Klenkes - November 2022

inhalt 3 Fotos: oben links: Andreas Schmitter, oben rechts: Sophia Roßberg, unten links: Pandora Film, unten Mitte: Marie-Luise Manthei, unten rechts: Alina Hasky 6magazin 16film 11musik 27spezial 19bühne Liebe Leserinnen und Leser, ich habe ein bisschen Geld von meiner Oma geerbt. Und ich rede da nicht von einem Sparbuch oder Immobilien, sondern von alten Geldscheinen. Reichsmark von 1922/23 um genauer zu sein. Fast hundert Jahre alt, aber sowohl heute als damals nichts wert. Der tausend Reichsmarkschein überstempelt mit 1 Millionen Reichsmark. Als meine Oma mir ihre alte Sammlung an Zeitzeugnissen das erste Mal zeigte, wahrscheinlich so 1990, dachte ich: „Boah, ist die Oma mal reich gewesen.“ Als ich die Scheine nach ihrem Tod, 2004, an mich nahm, dachte ich: „Was hat diese Frau alles erlebt? Und wie schlimmmuss es für sie gewesen sein, zwei Kriege zu ertragen, eine Inflation mitzuerleben und als Alleinerziehende ohne Ausbildung in den 50er und 60er Jahren eine fünfköpfige Familie durchzubringen?“ Wenn ich in der heutigen Zeit mal so richtig mies drauf bin und mir Gedanken mache, wie ich Energie sparen, ansteigende Mieten bewältigen kann oder mich beschwere, dass das Leben einfach zu anstrengend ist, nehme ich mir die Scheine und denke an die Frau, die sie mir gegeben hat. Denn: Von Oma habe ich viel gelernt, was mehr wert ist als Geld. Dem Gegenüber ein Lächeln zu schenken zum Beispiel, oder dass Zeit wertvoll ist, dass gemeinsame Erinnerungen nicht mit Geld zu bezahlen sind. Jammern tut manchmal gut, ist aber keine Lösung, sondern nur ein Symptom. Klingt nach Küchenpsychologie? Ja, ist es vielleicht auch, aber mir hilft es. Und wenn jetzt die Vorweihnachtszeit anbricht und wir anfangen, uns Gedanken über teure Geschenke zu machen, lohnt sich vielleicht ein Blick auf die Zeit, die wir zu verschenken haben. Zeit, um gemeinsam etwas zu erleben, Zeit, um gemeinsam etwas zu bewirken. Und das ist mehr wert als 1 Millionen Euro, Reichsmark oder was auch immer. \ magazin 4 was war – Klenkes-Rückblick 6 Titel: „Philosophy in the streets“ Neue Veranstaltungsreihe des Aachener Instituts für Philosophie und Diskurs Logoi gastro 8 Hommage ans Viertel Max Stenten eröffnet einen neuen Supermarkt im Frankenberger Viertel musik 11 Tiefgründig Fjørt hat ein neues Album – mit fetten Riffs und gedankenvollen Texten. Ein Gespräch 12 Krautrock-Legenden Guru Guru spielen ein Konzert im Musikbunker – der dritte Versuch nach Corona film 16 Ausnahmezustand Drama „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von HansChristian Schmids 17 Neuheiten „Menschliche Dinge“, „Crimes of the Future“, „Emily“ und andere bühne 19 Junges Theaterstück „Ich, Wunderwerk und How Much I love Disturbing Content“ in der Kammer kunst 21 Belkis Ayón Das Ludwig Forum präsentiert eine Werkübersicht der kubanischen Künstlerin 23 Fotografie In Monschau sind Aufnahmen von Katharina John zu sehen literatur 26 Sprach-Panoptikum Experimentelle Autobiografie: der Roman „Trottel“ von Jan Faktor spezial: shoppen & schenken 27 Bewusst fair Bei Ikigo Studios gibt es nachhaltige und fair produzierte Mode mit besonderem Konzept 29 Lokale Helden Neuer Sand für die Kita Rokoko, wertvoller Taler, Gemeinwohl und diffuse Kreativität terminkalender 36 Klenkes-Highlights 38 Termine und Tipps für November Inhalt Klenkes – Stadtmagazin für Aachen und die Euregio 47. Jahrgang Tel. +49(0)241/5101-611 Fax +49(0)241/5101-629 (Redaktion) ↗klenkes.de E-Mail: info-klenkes@ medienhausaachen.de Verlag Medienhaus Aachen GmbH Dresdener Straße 3 52068 Aachen ↗medienhausaachen.de Geschäftsführung Andreas Müller Redaktion Thomas Thelen Chief Content Officer (verantwortlich für den Inhalt i.S.d. § 8 Abs. 2 Landespressegesetz NRW) Kira Wirtz Chefredaktion Anzeigen Jürgen Carduck Leiter Werbemarkt (verantwortlich für Anzeigen i.S.d. § 8 Abs. 2 Landespressegesetz NRW) Druck Weiss-Druck GmbH & Co. KG Hans-Georg-Weiss-Str. 7 52156 Monschau Der Klenkes wird gedruckt auf Bilderdruck-Recyclingpapier. IMPRESSUM Foto: ChristinaRinkens

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