SWD powervolleys

2 Von Guido Jansen Düren. Der Saisonstart ist den SWD powervolleys Düren mit einem 3:2 auswärts beim Meister Berlin gelungen. Im Interview mit Guido Jansen sprechen Geschäftsführer Rü- diger Hein und Gesellschafter Erich Peterhoff über die aktu- elle Situation des Dürener Vol- leyballs. Nach dem knappen Aus im Entscheidungsspiel imViertel- finale gegen die Alpenvolleys war die Enttäuschung im Früh- jahr zunächst mal groß. Halb- finale war das Ziel.Wie blicken Sie auf die alte Saison zurück? Peterhoff: Natürlich behält man zuerst immer die letzten Eindrücke. Aber es wäre sehr unfair der letztjährigenMann- schaft gegenüber, von einer verkorksten Saison zu spre- chen. Wir haben super Heim- spiele abgeliefert, sind im Europapokal zwei Runden weitergekommen und sind gegen einen starken Gegner ausgeschieden. Das war das Duell Vierter gegen Fünfter im Viertelfinale, die Alpenvolleys haben einen größeren Etat und bestehen aus starken internationalen Spielern. Bei uns waren aufgrund von Ver- letzungsproblemen nicht alle Spieler topfit. Dann verliert man ein Duell auf Augenhöhe halt mal. Viele Fans wünschen sich, dass man Spieler längerfristig an Düren binden kann. Jetzt gibt es trotzdem wieder einen gro- ßen Umbruch, sieben von zwölf Spielern sind neu, dazu kommen zwei Rückkehrer.Wie erklärt sich das? Hein: Größere Umbrüche ha- ben wir ja schon häufiger ge- habt. Das liegt auch daran, dass Verträge über ein Jahr im Volleyball Normalität sind. Das wollen nicht nur Vereine so, sondern auch die Spieler. Wenn sie sich stark präsentie- ren, wollen sie die Chance ha- ben, zu größeren Teams zu wechseln. Das war auch in diesem Jahr wieder so. Auf der anderen Seite macht man als Verein keinen Dreijahresver- trag mit einem Spieler, den man nicht genau kennt. Peterhoff: Man sieht aber auch am Beispiel Julius Firkal, dass längerfristige Verträge nicht zwangsweise bedeuten, dass Spieler bleiben. Wir hat- ten weiter mit ihm geplant. Er hatte ein lukratives Angebot aus der Türkei. Gegen eine Ab- löse haben wir ihn dann ge- hen lassen. Mit Kapitän Jaromir Zachrich, Abwehrchef Blair Bann und Angreifer Marvin Prolingheuer sind drei Spieler nicht mehr da, die das Dürener Spiel lange ge- prägt haben. Wer sind die Eck- pfeiler des neuen Teams? Peterhoff: Jaromir ist ja nicht weg, er hat jetzt eine andere Funktion, er arbeitet in unse- rem Jugendprojekt und soll in die Sponsorenbetreuung mit eingebunden werden. Er bleibt also ein Gesicht des Klubs, seine zwischen- menschliche Kompetenz bleibt uns erhalten. Das ist wichtig für uns. Bei Blair Bann muss man zurückblicken und sagen, dass es großartig war, dass wir einen solchen Mann fünf Jahre in Düren hatten. Als er bester Libero der Welt- liga 2017 wurde, war eigent- lich klar, dass er interessant für größere Teams werden würde. Als er damals zu uns kam, war er ein unbekannter Spieler. Und wir trauen sei- nem Nachfolger Jordan Or eine ähnliche Entwicklung zu. Marvin ist im besten Vol- leyballer-Alter. Er wollte die Chance nutzen, in Italien zu spielen, einem Land, in dem Volleyball eine große Num- mer ist. Das kann man ihm nicht verdenken. Vielleicht sieht man sich ja wieder. Hein: Natürlich sind diese Spieler sportlich undmensch- lich ein Verlust. Aber wir soll- ten einfach mal die Saison ab- warten und sehen, wie die neue Mannschaft wächst. Peterhoff: Wir können aber auch sagen, dass wir mit Tim Broshog und Michael Andrei zwei namhafte deutsche Top- Spieler weiter längerfristig an uns binden konnten. Mit den beiden und den Rückkehrern Tomáš Kocian und Sebastian Gevert haben wir starke Eck- pfeiler gesetzt. Die Vier wollen Verantwortung übernehmen. Wie ist die Rückkehr von Ko- cian und Gevert zustande ge- kommen? Peterhoff: Das hat einfach ge- passt. Beide haben hier einen familiärenHintergrund, beide wollten nach Hause zurück. Beide wollen weiter auf ho- hem Niveau spielen. Sie sind gereifte Spieler und Persön- lichkeiten. Aus unserer Sicht kann man nur sagen, dass beide schon früher beim Pu- blikum sehr beliebt waren und zu den Leistungsträgern gehörten. Tomáš hat drei Jahre lang in Friedrichshafen gespielt, Sebastian ist in Tsche- chien und Belgien Meister ge- worden. Beide haben sichwei- terentwickelt. Das ist ein Ge- winn für beide Seiten. Wer sind die anderen Schlüs- selspieler? Peterhoff: Spieler rauszupicken ist schwer. Aber aufgrund ihrer Erfahrung sicher Romans Sauss (Lettland) und Neuzu- gang Florian Lacassie (Frank- reich). Romans hat in seinen zwei Jahrenhier gezeigt, dass er einer der besten Außenangrei- fer der Liga ist. Wenn er verlet- zungsfrei bleibt, dann ist er eine echte Stütze. Im Moment macht er einen top Eindruck. Florian war sieben Jahre Stammspieler in der starken französischen Liga. Die beiden werden den jungen Spielern weiterhelfen. Volleyball an der Rur funktioniert nicht nur mit sportlichem Erfolg. Eine breite Basis an Unterstützern ist der Grund, warum die SWD powervolleys Düren seit Jahren zu den durch und durch gesunden Klubs der Bundesliga zählen. Dürenbaut auf ein starkesNetzwerk Eines der großen Ziele für die neue Saison: Eine volle Arena Kreis Düren. Foto: Jansen

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