Medienstunde - Ausgabe A1

3 Mittwoch, 15. Juni 2022 AACHENAnnkatrinReisingwollte eigentlich Grundschullehrerin werden. Eine nicht bestandene Prüfung imStudiumzwang sie zumUmdenken. Jetzt steht sie nach zweieinhalbjähriger Ausbildung bei den Stawag, den Stadtwerke Aachen, kurz vor der Abschlussprüfung zur Industriekauffrau. ImInterviewmitRauke Xenia Bornefelderklärt sie, warum sie ihre kreative Ader deshalb nicht aufgeben musste. Wie kamen Sie auf die Idee, Industriekauffrau werden zu wollen? Annkatrin Reising: Nach dem Abi habe ich erst ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Grundschule gemacht und anschließend mit dem Grundschullehramtsstudium begonnen, weil mir die Arbeitmit Kindern sehr gut gefallen hat. Leider konnte ich das Studium nicht beenden, weil ich eine entscheidende Klausur nicht bestanden habe. Ichmusstemir einen PlanB suchen. Ist die Ausbildung also eher eine Sackgasse für Ihre Entwicklung? Reising: Ganz und gar nicht. Organisieren macht mir Spaß und ich übernehme gern Verantwortung. Deshalb bin ich schon lange beim Haaler Jungenspiel aktiv, zurzeit alsVorstandsvorsitzende. Das finde ich aber auch in meinem Job wieder. Bereits jetzt bin ich in der Abteilung eingesetzt, in der ich nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss zunächst weiterarbeiten kann: im Marketing für Privat- undGeschäftskunden der Stawag. Dort finde ich dasmeiste von dem, wasmich auch an der Arbeit in der Grundschule interessiert hat: kreativ sein, arbeiten im Team und viel Abwechslung. Sicher – wenn man im Finanz- und Rechnungswesen sitzt, sind andere Qualitäten gefragt. Aber das ist der Vorteil meines Ausbildungsbetriebs. Es gibt so viele unterschiedliche Bereiche, dass jeder und jede seinen persönlichen Schwerpunkt entdecken kann. Sie sind jetzt bei der Stawag, ihr Ausbildungsbetrieb ist die E.V.A. Wie erklärt sich das? Reising: Die E.V.A. übernimmt als geschäftsleitende Holding die Ausbildung für die verschiedenen Gesellschaften wie Stawag oder Aseag. Der Vorteil ist, dass wir Azubis nicht nur viele Abteilungen kennenlernen, sondern auch verschiedene Unternehmen. Welche Abteilungen haben Sie kennengelernt? Reising: Es gibt Abteilungen, wie die Buchhaltung, der Vertrieb, die Beschaffung und der Personalbereich, in denen die Azubis drei bis vierMonate bleiben. Dann bleibt noch eine Restzeit. In der hat man die Möglichkeit, Einblick in weitere Bereiche innerhalb der Konzerngesellschaften zu bekommen, die für die Ausbildung sinnvoll sind. Da habe ich mir das Marketing ausgesucht. Was war das bisher Spannendste in hrer Ausbildung? Reising: In einem spontanen Anfall von Mut bin ich beim Besuch eines Windparks auf ein Windrad hochgefahren und die letzten Meter geklettert, bis ich ganz oben stand. Das bleibt mir sicher ewig in Erinnerung. Wir durften aber auch bei Bewerbungsgesprächen dabei sein und konnten so die andere Seite kennenlernen. Außerdem finde ich es immer wieder faszinierend, wie unsere Ausbilderin es schafft, uns Azubis in kurzer Zeit zu einer harmonischen Truppe zu formen. Wie hat sich Corona auf Ihre Ausbildung ausgewirkt? Reising: Zu Beginn durften wir zum Glück noch viel ins Unternehmen kommen und haben deshalb vor Ort alles kennenlernen können. Später konnte, wermochte, tageweise auch ns Homeoffice wechseln. Ich habe dieseMöglichkeit genutzt undmuss agen, dass fürmichOnline-Besprechungen über Teams wirklich sehr effektiv waren. Gemeinsam konnen wir alle Dokumente einsehen und daran arbeiten. Meine Fragen konnten dabei direkt am Beispiel erklärt werden. Die legendäre Karnevalsparty der Stawag habe ich alerdings leider noch nicht kennenelernt (lacht). War es für Sie schwierig, sich im ewerbungsverfahren durchzuseten? eising: Dem Bewerbungsverfahen habe ich offen gegenüber getanden. Aber große Hoffnungen abe ichmir damals nicht gemacht, enn ich hatte schließlich ein Stuium abbrechen müssen und habe uch kein sehr gutes Abitur hingeegt. Aber das Gute ist: Entscheidend nd nicht die Schulnoten, sondern er Mensch, der dahinter steht. Ich abemich gegen gar nicht so wenie Bewerber durchgesetzt. ald ist Ihre Ausbildung abgechlossen – wo sehen Sie Ihre Zuunft? eising: Erst einmal konzentriere chmich jetzt auf die Abschlussprüung und den Einstieg in die Abteiung. Einige Azubis arbeiten bereits mBetriebswirt, aber das wollte ich icht. Die E.V.A. bietet einem aber trotzdem viele Fortbildungsmöglichkeiten an, vor und nach der Ausbildung. Ich habe zum Beispiel bereits ein Seminar besucht zum Thema Auftreten, Präsentieren, Stimme. Das hilft mir jetzt schon. Meine nächste Zukunft finde ich bei der Stawag. =ur Stawag statt an die Uni Manchmal erweist sich Plan B als der Richtige. Davon kann Annkatrin Reising aus eigener Erfahrung berichten. Sie macht bei der Stadtwerke-Holding eine Ausbildung. l g B z R r s h d d a l si d h g B s k R i f l a n I i s t Annkatrin Reising macht ihre Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Stawag. Dort hat sie die Möglichkeit in viele verschiedene Bereiche hinein zu schnuppern. Auch der Besuch eines Windparks gehört dazu. FOTOS: PRIVAT/STAWAG

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