Klenkes - November 2022

magazin 7 Seit 2003 findet jährlich am zweiten Freitag im November die RWTH-Wissenschaftsnacht „5 vor 12“ statt. Wissenschaft für alle Generationen auf unterhaltsame Art verständlich und greifbar zu machen, ist das Ziel. Zwischen 19 Uhr und Mitternacht gibt es daher wieder Wissenschaft zum Anfassen für alle Generationen. Bedeutet: Wissenschaft wird verständlich erklärt und dadurch für alle Interessierten greifbar gemacht. Vor allem auch durch die Auflockerung durch Musik, Kunst und Kultur. Dass das auf breites Interesse unter denAachenern stößt, beweisen die Besucherzahlen, die in den letzten fast 20 Jahren auf rund 6.000 gewachsen sind. In zahlreichen Vorträgen, an Experimentierstationen und Exponat-Ständen sammeln sich die Zuschauer und lassen sich wissenschaftliche Themen erklären. Das Spektrum reicht dabei von der Beantwortung von Alltagsfragen ebenso wie elitäre Spitzenforschung. Der Eintritt zur gesamten Veranstaltung, die im Hörsaalzentrum C.A.R.L., im Audimax, im Bergbaugebäude, im Institut der Luft- und Raumfahrt und dem Institut für Bildsame Formgebung stattfindet, ist kostenlos. Vorwissen ist natürlich nicht erforderlich. Den Wissensbooster bekommt man also gratis obendrauf. Das lohnt sich doch! \ kw 11.11. „5 vor 12“ – die RWTHWissenschaftsnacht 19-24 Uhr, diverse Orte ↗rwth-aachen.de event Uni für alle Wissenschaft in ungewöhnlicher Form zu ungewöhnlicher Zeit präsentieren – diese Idee steckt hinter „5 vor 12“ – die RWTHWissenschaftsnacht. Fotos: Andreas Schmitter ausstellung Laut und wichtig Vom Überlebensmodus in die Sichtbarkeit: Die Fotografin Rosa Engel zeigt wütende Frauen. Wut wird gemeinhin als eine heftige Emotion beziehungsweise impulsivaggressive Reaktion auf eine als unangenehm oder ungerecht empfundene Situation definiert. Die Fotografin Rosa Engel hat für ihr Ausstellungs- und Buchprojekt „Die Wut ist weiblich“ wütende Frauen porträtiert – Frauen, die schreien, sich dieHaare raufen, die Fäuste ballenund ihre Zähne zeigen. Diese Porträts sind kraftvoll, energetisch und befreiend – und absolut authentisch. Im Sommer 2020 entstand aus ihrer persönlichen Lebensgeschichte heraus die Idee, die Emotion Wut bei Frauen zu erkunden und sie sichtbar zu machen. Denn im Gegensatz zu Männern gilt Wut bei Frauen oft nicht als dynamische Energie, sondernwird vielenMädchen bereits in der Kindheit „aberzogen“. Wütende Frauen werden als in einer Welt der Äußerlichkeiten, in der weibliche Schönheit, Sanftheit undAngepasstheit als normativ gelten, als hässlich tituliert und nicht ernst genommen. DenKommentar „Bist Du jetzt wütend? Das ist ja süß.“ haben sicher schon viele Frauen gehört. Und wo ist das männliche Äquivalent zur vermeintlichen „Dramaqueen“, gibt es auch einen „Dramaking“? Für Rosa Engel bedeutet Wut zu fühlen aber nicht, die Wut durch Aggression auszuleben, sondern achtsam mit sich zu sein und für sich selbst einzustehen. DieWut solle neutral betrachtet werden, wie alle anderenGefühle auch, dennWut zeige an, dass die Situation nicht okay sei, dass hier ein Unrecht geschehe und die Situation verändert werdenmüsse. Das Thema trifft denNerv der Zeit, Feminismus ist wieder einThema und klassische Rollenbilder werden hinterfragt. „Unsere Wut ist kein Monster. Unsere Wut ist ein treuer Wachhund. Zuverlässig bellt sie, wenn jemand unsere Grenzen missachtet oder uns ein Leid zufügt. Sie will uns beschützen“, so Rosa Engel in ihremBuch. Ihre starken Fotos von ebenso starken, wütenden, mutigen und lauten Frauen werden von Texten ergänzt, in denen Frauen, die in ihrem Beruf als psychologische Beraterin, Elternberaterin mit Schwerpunkt Wut und Gründerin einer Anlaufstelle fürMenschen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen oder bedroht sind, immer wieder mit den Folgen unterdrückter weiblicher Wut zu tun haben. Für die in Würselen lebende Fotografin, die sich vor allem mit sensiblen Hochzeits- und Porträtfotos einen Namen gemacht hat, sollte weibliche Wut endlich vom Stigma der Hässlichkeit – und Scham– befreit werden. In einer alsWanderausstellung konzipierten Schau werden 28 großformatige Porträts von Frauen vorgestellt, die der weiblichen Wut ein Gesicht geben. Absolut sehenswert! \ bep 14.-25.11. Eröffnung: 14.11., 17 Uhr durch Dr. Tim Grüttemeier „Die Wut ist weiblich“ Haus der Städteregion ↗rosaengel.de ↗wutistweiblich.rosaengel.de Ausstellung im Haus der Städteregion Wissenschaft verständlich gemacht für jeden: „5 vor 12“. Foto: www.rosaengel.de

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