KLENKES - Januar 2023

magazin 5 6 8 8 ckeln wird wie geplant. Denn das Erfolgsmodell derMeffis, demUmbau von vier leerstehenden Ladenlokalen in ein sozio-kulturelles Kleinod, ist bisher nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Let’s goAachen! \ 4 Kultur wohin das Auge reicht? Naja, manchmal versteckt sie sich in Aachen hinter unscheinbaren, kleinen Fassaden. Dass in der Raststätte und im Logoi tolle Veranstaltungen (auch in Nischenbereichen) gibt, ist längst bekannt in Aachen. Doch jetzt hat im Frankenberger das Schnack eröffnet, einKulturzentrum, dasmit viel Enthusiasmus und Engagement Kultur für Jedermann ins Franki zu bringen. Ein paar Hausnummernweiter behauptet sich das Überhaupt mit Konzerten und anderen Events. In derWirichsbongardstraße undHarscampstraße haben gleich zwei kleine Ladenlokalemit Kulturgut aufgemacht. Im Raum für Kultur wird seit SeptemberMusik, Kunst, Lesung und Performance geboten. Übrigens, bei denMeffis ist das integrative Theater Sosh eingezogen. Und das hier ist nur eine kleine Auswahl. In Sachen Kultur empfiehlt sich in Aachen eindeutig: Augen weit offenhalten… \ 5 A wie Aachen, B wie…?Die Stadt Aachen hat nicht nur ein „B“, sondern gleich drei für den Kulturbetrieb engagiert: mit Till-Holger Borchert (Suermondt-Ludwig-Museum), Eva Birkenstock (Ludwig Forum) und Rainer Beck (Veranstaltungsmanagement) sind drei neue Akteure amStart, die die Kultur in Aachen nach vorne bringenwollen.Mit AltbewährtemundNeuentdecktemaus eigenen Bestand, anspruchsvoller Gegenwartskunst auf internationalemNiveau oder Street Art-Festival, „Schrittmacher“ und „Stadtglühen“ ... ihr Programm für 2023 wird auf jeden Fall mit Spannung erwartet. Zu den neuen Gesichternwird sich amTheater Aachen noch die neue Intendatin Elena Tzavara gesellen. Die Musiktheaterregisseurin wirdmit der Spielzeit 2023/24 den Posten beziehen. Ingmar Otto (Intendant, Grenzlandtheater) ist auf seinembereits sicher angekommen und begeisterte bereitsmit seiner ersten Spielzeit und ersten Inszenierungen. \ 6 Zukunftsvision Die großen Probleme und Defizite stechen natürlich zuerst ins Auge, da übersieht man leicht, dass es doch immer wieder kleine Fortschritte zu vermelden gibt. ImRahmen des Projekts „Post-Corona-Stadt: Ideen undKonzepte für die resiliente Stadtentwicklung“ entwickelt die Stadtverwaltung gemeinsam mit der RWTH Ideen undKonzepte für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung. Sowar die „ACademie vor Ort“ – das Mitmachbüro der „ACademie für kollaborative Stadtentwicklung“ – mit Studierenden der RWTH sowohl in der Annahalle als auch in der Innenstadt tätig, beispielsweise in der Hartmannstraße oder amMarktkiosk. Dort sorgten ein paar improvisierte Sitzgelegenheiten gleich für ein positiveres Platzgefühl. Ein Spaziergang im Domviertel mit den Architekten und Raumplanern Markus Ulrich und Joachim Schmidt, den umtriebigen Köpfen von archigraphus, offenbarte auch manche „Un-Orte“, die im Alltag gar nicht wahrgenommen werden. Beispielsweise den Klosterplatz, dem die freundliche Umgestaltung mit Begrünung und Bänken vor einigen Jahren aus politischen Gründen verwehrt blieb, dabei ist dieser ultra-zentrale Platz mehr als nur ein Luxus-Parkplatz und verdiente eine Aufwertungmit höherer Aufenthaltsqualität – und mehr Grün. Vielleicht bringt die Fortsetzung der „Essbaren Innenstadt“ ja endlich mehr Blümchen und Bäumchen in die City, dann klappt es auch bessermit der Klimaregulierung im zugepflasterten und verdichteten Innenstadtbereich.\ 7 Es bleibt teuer Auf der einen Seite hatman den Eindruck überall wird gebaut und dochfindetman keine (bezahlbareWohnung) Studentenappartements, die noch vor 20 Jahren aufgrund des enormen Preises leer geblieben wären, gehen weg wie warme Semmeln und lassen die Frage aufkommen: Woher haben die Studenten das ganze Geld? Ein Blick auf die Mietpreise bei Immoscout wirft die Frage auf: Wer kann sich das bitte alles leisten? Auf dem Aachener Wohnungsmarkt ist auch für 2023 keine Entspannung in Sicht. Der aktuelleWohnungsmarktbericht (Dezember 2022) zeigt, dass sich Bauland, Wohneigentum und Mieten verteuerten und es vielen Aachenern erschweren, passende und trotzdembezahlbareWohnungen zufinden. Na super. \ 8 Mitarbeiter verzweifelt gesuchtFür dieGastronomie bedeutete das Jahr 2022 wieder ein wechselvolles Auf und Ab: auch wenn der Sommer vielen ein einträgliches Terrassengeschäft brachte, machte sich der Personalmangel in der Branche ebenso eklatant bemerkbar wie exorbitante Preissteigerungen bei Zutaten und Energiekosten. Positiv sind die zahlreichen Events in der Region aufgenommenworden, sowohl dasWeinfest inAachen, der Feierabendmarkt in Jülich, der „Schlemmermarkt“ in Wassenberg, das Streetfoodfestival Trek und das „Preuvenemint“ in Maastricht und „Les Epicuriales“ in Lüttich waren bombig besucht, weil die Gäste einfach „ausgehungert“ waren. Ebenfalls erfolgreich war die dritte Auflage des Wijnrestaurant op het land, das temporäre Pop up-Restaurant vonAnnaline und Patriek Doelen. Stellt sich für 2023 die Frage: „Quo vadis Gastronomie?“ Selbstreflexion und kreative Initiativen sind auch in der Horeca-Branche gefragt, beispielsweise mit grenzüberschreitenden Aktionenwie der „Talentförderung“ der Genussregion Euregio Maas-Rhein mit Workshops für Koch- und Restaurateur-Azubis aus allen drei Ländern. Oder demProjekt „Essbare Innenstadt“ in der Annahalle, wo Martin Görg und seine Mitstreiterinnen den Beweis antraten, dass inAachen nicht nur Printen prächtig gedeihen. \ 9 und sonst so? Was lässt sich über 2022 noch sagen? Es war ein verdammt heißer, langer Sommer. Das Freibad amHangweiher platzte fast aus allen Nähten. Die Außengastro wurde bis in den Oktober rein genutzt. Man glaubte im Sommer Corona mal wieder besiegt zu haben, nichtsahnend, dass ein neuer Virus die Kinderstationen gegen Ende des Jahres in den Krankenhäusern überquellen lässt. Der Dom thronte wie jedes Jahr über den Aachenern und die Erstis machten Aachen (auch ohne Ersti-Ralley) zu einer Unistadt. \ Belinda Petri/Kira Wirtz 7 9 9

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