Medienstunde - Ausgabe A1

14 Mittwoch, 15. Juni 2022 Vom Krieg nicht unberührt VON RAUKE XENIA BORNEFELD AACHENDie Zukunft der aktuell 14bis 29-Jährigen – so definieren Jugendforscher häufig „die Jugend“ – ist unsicher wie selten zuvor: Die Corona-Pandemie hat alle Generationen, aber vor allem Kinder und Jugendliche massiv in ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine gibt es mitten in Europa Krieg – so nah dran an der EU, wie schon lange nichtmehr. Über alldembedroht die Klimakrise den Planeten Erde. Die Jugend reagiert darauf vor allem mit psychischer Anspannung, wie die Trendstudie „Jugend in Deutschland“ von Simon Schnetzer und Klaus Hurrelmann in der Ausgabe Sommer 2022 feststellt. Zwar bewerten diemeistenBefragten der repräsentativen Studie ihre persönliche Zukunft positiv und glauben, dass sie ihr eigenes Leben trotz aller Belastungen in denGriff bekommen werden. Unter der Oberfläche entdeckten die Forscher aber ein „beträchtliches Ausmaß anVerunsicherung“. Fast die Hälfte leidet unter Stress, je ein Drittel unter Antriebslosigkeit und Erschöpfung. Dabei ängstigt aktuell vor allem die Sorge vor einem Krieg die junge Generation. „Kriegsangst hat die bisher dominierende Angst vor dem Klimawandel verdrängt. Auch die nach wie vor sehr hohen Belastungen durch die Corona-Pandemie wurden in denHintergrund geschoben“, resümieren die Forscher. Das Internetportal „SchulpsychologieNRW“ greift bewusst die Angst vor Krieg in einemaktuellenBeitrag (schulpsychologie.nrw.de/themen/ krieg) auf. Statt Kinder und Jugendliche inWatte zu packen, seien „die drei Z“ hilfreich: Zeit, Zuwendung, Zutrauen von Eltern, Lehrkräften und Freunden. Ein sachlicher Umgangmit altersgerechtenNachrichtenformaten – für Grundschülerinnen und -schüler zum Beispiel die logo-Kindernachrichten oder Karlo Clever – hilft Kindern bei der Einordnung der Ereignisse. „Jugendliche benötigen in diesem Kontext unbedingt adäquate Sachinformationen undMöglichkeiten sowie Räume zu kritischen politischenDiskussionen“, lautet der Appell für Ältere. Regelmäßige Auszeiten von der Nachrichtenflut und ausdrückliches Genießen von Sport, Kino, Kultur und Freundschaften bringen einen guten seelischenAusgleich.Was auch hilft gegen dieHilflosigkeit: aktiv werden – Soliprojekte organisieren, politisch engagieren. „Wenn ich merke, dass ich Dinge verändern kann, komme ich raus aus der Hilflos-Spirale“ berichtet Lara Braun, die sich in ihrer Schule und in der Bezirksschülerinnen- und Bezirksschülervertretung der Städteregion Aachen engagiert (siehe Seite 10). Nicht nur die Corona-Pandemie, sondern auch die Situation in der Urkaine bedeutet für Kinder und Jugendliche eine große Belastung. Wie sieht der richtige Umgang mit Ängsten aus? Kinder und Jugendliche in Deutschland fürchten sich vor einem Krieg wie in der Ukraine und Szenen wie diesen: Nach Angriffen im ukrainischen Irpin fährt ein Mädchen auf einem Roller imHof eines beschossenen Gebäudes. FOTO: DPA Mit Wind mehr bewegen wirfuerdasklima.de Jetzt Ökostrom bestellen!

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