Ausgabe 02 / Januar 2025 9 Wohngeld 2025 Wohngeld auch bei „guten“ Renten Auch wer eine überdurchschnittliche Rente von beispielsweise 2.000 Euro brutto bezieht, kann häufig Wohngeld erhalten. In diesen Fällen kommt erst durch den Freibetrag ein Anspruch auf die Leistung zustande. Beispiel 2: Anspruch auf Wohngeld nur aufgrund des Rentenfreibetrags Alleinstehende Rentnerin in Köln (Mietenstufe VI): Bruttorente 2.000 Euro, davon Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Steuerzahlerin, Kaltmiete 600 Euro monatlich. Es besteht ohne Rentenfreibetrag kein Wohngeldanspruch. Die Betreffende kann jedoch wie viele Rentner mehr als 33 Jahre sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung nachweisen. Damit erfüllt sie den Anspruch auf den Rentenfreibetrag und kann 2025 monatlich 162 Euro Wohngeld erhalten, jährlich sind das 1.944 Euro. Rechenweg zur Ermittlung des anrechenbaren Einkommens: Monatliche Bruttorente 2.000,00 Euro Abzug: Werbungskostenfreibetrag Rentner - 8,50 Euro 1.991,50 Euro Abzug 20 Prozent - 398,30 Euro (Krankenversicherungsbeiträge und Steuer) 1.593,20 Euro Abzug Rentenfreibetrag - 281,50 Euro Anrechenbares Einkommen 1.311,70 Euro Beispiel 3: Rentenfreibetrag sichert auch in Orten mit niedrigerem Mietniveau Wohngeldanspruch Alleinstehende Rentnerin in Dresden (Mietenstufe III), Bruttorente 2.000 Euro, davon Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Steuerzahlerin, Kaltmiete 600 Euro monatlich. Es besteht ohne Rentenfreibetrag kein Wohngeldanspruch. Die Betreffende kann jedoch mehr als 33 Jahre sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung nachweisen. Damit erfüllt sie den Anspruch auf den Rentenfreibetrag und kann 2025 monatlich 109 Euro Wohngeld erhalten. Was versteht man genau unter dem Rentenfreibetrag und wieso hört man so wenig davon? Der Freibetrag wurde zusammen mit der so genannten Grundrente eingeführt. Erinnern Sie sich: Das ist der Zuschlag zur Rente, der langjährig Rentenversicherten mit geringem Rentenanspruch vielfach zusteht. Nach den letzten vorliegenden Daten erhielten 1,27 Millionen Rentner 2023 diesen Zuschlag. Im Schnitt bekamen sie dadurch 92 Euro mehr Rente. In der Diskussion über diesen Zuschlag ist die Freibetragsregelung untergangen, die im Grundrentengesetz ebenfalls enthalten war. Diese sorgt dafür, dass langjährig Rentenversicherten mehr Wohngeld und mehr Grundsicherung im Alter zusteht – durch eine Freibetragsregelung. Und diese Regelung bringt Rentnern weit mehr als der Grundrente genannte Zuschlag zur Rente. Der Rentenfreibetrag im Wohngeldgesetz Geregelt ist der Freibetrag in § 17a des Wohngeldgesetzes. Dieser trägt die Überschrift „Freibetrag für zu berücksichtigende Haushaltsmitglieder mit Grundrentenzeiten oder entsprechenden Zeiten aus anderweitigen Alterssicherungssystemen“. Der Freibetrag gilt danach für „jedes zu berücksichtigende Haushaltsmitglied, das mindestens 33 Jahre an Grundrentenzeiten … erreicht hat“.
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