Medienstunde - Ausgabe A1

12 Mittwoch, 15. Juni 2022 Ein=wischenstopp im Ausland VON RAUKE XENIA BORNEFELD AACHENAbitur oder Ausbildung abgeschlossen – und dann erstmal was anderes machen. Nicht sofort ins Studium stürzen oder eine Arbeitsstelle antreten. Am liebsten sollte es ins Ausland gehen! Von so etwas träumen viele Jugendliche und junge Erwachsene. Nach zwei Pandemiejahren, in denen längere Auslandsaufenthalte schwierig waren, hat sich die Lage in den allermeisten Ländernwieder stabilisiert. Der Wunsch nach Abenteuer und etwas Neuem kann endlich Realität werden.Wir stellen vor, was aktuell wieder möglich ist: Freiwilligendienst imAusland Ähnlich wie bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in Deutschland, kann man auch im Ausland einen Freiwilligendienst leisten. Dafür muss man in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein und die deutsche Staatsbürgerschaft oder einen unbefristeten Aufenthaltstitel besitzen. Ansonsten unterscheiden sich die Bedingungen je nach Land und Organisation, die den Freiwilligendienst anbietet. Hier zwei Beispiele: Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor aus Aachen entsendet über die Freiwilligenorganisation „weltwärts“ Freiwillige an Partnerorganisationen in neun Ländern in Südamerika, Afrika und Asien. Zum Beispiel in der bolivianischen Stadt Cochabamba. ImKultur- undNachbarschaftszentrum „mARTadero“ können sich die Freiwilligen einbringen und so an sozialen Veränderungen hin zu einer gender- und generationengerechten Gesellschaft mitwirken. Dafür sollten sie gute Spanischkenntnisse mitbringen, aber vor allemdie Bereitschaft, sich auf andere Kulturen einzulassen. Denn ein„Von-oben-herab“ ist hier völlig fehl amPlatz. (www.weltwaerts.de) Die Aktion Sühnezeichen setzt sich seit mehr als 60 Jahren mit internationalen Friedensdiensten für Aussöhnung und eine gerechtere und friedlichereWelt in Europa, Israel und in den USA ein. Die Schoah spielt immer wieder eine Rolle in den Projekten von Aktion Sühnezeichen, weshalb auch Israel und die USA als Zufluchtsort vieler verfolgter europäischer Judenwichtige Einsatzländer sind. (www.asf-ev.de) In der Regel sollte man sich ein Jahr im Voraus um ein Freiwilliges Jahr imAusland kümmern. Ob das überhaupt das Richtige ist oder welche Tätigkeit die passende ist, kannman bei einem kleinen Test unter www. ein-jahr-freiwillig.de herausfinden. Als Au-pair in eine Gastfamilie Als Au-pair lebtman in der Regel ein Jahr in einer Gastfamilie imAusland und ist dort vor allem für die Kinderbetreuung zuständig. Haushaltstätigkeiten, die im Zusammenhang mit denKindern der Familie stehen, zum Beispiel Essen kochen, Betten beziehen, Kinderzimmer aufräumen, gehören auch zu den Aufgaben eines Au-pairs. Genausowie das Abholen der Kinder von der Schule oder dem Kindergarten. Allerdings nicht rund um die Uhr, sondern zu vertraglich festgelegten Zeiten und in einem Umfang, der 40 Wochenarbeitsstunden nicht übersteigt. Immer gibt es ein großzügiges Taschengeld sowie freie Kost und Logis. Die Landessprache sollte ein Aupair beherrschen. Außerdem wird eine gewisse Erfahrung in der Betreuung vonKindern vorausgesetzt. Das kann ein regelmäßiger Babysitter-Job genauso seinwie die Betreuung einer Ferienfreizeit oder einer Sportmannschaft. Die meisten Au-pairs sind weiblich. Jungen Männern steht diese Art des Auslandsaufenthalts jedoch auch offen. Mit Blick auf die Kinderbetreuung lassen sich Gastfamilien aber nicht immer von ihnen überzeugen. Deshalb wird männlichen Interessierten geraten, mehr Erfahrung nachzuweisen. Auchwenn es grundsätzlichmöglich ist, auf eigene Faust eine Gastfamilie zu finden, wird doch dazu geraten, dieVermittlungsleistungen einer Agentur in Anspruch zu nehmen. Das kostet Geld, aber die Absicherung ist besser. Der Herbst ist die beste Zeit, ummit der Organisation zu beginnen.Weitere Infos zumBeispiel unter www.auslandsjobs.de. Bis zu zwölf Monate „Work and Travel“ Arbeiten und Reisen – wer sich für dieses Modell entscheidet, kann bis zu zwölf Monate in sehr vielen Ländern reisen und gleichzeitig arbeiten. Man kann sich also einen Teil seines Reisebudgets unterwegs verdienen und dann zum nächsten Traumstrand oder atemberaubenden Fjordweiterreisen. Erreicht die Ebbe das Portemonnaie, sucht man sich einen neuen Job. Der Vorteil dieser Art des Reisens: Man lernt die Sprache intensiv und taucht stärker in die Kultur ein als normale Touristen. Beliebte Länder für „Work and Travel“ sind Kanada, Australien und Argentinien. Aber auch Europa bietet spannende Ziele. Zudem entfällt in den Ländern der europäischenUnion dieVisumspflicht. Das ist für viele ein wichtiger Vorteil. Grundsätzlich muss man für „Work and Travel“ mindestens 18 Jahre alt sein und sich, falls notwendig, ein entsprechendes Visum besorgen. Viele Agenturen bieten ein Rundum-sorglos-Paket gegen entsprechende Bezahlung an. Verpflichtend ist das aber nicht. Einen ersten Überblick gibt zum Beispiel die Internetseite work-and-travel. co. Wer gerade von der Schule kommt oder seine Ausbildung abgeschlossen hat, möchte nicht immer sofort ins Berufsleben starten. Viele wollen noch etwas erleben. Das Angebot ist groß. Fotos: Adobe Stock

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