SWD powervolleys

3 Die SWD powervolleys wären für den Europapokal qualifi- ziert gewesen, haben aber ver- zichtet. Warum? Hein: Der Challenge Cup ist der kleinste der europäischen Wettbewerbe. Er kostet aber genau so viel Geld wie der CEV-Cup. Wir haben zehnmal europäisch gespielt, tun das auch gerne. Aber wir müssen jedes Mal einen Sonderetat auflegen. Das bedeutet für alle eine extra Kraftanstrengung. Das kann man den Sponsoren vielleicht nicht jedes Jahr zu- muten. Ohne Sonderbudget geht man in den Wettbewerb und hat als Verantwortlicher Angst davor, lange dabei zu bleiben, weil es dann umso teurer wird. Das ist nicht Sinn der Sache. Außerdembräuchte man einen größeren Kader. Wir haben das in der vergan- genen Saison gesehen. Die Verletzungen resultierten aus dem Europapokal und haben uns in der Liga geschadet. Da stoßenwir an unsere Grenzen. Es ist elf Jahre her, dass Sie einen Sparkurs ausgerufen ha- ben, um Schulden abzubauen, die damals in der Champions League entstanden waren.Wie ist die wirtschaftliche Situa- tion heute? Peterhoff: Die zwei Spielzeiten in der Champions League da- mals haben so reingehauen, dass wir mit dem Rücken zur Wand gestanden haben. Wir haben uns entschieden, nicht den Weg einer Insolvenz zu gehen und uns zu Lasten von Spielern, Sponsoren und der Allgemeinheit zu entschul- den. Andere haben das ge- macht, wir haben einen Weg aus eigener Kraft gewählt. Das dauert dann, ist aber aus unse- rer Sicht der sauberere. Hein: Seit elf Jahren haben wir bis auf kleine Ausnahmen keine Verluste gemacht, son- dern kleine Gewinne, mit denen wir unseren Berg Stück für Stück verkleinern konnten. Wir habendie Lage immer sehr offen gegenüber unseren Sponsoren kommuniziert. So ist ein besonderes Vertrauens- verhältnis zu den Unterstüt- zern entstanden, die zu uns ge- standen haben und zu uns ste- hen. Da ist ein starkes Netz- werk, das überwiegend aus Unternehmen aus der Region besteht. Wir wissen, wie ver- lässlich unsere Sponsoren sind. Sie sehen, wie solide wir arbeiten und es regelmäßig schaffen, ein Team aufzustel- len, dass das sportliche Aus- hängeschild der Region ist. Auch der persönliche Kontakt innerhalb des Netzwerks ist en- ger geworden, obwohl es ge- wachsen ist. Peterhoff: Einige unserer Sponsoren haben Zahlungen in den vergangenen Jahren vorgezogen, damit wir Ver- bindlichkeiten termingerecht bedienen konnten. Wir haben uns so entwickelt, dass wir diese Vorauszahlungen immer weiter nach hinten schieben konnten und heute nicht mehr vorziehen müssen. Die Herausforderung war, zu spa- ren und trotzdem eine Mann- schaft zu stellen, die das Publi- kum begeistert und erfolg- reich ist. Das gelingt uns. Das schätzen unsere Unterstützer. Wie ist der Stand heute? Peterhoff: Wir sind jetzt nahe an die Nulllinie gekommen. Jetzt geht es darum, das Stammkapital der Gesell- schaft wieder aufzubauen. Wir werden aber auch danach nicht von unserer jetzigen Art zu Wirtschaften abweichen. Hein: Das bedeutet, dass wir dafür sorgen wollen, dass unser Budget weiter wächst. Das war in den vergangenen Jahren im kleinen Rahmen auch schon der Fall. Einen Teil des Überschusses geben wir in das Budget, mit dem anderen verkleinern wir den Berg. Peterhoff: Zudem wollen wir auch in anderen Bereichen wachsen. Das sieht man an der neu geschaffenen Stelle für Jaromir Zachrich, den wir in der Jugendarbeit und der Sponsorenbetreuung einset- zen. Solche hauptamtlichen Stellen werden ja von der Liga gefordert. Im nächsten Frühjahr reden Sie von einer erfolgreichen Saison, wenn Folgendes pas- siert ist: Peterhoff: Nicht sportlich for- muliert: Wenn es uns gelingt, unseren 150 Unterstützern und Partnern zu zeigen, dass mit ihrem Geld weiter solide gearbeitet worden ist. Sport- lich ist es unser Ziel, ein Team aufzubauen, dass das Halbfi- nale schaffen kann. Das ha- ben wir unserer Meinung nach geschafft. Dieses Ziel ha- ben aber mehr Mannschaften als es Plätze im Halbfinale gibt. Das wird spannend. Hein: Hinter den großen Zwei Berlin und Friedrichshafen gibt es die Halbfinalisten aus der vergangenen Saison, Frankfurt und die Alpenvol- leys. Die haben noch mal draufgesattelt. Uns da zu be- haupten ist eine Herausforde- rung, die wir aber angehen wollen. Auch, wenn die Hürde sicher hoch ist. Was ist der nächste Schritt für die SWD powervolleys? Hein: Wir denken nicht in gro- ßen Schritten, wir konzentrie- ren uns auf die kleinen. Wir wollen unser Publikum vor al- lem bei den Heimspielen wei- ter begeistern. Wir wollen das Teamhinter demTeambreiter aufstellen und die Mann- schaft in einer immer stärker werdenden Liga so aufstellen, dass es fest in der oberen Ta- bellenhälfte etabliert bleibt. Und wir wollen interessanter für Sponsoren werden. Des- halb haben wir die digitale Bandenwerbung erweitert. Sie umgibt das Spielfeld jetzt an drei Seiten, nicht nur an einer. Sie sehen Düren auf Kurs: Ge- schäftsführer Rüdiger Hein undGesellschafter Erich Peter- hoff. Foto: Jansen

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