purRegio für Düren, Jülich & Region - 02-2022

purMagazin 5 15,38 Quadratkilometer groß ist die Fläche des Hauptortes Merzenich. Er wird erstmals 1225 in einer Urkunde des Grafen Otto von Neuenahr erwähnt. 134 Meter über Normalnull liegt der Hauptort. 1158 ist das Jahr, in dem Morschenich „Morsaz“ hieß; um 1300 lautete der Name „Moersassin“, 1360 „Moyrschets“, in der Hälfte des 15. Jahrhunderts „Morschennen“ und ab 1546 „Moerschoven“. Die jetzige Ortsbezeichnung wird erst ab 1775 gebraucht. 70 Prozent der Alt-Morschenicher dürften inzwischen nach Morschenich-neu umgezogen sein – ungefähr. Die aktuelle Einwohnerzahl beträgt 345, wobei das nicht alles Alt-Morschenicher sind. Davon Männer: 169 und Frauen: 176 133 Kilometer Wirtschaftswege gibt es imGemeindegebiet und 55 Kilometer Gemeindestraßen. Diese sind gerade einer Analyse unterzogen worden, um zu ermitteln, wo der dringendste Sanierungsbedarf besteht. 112 Jahre alt ist die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Merzenich in diesem Jahr. 129 Einsätze hat die Wehr im vergangenen Jahr auf ihrer Website dokumentiert. 1300 ist das Jahr, in dem einWahrzeichen des Ortes, die alte katholische Pfarrkirche erstmals erwähnt wird. Sie ist der älteste noch erhaltene öffentliche Bau des Orts. Der in der Hochgotik entstandene Kirchturm und Reste des spätgotischen Langhauses stehen unter Denkmalschutz. Am 6. November 1921 hatte die Kirche bei einem Orkan ihren barocken Turmhelm verloren. Heute wird die Ruine für Kulturveranstaltungen und Trauungen genutzt. 1608 wurde Merzenichs zweites Wahrzeichen, der alte, restaurierte Wasserturm erbaut. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war er eine Windmühle. Er ist das höchste Gebäude in Merzenich und ist in der Dürener Börde von weitem zu sehen. Im Jahr 1910 erwarb die Gemeinde Merzenich die Ruine des Mühlenturms von den Eheleuten Gerhard und Sofia Hamacher. In der Folgezeit wurde der Turm im Zuge des Ausbaus des Wasserleitungsnetzes mit einem Hochbehälter versehen und 1912 zumWasserturm umgebaut. 35 Denkmäler gibt es aktuell im Gemeindegebiet. 16 Jahre lang – nämlich von 1939 bis 1955 – wurde in Morschenich in einer Großversuchsanlage Braunkohle im Untertagebau gewonnen. Die Förderung wurde schließlich eingestellt, da kein rentierliches Abbauverfahren im Untertagebau gefunden wurde. 1668 ist das Baujahr des Heimatmuseums, das kulturelles Zentrum ist. Das Kernhaus des Museums, ein alter Bauernhof, wurde um 1686 gebaut. Im Jahr 1983 verstarb die letzte Besitzerin, Elisabeth Engelen, die bis zuletzt auf dem Hof wohnte. Im Januar 1984 nahmen Mitglieder des Geschichts- und Heimatvereins Merzenich Kontakte zu der Erbengemeinschaft Engelen, der Gemeindeverwaltung, dem Gemeinderat in Merzenich und dem Landschaftsverband Rheinland auf, um die Hofanlage in die Denkmalliste aufnehmen zu lassen. Dies geschah am 16. Februar 1984. 7100 Jahre alt ist der tiefste aus der Jungsteinzeit stammende Trinkwasserbrunnen Europas. Archäologen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland haben ihn bei Morschenich-alt entdeckt. Der Kastenbrunnen aus Eichenbohlen reichte über 15 Meter tief in den Boden. Er ist einer von drei erhaltenen steinzeitlichen Brunnen im Rheinland und wurde im Vorfeld des Braunkohlentagebaus Hambach ausgegraben. Das unterste Stück wurde als Block geborgen. Der Brunnen war als Geländemulde im Boden aufgefallen. Das Holz der oberen Schichten war zerfallen. Erst in über 13 Metern Tiefe stieß das Grabungsteam auf gut erhaltene Holzreste: In der Grundwasser führenden Kies- und Sandschicht hatten sich die pechschwarzen Eichenbohlen unter Sauerstoffabschluss gehalten. < Zusammengestellt von Verena Müller Der Tagebau Hambach ist schon nahe an das Dorf herangerückt (li.). Der Geschichte des Ortes Merzenich widmet sich das Heimatmuseum, das in einem alten Fachwerkhof untergebracht ist (oben). Das Merzenicher Rathaus befindet sich im Valdersweg (re.).

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