedanken „Aus Alt mach Neu“ folgend — was auch fürs Mobiliar gilt und den Räumen einen besonderen Charme verleiht. Herzstück ist der 180 Quadratmeter große Saal im Obergeschoss, der Platz für bis zu 140 Personen bietet — mit separater Theke und der Möglichkeit, eine Bühne zu nutzen. Ein zweiter Raummit 90 Quadratmetern könnte bei Feiern fürs Catering genutzt werden — was die Federers ebenso anbieten wie Deko sowie Licht- und Tontechnik. Im Anschluss an den 60 Quadratmeter großen Eingangsbereich, der sich für Empfänge anbietet, steht neben der Küche ein weiterer Raum für Seminare und Workshops zur Verfügung. Im Laufe des Jahres soll zudem noch ein Bistro entstehen. „Und im April wollen wir unseren Biergarten eröffnen“, verrät Nicole Federer. [ ja] ˽www.kreativwerk elim.de In den früheren Produktionshallen der Firma Heimbach hat sich viel getan. Unter anderem ist dort jetzt das Kreativwerk Elim ansässig. Kultur, Kunst und Familienfeiern Foto: Jörg Abels Nicole und Jörg Federer haben zwei der alten Produktionshallen der Firma Heimbach zu einem neuen Veranstaltungsort umgebaut: dem Kreativwerk Elim. Erde/Spuren Besuchen Sie die etwas andere Keramikausstellung noch bis zum 01.05.2022 Donnerstag bis Samstag 14.00–18.00 Uhr • Sonn- und Feiertage 11.00–18.00 Uhr Museumsverein für das Töpfereimuseum Langerwehe www.toepfereimuseum.de Fabienne Fauvel Hildegard Schemehl Hörwelt Rur Langerwehe Hauptstraße 126 52379 Langerwehe 0 24 23 - 407 33 77 info@hoerwelt-rur.de Hörwelt Rur Aldenhoven Frauenratherstraße 7 52457 Aldenhoven 0 24 64 - 909 44 30 aldenhoven@hoerwelt-rur.de Hörwelt Rur Nideggen Thumer Linde 5 52385 Nideggen 0 24 27 - 9 09 99 30 nideggen@hoerwelt-rur.de Unsere Leistungen im Überblick: • Kostenlose Höranalyse • Überprüfung Ihrer Hörsysteme • Reinigung Ihrer Hörsysteme • Probetragen der neuesten Hörsysteme • Spezial-Angebote • Hausbesuche-Service • Termine auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich FÜR IHR BESSERES HÖREN UND VERSTEHEN BESSER HÖREN, MEHR LEBENSQUALITÄT! Wir begleiten Sie individuell, sensibel und mit persönlichem Engagement auf IhremWeg zum verbesserten Hören. Wir freuen uns auf Ihren Besuch an einem unserer Standorte

Von SarahMaria Berners Visionen müssen so groß sein, dass sie einem ein bisschen Angst machen“, sagt Ilias Gahlings. Seine Vision ist eine „autarke Erlebnisgastronomie“ im Eifelstädtchen Heimbach. Dort ist der Unternehmer aufgewachsen, im griechischen Restaurant seiner Eltern am Bahnhof mit der Gastronomie groß geworden. Zwischen Hengebachstraße und der Kirche St. Clemens macht er ein paar hundert Meter von seinen traditionellen gastronomischen Wurzeln entfernt nun sein eigenes Ding, will mit Ende 30 neue und unkonventionelle Wege einschlagen. Sein Bistro trägt den Namen Heimisch — das ist auf Eifeler Platt der Name Heimbachs und ein Wortspiel als Liebeserklärung an die Heimat. Den Grundstein für das Heimisch hat Ilias Gahlings mit Kaffee gelegt — und einer eigenen kleinen Rösterei. Von einem fünfjährigen Aufenthalt in den USA hat der studierte Medienwirt nicht nur weitere Gastronomieerfahrung, sondern auch die Liebe zur Kaffeebohne und deren Röstung mit in die alte Heimat gebracht. Im Mai 2021 machte er sich trotz Pandemie selbstständig — und ist unterm Stricht zufrieden mit dem Auftakt. Trotz Hochwasser und Corona. Seitdem werden an der Hengebachstraße in der Nationalparkstadt die Sorten Heimbach und Eifel Blend aus Kaffeebohnen aus Indien, Brasilien und Honduras geröstet, abgefüllt und im Café serviert. Ilias Gahlings versteht seinen Betrieb als „Treffpunkt mit Verantwortung für die Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und das Miteinander der Generationen“. Workshops, Kooperationen mit den jungen Alten und der Biostation, eine Benefizaktion für die Jugendfeuerwehr und Spendenaktionen für Flutopfer füllen diese Theorie mit Leben. Der Jungunternehmer will bei seinen Gästen mit Regionalität punkten, kauft Fleisch beim Metzger in Düttling, Eier in Hergarten und setzt bei Käse und Brot auf kurze Wege. Den regionalen Einkauf will er noch weiter ausbauen, er kooperiert mit der Abtei Mariawald und sucht nach anderen Partnern aus der Region. Neben dem Bistro, in dem es unter anderem vegane Bowls gibt, und der Kaffee-Röstung will er einen kleinen Laden mit regionalen Produkten aufbauen, in dem Einheimische und Touristen einkaufen können. Doch dies soll laut Gahlings nur der Anfang sein — und damit kommen wir zurück zur „autarken Erlebnisgastronomie“. Ilias Gahlings Vision ist es, mit seinem Betrieb autark zu arbeiten, er strebt den „Wandel vom regionalen Einkäufer zum Selbstversorger“ an und sieht im Bereich „Über Rur“ — auf der anderen Seite des Flusses — Potenzial für diese Pläne. Dort hat er bereits eine Wiese gepachtet, für Obst- und Gemüseanbau und Workshops an der frischen Luft. Angefangen hat er mit einem kleinen Kräutergarten und erstem Gemüse aus eigenem Anbau am Rande der Terrasse gegenüber von St. Clemens. Die Pläne gehen aber so weit, dass das Hühnerfleisch für die Gastronomie aus eigener Haltung kommen soll, die Energie von eigenen Solarpanelen, Tee von heimischen Kräutern könnte den Kaffee verdrängen, eigene Brände und Marmeladen kämen auf den Tisch. Zum Erlebnis würde die Gastronomie, indem sie in einem gläsernen Objekt mit großen Gesellschaftstischen Ausblicke auf Hühner, Gemüsund Obstanbau sowie in die Küche ermöglicht. < ˽www.heimisch heimbach.de purGastro 12 Ilias Gahlings ist in einem griechischen Restaurant groß geworden. In seinem Heimisch in Heimbach geht er jetzt ganz andere Wege. Kaffeeröstung und autarkeGastronomie Ilias Gahlings hat sich in Heimbach mit einem Bistro samt kleiner Kaffeerösterei selbsständig gemacht. Foto: Sarah Maria Berners

purGastro 13 Nach zwei Jahren Pandemie-Pause darf wieder hemmungslos geschlemmt werden: Im Mai findet auf dem Außengelände des Kulturbahnhofs in Jülich die fünfte Ausgabe des Genussbahnhofs statt – unter freiem Himmel und mit vielen hausgemachten Köstlichkeiten verschiedenster Köche. Kein kulinarischer Wunsch soll dabei unerfüllt bleiben. Auch Kinder werden sich nach Herzenslust austoben können: für sie wird extra eine Hüpfburg aufgebaut sein. Abgerundet wird das Schlemmerwochenende durch Live Musik auf der Außenbühne. Am Freitagabend tritt um 18 Uhr das Schlagsaiten Quintett aus Aachen auf. Seit vierzehn Jahren spielt es instrumentale akustische Musik im Spannungsfeld zwischen Gypsy-Swing, Latin-Pop, Flamenco und Rockmusik und verzichtet dabei bewusst auf Gesang. Um 20 Uhr übernimmt Fahrerflucht unplugged! die Bühne — eine Party-Coverband, die seit mehr als zehn Jahren in der Region und darüber hinaus auftritt und unterwegs ist. Fortgesetzt wird das Programm am frühen Samstagnachmittag. Das Finale bildet die große Genussbahnhof-Aftershowparty, die um 22 Uhr startet. Der Eintritt zum gesamten Festival-Wochenende ist kostenlos. Der Genussbahnhof wird am 27.Mai um 16 Uhr auf dem Gelände des Jülicher Kulturbahnhofs eröffnet. Am 28.Mai geht es hier ab 11 Uhr weiter. Das genaue Programm wird demnächst online veröffentlicht. [red] 27.-28.05. Genussbahnhof Kulturbahnhof Jülich Bahnhofstraße 13, 52428 Jülich ˽www.kuba juelich.de ˽www.facebook.com/kuba.juelich Der Kulturbahnhof Jülich wandelt sich an einemWochenende imMai zum Genussbahnhof. Es lockt ein Mix aus Kulinarik und Live Musik. Das große Schlemmerwochenende Beste Unterhaltung mit großem kulinarischen Angebot und guter Musik: Der Genussbahnhof am Kuba. Foto: Cornel Cremer 41812 Erkelenz-Lövenich Hauptstraße 90–92 Tel.: (02435) 2056/2055 • Fax: (02435) 1814 52428 Jülich Große Rurstraße 71 Tel.: (02461) 2741/4121 • www.moebel-berger.de Berger Einrichtungen ist ein Haus der Möbel Berger GmbH & Co. KG. Hauptstraße 90–92, 41812 Erkelenz-Lövenich TETRIM MOULE

purBauen&Wohnen Von Katja Fischer Baugrundstücke sind rar und teuer. Wer eines sucht, ist manchmal der Verzweiflung nahe. Dabei kann die Lösung direkt vor der Haustür liegen: Warum nicht das große Grundstück der Eltern teilen und dort bauen? „Früher wurden Einfamilienhäuser häufig auf zu großen Grundstücken gebaut“, sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau. Neben dem Wohnhaus wurde häufig ein großer Garten angelegt. Doch heute genügt vielen zum Gärtnern auch eine kleinere Fläche. Ein Teil des Grundstücks abzutrennen, liegt also nahe — entweder um es den Kindern zu geben oder zu verkaufen. „Allerdings darf man nicht einfach so auf einem Stück Land bauen, auch wenn es den eigenen Eltern gehört“, sagt Sandra Queißer vom Verband Privater Bauherren. Ob das möglich ist, zeigt sich in den Bebauungsplänen. Die entsprechende Info gibt es beim Bauamt, oft finden sich die Pläne auch online. In einem Bebauungsplan können die Mindestgröße eines Baugrundstücks, die Bauweise und die zulässigen überbaubaren Grundstücksflächen festgeschrieben sein — alles Faktoren, die bei der Teilung einer Fläche eine Rolle Wie wäre es, zurück nach Hause zu ziehen. Also nicht ins Elternhaus, sondern in ein Eigenheim im elterlichen großen Garten. Die Grundstücksteilung kann die Lösung einer langen Suche sein. Bauen inMamas Garten Früher wurden Einfamilienhäuser oft auf großen Grundstücken gebaut. Heute genügt vielen zum Gärtnern auch eine kleinere Fläche. Ein Teil des Grundstücks abzutrennen liegt also nahe. Fotos: ??????? Ob es möglich ist, auf dem Grundstück der eigenen Eltern zu bauen, zeigt sich in den Bebauungsplänen. Die entsprechende Info gibt es beim Bauamt. FÜR MEHR ZEIT IM GRÜNEN Terrassendächer von Solarlux Wetterschutz, wann immer Sie ihn brauchen – Terrassendächer verlängern die Gartensaison und die Freude am Draußensein. Mehr Atmosphäre. Mehr Komfort. Einfach genießen. solarlux.com Fehlender Feld 8 · 52353 Düren T 0 24 21 / 27 74 00 www.mierau-bauelemente.de

spielen. Geregelt ist auch, wie viele Geschosse erlaubt sind und wie groß die Abstände zu den Nachbarn sein müssen. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, ein Grundstück neu zu begrenzen: die reale und die ideelle Teilung. In den meisten Bundesländern wird zur Teilung eines Grundstücks keine behördliche Genehmigung benötigt. Ausgenommen hiervon sind neben Nordrhein-Westfalen auch Hamburg und Niedersachsen. In jedem Fall muss aber ein öffentlich bestelltes Vermessungsbüro das Grundstück vermessen. Dabei werden die genaue Größe des Grundstücksteils und der Grenzverlauf ermittelt, auch werden neue Grenzsteine gesetzt. „Zum Schluss werden die neuen Verhältnisse im Grundbuch eingetragen“, sagt Sandra Queißer. „Für den früheren Eigentümer fällt dann ein Teil der Grundsteuer weg, weil sein Grundstück nun kleiner ist.“ Jetzt gibt es zwei Grundstücke mit zwei separaten Eigentümern. Dieses Modell empfiehlt sich auch beim Neubau eines Doppelhauses. „Man kann viel Geld sparen, wenn man gemeinsam mit dem künftigen Nachbarn ein Grundstück kauft und es dann teilt“, rät Christoph Windscheif. Aber eine reale Teilung des Grundstücks ist nicht in jedem Fall möglich. Manchmal ist sie nicht zulässig. „Grundstücke dürfen nicht beliebig bebaut werden, insbesondere darf der Anteil des Gebäudes nicht zu groß werden“, sagt André Dietrich-Bethge, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Bau- und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltsverein. „Wird zum Beispiel der große Garten abgetrennt, kann das Einfamilienhaus, das auf dem restlichen Grundstück steht, baurechtlich zu viel Platz einnehmen.“ Dann kann man das Grundstück aber trotzdem teilen, zwar nicht real, aber immerhin ideell. Die ideelle Teilung wird in der Praxis vor allem bei Mehrfamilienhäusern, aber auch bei Doppel- und Reihenhäusern angewendet. Sie ist jedoch auch bei frei stehenden Einfamilienhäusern möglich. Dabei wird das Grundstück in Miteigentumsanteile aufgeteilt. „Jedem gehört seine Wohnung oder sein Reihenhaus allein, die Gemeinschaftsflächen gehören allen zusammen“, erklärt der Rechtsanwalt und Notar André Dietrich-Bethge. Der Nachteil: In der Wohnungseigentümergemeinschaft, die durch die ideelle Teilung entsteht, müssen sich alle an die Spielregeln der Gemeinschaft halten. Bei einer realen Teilung sind die Freiheiten der Eigentümer größer. Zwar spart man sich bei einer ideellen Teilung die Vermessungskosten. Dafür ist aber eine Teilungserklärung notwendig, die notariell beurkundet und beim Grundbuchamt eingereicht werden muss. Von den Inhalten der Teilungserklärung hängt entscheidend ab, welche Rechte jeder Miteigentümer hat. „Es gibt durchaus Modelle, in denen die Miteigentümer nahezu den gleichen Status erreichen wie die klassischen Grundstückseigentümer“, sagt André Dietrich-Bethge. Wenn sich die Generationen gut verstehen, ist es auch möglich, auf dem elterlichen Grundstück zu bauen, ohne es vorher zu teilen. Auch da kommt es auf den Bebauungsplan an. Notar André Dietrich-Bethge nennt aber den Haken dieses Modells: „Bei solchen Projekten muss man bedenken, dass demjenigen das Haus gehört, auf dessen Grundstück es steht. Das kann zu Konflikten führen.“ < purBauen&Wohnen Das Baukompetenzzentrum direkt an der A4 INFO@Q-LOGIC.DE 02421 5000562 KONTAKTIEREN SIE UNS Fehlender Feld 8 52353 Düren www.q-logic.de

purBauen&Wohnen 16 Der Esstisch war immer schon Kommandozentrale vieler Haushalte: Hier isst man nicht nur. Man spielt, kommuniziert, Kinder machen Hausaufgaben. Und mit Pandemiebeginn wurde der Tisch in vielen Haushalten nicht nur ein Arbeitsplatz für die Erwachsenen, die zu Hause mal eine Überstunde dran hängen — sondern festes Homeoffice. Ausgerechnet die Küchenhersteller fangen nun an, echte Schreibtische zu verkaufen. Sie wollen die Menschen weg vom Küchentisch locken — aber nicht unbedingt raus aus der Küche. Vielmehr integrieren sie zusätzliche Arbeitsflächen in die Küchenzeilen oder sie bieten für den offenen Wohnraum zur Küche passende Arbeitsmöbel an, sodass ein einheitlicher Look gewahrt wird. Ein paar Beispiele: Man kann die Arbeitsplatte einer Küchenzeile seitlich über die Unterschränke hinaus verlängern und schafft so eine integrierte Schreibtischplatte. Wer eine große Küche neu plant, kann auch in der Zeile selbst auf ein, zwei Unterschränke verzichten und erhält so Fußraum für einen Stuhl an der Zeile, lautet ein Tipp der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) aus über 140 Herstellern und Dienstleistern der Branche. Die Alternative: Man montiert auf einem Unterschrank einen sogenannten Auszieh- oder Auszugboden, der als Schreibtischplatte zweckentfremdet wird. Wer nicht plant, im Moment die ganze Küche zu erneuern, hat ebenfalls Optionen: An das Ende einer Küchenzeile dockt neu ein kleiner, vielleicht sogar höhenverstellbarer Küchentisch als Schreibtisch an. Oder man nimmt an anderer Stelle im Raum Hänge-Unterschränke als Tisch her. Oder eine Ecke des Zimmers lässt sich mit Hänge- und Unterschränken aus dem Küchenangebot zum Büro mit viel Stauraum in der Küchen-Trendfarbe Dunkelblau machen. Dass diese Arbeitsplatz-Varianten den gleichen Look wie die Küchenzeile haben, gibt dem Raum einen einheitlichen, aufgeräumten Look und dem Schreibtisch eine professionelle Wirkung. [dpa] Der Küchentisch ist für viele seit Pandemiebeginn auch Arbeitsplatz. Die Hersteller setzen genau da an. Hier die Möbelideen fürs neue Homeoffice. Weg vomKüchentisch, ran andieKüchenzeile Foto: AMK/dpa-tmn Eine zum Holz der Küche passende Schreibtischplatte ergänzt die Zeile um einen Homeoffice-Platz. Abfallexperten aus Überzeugung Wir haben passende Container, Abfallbehälter und mobile Toiletten. Maßgeschneidert für Ihre Ansprüche und Ihr nächstes Projekt. T 0800 376 0800 LIFESTYLE PUR Kultobjekt und Eyecatcher in der modernen Küche! Synchronika Dualboiler-System mit Rotationspumpe, Kaffeekessel und Dampf-/Heißwasserkessel aus Edelstahl, ECM Brühgruppe mit innovativer Edelstahlbrühglocke, umschaltbar von Wassertank auf Festwasseranschluss, große Kessel- und Pumpendruckmanometer im Retrolook. NIDEGGENER STR. 168–172 · DÜREN · FON 02421/95560 www.elektro-sauvageot.de B U S C H B E L L & S C H M I T Z Küchenstudio · Badmöbel Veldener Straße 11 · 52349 Düren · 02421/959640 Öffnungszeiten: Mo.–Fr. von 09.30 bis 18.00 Uhr · Sa. von 09.30 bis 14.00 Uhr • Einbauküchen nach Plan • Badmöbel nach Maß

purBauen&Wohnen 17 Auf die Frage, wie man sich Leben und Wohnen im Alter vorstellt, haben viele Menschen eine klare Antwort: „Auf keinen Fall im Heim.“ So erlebt es jedenfalls Berthold Becker, Dürens Demografiebeauftragter, häufig, wenn er mit Dürenern spricht. 44 Prozent von ihnen leben in Einpersonenhaushalten und die meisten sind über 60 Jahre alt. Nicht ins Heim? Okay! Was denn stattdessen das Ziel sei, frage Becker dann. An der Stelle werde es für viele schon schwieriger. Keiner möchte sich gerne mit demÄlterwerden auseinandersetzen, geschweige denn mit der Frage, wie man irgendwann die Treppen im Eigenheim bewältigen soll oder wie die Einkäufe zu einem nach Hause kommen sollen, wenn man nicht mehr mobil ist. Mit solch praktischen Fragen, aber auch mit sozialen, politischen und wirtschaftlichen Aspekten des Wohnens im Alter beschäftigt sich jetzt die Veranstaltungsreihe „Wunschwohnen“, die die Familien- und Erwachsenenbildung der Evangelischen Gemeinde zu Düren in Kooperation mit dem Kreis und der Stadt Düren ins Leben gerufen hat. Zielgruppe von „Wunschwohnen“ sind laut der Veranstalter Menschen, die sich in der nachfamiliären und/oder nachberuflichen Phase befinden. Seminare finden am 9. April und 13. August statt. Bei den Besichtigungen geht es zur Pflegewohngemeinschaft Haus Gey in Hürtgenwald (12.04.), zum Gut Boisdorf (20.05.) und zum Seniorenpark Carpe Diem in Düren (14.07.). Außerdem ist eine Exkursion zum neuen Clouth-Quartier in Köln geplant (19.08.). Der Abschlussvortrag findet am 29. September statt. [vm] Die Familien und Erwachsenenbildung der Evangelischen Gemeinde zu Düren bietet zum Thema Vorträge, Workshops und Besichtigungen an. Wie imAlterwohnen? Foto: imago Fürs Wohnen im Alter gibt es mehr Möglichkeiten, als häufig gedacht. Eine Anmeldung ... ist erforderlich bei der Familien und Erwachsenenbildung der Evangelischen Gemeinde zu Düren, WilhelmWester Weg 1a. Dort ist auch der Flyer zur Reihe erhältlich. Sekretariat: Montag bis Donnerstag von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr Tel.: 02421/188 170 E Mail: bildung@evangelischegemeinde dueren.de. ˽www.bildung bewegtdüren.de Reinigung mit bis zu 100° C heißemWasser (350 BAR Druck) Neuverfugung mit unkrauthemmendem Fugenmaterial Gleichzeitige Absaugung von Fugenmaterial und Schmutzwasser Fair und seriös - schriftliche Angebote und Topbewertungen Langzeitschutz dank Steinpfleger-Protect-Imprägnierung ca. 75 % günstiger als eine Neuverlegung Pflasteraufbereitung mit Langzeitschutz! Die Steinpfleger - Ederener Straße 14 - 52441 Linnich Probefläche? Kostenfrei, unverbindlich und ohne Anfahrtskosten! 02462/901 99 10 Wie wir arbeiten? Unser Video auf: www.die-steinpfleger.de Helmut Sturm Tischlermeister Veldener Straße 1 Fax ( +49 ) 2421 / 42190 D-52349 Düren Fon ( +49 ) 2421 / 41744 info@tischlerei-sturm.com www.tischlerei-sturm.com Tischlerarbeit zahlt sich aus Möbel nach Maß Kunststoff-Fenster Holz-Aluminium-Fenster Ladeneinrichtungen Raumplus-Gleittüren CNC-Fertigung Corian®-Verarbeiter Cabrillant-Trennwandanlagen Holzfenster ZEIT FÜRNEUES Hochwertige Türen direkt ab Lager Böden Türen Holz im Garten Bauen mit Holz Lieferung & Montage ... und vieles mehr! www.holz-scherf.de

purBauen&Wohnen 18 Von Jörg Abels Die Wasserburg Haus Rath bei Arnoldsweiler ist weit mehr als 400 Jahre alt, ihre Geschichte aber nicht umfassend dokumentiert. Vor allem ist unklar, wann an welchen Stellen um- und angebaut wurde. Dieser und anderen Fragen gehen die Denkmalpfleger des Landschaftsverbands Rheinland jetzt mit Drohnentechnik und einer detaillierten 3D-Animation auf den Grund. Das Verfahren wird auch den neuen Eigentümern bei der Planung der künftigen Nutzung hilfreich sein. Andrea Pufke gerät beimAnblick des alten Herrensitzes Haus Rath fast schon ins Schwärmen: „Das Gebäude erzählt uns selbst einen Teil seiner wechselvollen Geschichte“, betont die Leiterin des Amtes für Denkmalpflege im Rheinland beim Landschaftsverband Rheinland (LVR-ADR). „Man muss sie nur lesen können.“ Dabei greifen Kristin Dohmen und ihr Team der LVRADR-Bauforschung auf modernste Technik zurück. Die 1582 erstmals durch einen Verkauf urkundlich erwähnte und damit wohl noch deutlich ältere Wasserburg mit ihrer ebenfalls mit einem Wassergraben geschützten Vorburg ist seit 2019 im Besitz einer in Übach-Palenberg lebenden Familie aus Düsseldorf. Und die hat große Pläne für die in 1980er Jahren unter Denkmalschutz gestellte Anlage, ist aber auch noch nach allen Seiten offen. Bislang hat sie das rund 80.000 Quadratmeter große Areal lediglich von Schutt und Unrat befreit, die zugewucherten Gebäudeteile freigelegt und die Außenanlagen grob auf Vordermann gebracht. Für die Denkmalpfleger ein Glücksfall, betont Andrea Pufke. Zum einen haben sie so ausreichend Zeit, mehr über die bislang weitgehend undokumentierte Geschichte der seit rund 15 Jahren nicht mehr genutzten Räume zu erfahren. Zum anderen können die Experten den neuen Eigentümern bei den anstehenden Planungen auch frühzeitig aus Sicht des Denkmalschutzes und der für den UmDenkmalpfleger wollen mit Drohnentechnik und 3DAnimation Licht ins Dunkel der undokumentierten Geschichte von Haus Rath bringen. Modernste Technik löst Baurätsel Fotos: Jörg Abels Besuchen Sie unsere große Haustüren – Ausstellung Distelrather Str. 7 52351 Düren 0 24 21-9 35 20 info@nolden-gmbh.de www.nolden-gmbh.de Jetzt Zuschuss sichern Wir beraten Sie gern zu den aktuellen Fördermöglichkeiten Traumhaustüren ® AluminiumHaustüren der Extraklasse . . Zimmerei und Holzbau ❑ Meisterbetrieb ❑ Dachkonstruktionen ❑ Dachstuhlsanierung ❑ Bedachungen Auf der Heide 22 52428 Jülich-Welldorf Mobil: 0163/5677911

purBauen&Wohnen 19 Die im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Wasserburg Haus Rath wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut und modernisiert. Anhand der verwendeten Baumaterialien versuchen Dr. Kerstin Dohmen und das Team der LVR Bauforschung, die einzelnen Bauabschnitte zu rekonstruieren, um sie farblich in einer Grundrissskizze zu dokumentieren (unten). bau unerlässlichen Beantragung von Fördermitteln helfen. Ein Café im französischen Stil, Räume für Kunstausstellungen, repräsentative Büros für Wirtschaftskanzleien — an Ideen mangelt es den Eigentümern nicht. Die Umsetzung jedoch ist Zukunftsmusik und wird wohl einen Zeitraum von zehn Jahren oder mehr in Anspruch nehmen. Jetzt muss erst einmal das vor Jahren von einem umgestürzten Baukran arg ramponierte und zuletzt bei einem Sturm noch weiter abgedeckte Dach der Hauptburg repariert werden. Unterdessen ermitteln Denkmalpfleger seit November anhand der verwendeten Materialen die verschiedenen Bauphasen, erklärt Kristin Dohmen. Man will wissen, in welcher Epoche welche Gebäudeteile hinzugekommen oder verändert wurden. Jeder Epoche wird eine Farbe zugeordnet, die die Grundrissskizze Stück für Stück farbig werden lässt. „Wir gehen Raum für Raum vor, stehen aber noch ganz am Anfang“, betont die Bauforscherin. Erleichtert wird ihre Arbeit von einer 3D-Animation, die ihr Kollege Hans Meyer mit Hilfe einer speziellen Kameradrohne und einer Computersoftware aus rund 1700 Einzelbildern erstellt hat. Mit der extrem detailreichen Animation lässt sich jeder Stein, jede Mauerfuge, jeder Balken in Originalgröße betrachten — von innen wie von außen. Denn auch in den Räumen hat Meyer seine Drohne steigen lassen. So müssen die Experten nicht mehr jeden Tag vor Ort sein, sondern können sich auch in Videokonferenzen über ihre Ergebnisse austauschen. „Wir können sogar an jeder beliebigen Stelle einen Schnitt durch das Gebäude erstellen.“ Andrea Pufke spricht von einem bundesweit bislang einmaligen Verfahren, das den Denkmalpflegern und -forschern ganz neue Einblicke gewährt. Und davon profitieren auch die Eigentümer, erleichtert die Animation bei den künftigen Planungen die Arbeit der Architekten doch ganz erheblich. < Ihre Nr. 1 in der Speditions- und Baustoffbranche • Kipperfahrzeuge • Silo-Fahrzeuge • Tieflader-Transporte • Schüttgüter Königskamp 4 – 6 • 52428 Jülich • Tel.: 02461 9374-0 • Fax: 02461 9374-25 massmann-baustoffe@t-online.de • www.massmann-baustoffe.de Ihr kompetenter Partner für: • Erdarbeiten • Abbrucharbeiten • Containerdienst • Abfallentsorgung • Baustoffhandel • Recycling • Beton to go für Selbstabholer Telefon: 02421 9378 0 | info@puetz-recycling.de | www.puetz-recycling.de

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