purRegio für Düren, Jülich & Region - 02-2022

purKultur 20 Janou Müller-Beuermann In meiner Kunst steckt immer ganz viel Anica“, sagt Anica Hauswald über ihre Werke. Derzeit stecken darin ganz viel Emotion, Energie, Bewegung und Schnelligkeit. Ihre Arbeiten zeugen von einer großen körperlichen Auseinandersetzung mit Farbe und Leinwand. Anica Hauswald malt nicht nur leidenschaftlich, sondern spricht auch leidenschaftlich über ihre Kunst. Mit dieser hat sie 2020 mitten in der Pandemie einen ganz neuen Weg eingeschlagen. Jetzt stellt die freischaffende Künstlerin aus Düsseldorf mit Dürener Wurzeln, die von 2006 bis 2014 an der Kunstakademie in Düsseldorf studierte und Meisterschülerin von Herbert Brandl war, ihre Werke in der Kunstakademie Heimbach aus. Mit dabei sind sowohl ihre Kunstfellbilder als auch ihre freien Arbeiten. 2021 hatte sie den Kunstpreis des Kreises Düren erhalten. Die Kunstfellbilder sind eine mutige und eigenwillige Kombination aus handgeknüpfter Textilkunst und Farbfeldmalerei in Lasurtechnik, sehr konzeptionell, reduziert auf einfache geometrische Formen, denen ein nach außen nicht sichtbarer mühsamer Planungs- und Schaffensprozess zugrunde liegt. Die anderen Arbeiten sind freie gestische Werke voller dekonstruierter Naturformen, Farben und Kontraste, die innerhalb eines halben oder ganzen Tages entstehen, während sich Anica Hauswald dazu bewusst mit Musik in Stimmung bringt. Mit Einsetzen der Pandemie konnte Anica Hauswald den zähen Schaffensprozess in ihrer Kunst nicht mehr ertragen, erklärt sie die Zäsur in ihremWerk. „Je nach Anzahl der Farbschichten konnte bis zur Fertigstellung eines Bildes schonmal ein ganzes Jahr ins Land ziehen. „Und dann herrschte plötzlich schon imAußen so viel Negativität, Langsamkeit und Frust. Das wollte ich nicht auch noch im Atelier haben“, erklärt sie. Fast sei sie sogar so weit gewesen, ihre alten Arbeiten zu zerstören, so viel Verachtung habe sie ihnen an einem Punkt entgegengebracht — und so viel Glück empfunden für ihre neue Kunst: „Nach fünf Jahren einfach so rummatschen zu können, alles dreckig zu machen und wieder Malerei zu spüren, die ganze Bewegung, meine körperliche Auseinandersetzung, das war wie ein absoluter Befreiungsschlag“, sagt sie. Dass es zu der Verbrennungsaktion nicht kam — auch das ist Glück. Nicht zuletzt, weil die Künstlerin inzwischen die eigene Wiederannäherung an die Kunstfellarbeiten zulässt. Ihr Schaffen nun im Kreis Düren zeigen zu können, findet die 36-Jährige, die Künstler wie Per Kirkeby oder Mary Weatherford als Inspirationsquelle nennt, „absolut cool, weil ich da groß geworden bin“. Es sei nochmal eine „andere Hausnummer“, zu den eigenen Wurzeln zurückzukehren. Überhaupt habe sie hier eine Wertschätzung erfahren, die sie sonst nicht kennt, „weil es in der Großstadt einfach distanzierter zugeht.“ Schon die feierliche Preisverleihung habe sie bewegt: „Es gab ein riesiges Screenboard, auf dem plakativ Anica Hauswald stand. Ich fand das einerseits angenehm, so viel Wertschätzung entgegengebracht zu bekommen. Andererseits empfand ich es als fast schon skurril, weil ich dasaß und im Stillen dachte: ‚Ich bin doch nur Anica!“. < 08.05.-06.06. Anica Hauswald Internationale Kunstakademie Heimbach Hengebachstraße 48, 52396 Heimbach ˽www.kunstakademie heimbach.de ˽www.anica hauswald.de Die Künstlerin Anica Hauswald gibt wenige Monate nach der Verleihung des Kunstpreises des Kreises Düren in Heimbach Einblicke in ihr Schaffen. ZwischenDynamik und Statik Fotos: Grzegorz Bieniek Darunter sind freie gestische Werke (wie das im Foto links) als auch Kunstfellbilder (rechts). Anica Hauswald zeigt ihre Kunst in Heimbach.

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