purRegio für Düren, Jülich & Region - 02-2022

Von SarahMaria Berners Visionen müssen so groß sein, dass sie einem ein bisschen Angst machen“, sagt Ilias Gahlings. Seine Vision ist eine „autarke Erlebnisgastronomie“ im Eifelstädtchen Heimbach. Dort ist der Unternehmer aufgewachsen, im griechischen Restaurant seiner Eltern am Bahnhof mit der Gastronomie groß geworden. Zwischen Hengebachstraße und der Kirche St. Clemens macht er ein paar hundert Meter von seinen traditionellen gastronomischen Wurzeln entfernt nun sein eigenes Ding, will mit Ende 30 neue und unkonventionelle Wege einschlagen. Sein Bistro trägt den Namen Heimisch — das ist auf Eifeler Platt der Name Heimbachs und ein Wortspiel als Liebeserklärung an die Heimat. Den Grundstein für das Heimisch hat Ilias Gahlings mit Kaffee gelegt — und einer eigenen kleinen Rösterei. Von einem fünfjährigen Aufenthalt in den USA hat der studierte Medienwirt nicht nur weitere Gastronomieerfahrung, sondern auch die Liebe zur Kaffeebohne und deren Röstung mit in die alte Heimat gebracht. Im Mai 2021 machte er sich trotz Pandemie selbstständig — und ist unterm Stricht zufrieden mit dem Auftakt. Trotz Hochwasser und Corona. Seitdem werden an der Hengebachstraße in der Nationalparkstadt die Sorten Heimbach und Eifel Blend aus Kaffeebohnen aus Indien, Brasilien und Honduras geröstet, abgefüllt und im Café serviert. Ilias Gahlings versteht seinen Betrieb als „Treffpunkt mit Verantwortung für die Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und das Miteinander der Generationen“. Workshops, Kooperationen mit den jungen Alten und der Biostation, eine Benefizaktion für die Jugendfeuerwehr und Spendenaktionen für Flutopfer füllen diese Theorie mit Leben. Der Jungunternehmer will bei seinen Gästen mit Regionalität punkten, kauft Fleisch beim Metzger in Düttling, Eier in Hergarten und setzt bei Käse und Brot auf kurze Wege. Den regionalen Einkauf will er noch weiter ausbauen, er kooperiert mit der Abtei Mariawald und sucht nach anderen Partnern aus der Region. Neben dem Bistro, in dem es unter anderem vegane Bowls gibt, und der Kaffee-Röstung will er einen kleinen Laden mit regionalen Produkten aufbauen, in dem Einheimische und Touristen einkaufen können. Doch dies soll laut Gahlings nur der Anfang sein — und damit kommen wir zurück zur „autarken Erlebnisgastronomie“. Ilias Gahlings Vision ist es, mit seinem Betrieb autark zu arbeiten, er strebt den „Wandel vom regionalen Einkäufer zum Selbstversorger“ an und sieht im Bereich „Über Rur“ — auf der anderen Seite des Flusses — Potenzial für diese Pläne. Dort hat er bereits eine Wiese gepachtet, für Obst- und Gemüseanbau und Workshops an der frischen Luft. Angefangen hat er mit einem kleinen Kräutergarten und erstem Gemüse aus eigenem Anbau am Rande der Terrasse gegenüber von St. Clemens. Die Pläne gehen aber so weit, dass das Hühnerfleisch für die Gastronomie aus eigener Haltung kommen soll, die Energie von eigenen Solarpanelen, Tee von heimischen Kräutern könnte den Kaffee verdrängen, eigene Brände und Marmeladen kämen auf den Tisch. Zum Erlebnis würde die Gastronomie, indem sie in einem gläsernen Objekt mit großen Gesellschaftstischen Ausblicke auf Hühner, Gemüsund Obstanbau sowie in die Küche ermöglicht. < ˽www.heimisch heimbach.de purGastro 12 Ilias Gahlings ist in einem griechischen Restaurant groß geworden. In seinem Heimisch in Heimbach geht er jetzt ganz andere Wege. Kaffeeröstung und autarkeGastronomie Ilias Gahlings hat sich in Heimbach mit einem Bistro samt kleiner Kaffeerösterei selbsständig gemacht. Foto: Sarah Maria Berners

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