Klenkes - September 2022

AUSGEHKULTUR UNBEKANNTERBLICK BRANDNEU Unterwegs in Aachen: Wie sieht es eigentlich aus in Kneipen und Parks? Drei Länder – zahlreiche Monumente beim „Tag es Denkmals“ In der MuFab am Grünen Weg gibt es einen neuen Konzertraum: Area 28 G1657E September 2022 48. Jahrgang kostenlos ↗klenkes.de 09 Mehr Termine. Mehr Kultur. Sonderthema Unterstützung im Alltag & in Krisen ab Seite 28 Das Imperium des Schönen von Nis-Momme Stockmann THEATER AACHEN

inhalt 3 Fotos: oben links: Kian Tabatabaei, oben rechts: Richard Mariaux, unten links: Constantin Film, unten Mitte: Ludwig Koerfer, unten rechts: lithiumphoto/AdobeStock 4magazin 17film 12musik 28spezial 21bühne Liebe Leserinnen und Leser, da ist er wieder, der Spätsommer in Aachen. Voll bis oben hin mit Events. Die Städter kehren offensichtlich aus ihren Sommer-Domizilen zurück und wollen jetzt die Stadt erobern. Vorbei die Zeit, in der man bräsig die Sonne genoss und die Lethargie den ein oder anderen erwischte wie die Daheimgebliebenen die Sommerhitze. Jetzt heißt es: Bei hoffentlich gutem Spätsommerwetter das mitnehmen, was geht. Die Veranstalter geben Ihnen dazu jede Menge Möglichkeiten. Ob „Kunstroute“, „September Special“, „Domspringen“, Semesterstart, Sonderfilmreihen in den Kinos, Konzerte drinnen und draußen, der Spielzeitstart am Theater, ein Kneipenoder Bistrobesuch, eine Lesung oder ein Kunstevent: Die Auswahl ist groß, die Entscheidung oft schwierig. Das muss sie allerdings nicht sein: Erstens hat der September immerhin 30 Tage, die genutzt werden können, um das vielfältige Angebot bis aufs Letzte auszukosten. Und zweitens haben wir für Sie in diesem Heft auf 48 Seiten zusammengestellt, was es zu entdecken gibt. Wofür Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen natürlich überlassen. Hin und wieder ein Blick auf unseren OnlineTerminkalender kann da helfen. Denn noch bei Redaktionsschluss, Ende August, trudelte eine massige Flut an Aktualisierungen und Ankündigungen bei uns ein, die unsere Terminredaktion online ab- und aufarbeitet. Aber das ist Arbeit, die wir gerne machen, denn wir freuen uns über jede Mail, jeden Anruf oder jeden Brief, in dem eine Veranstaltung angekündigt wird. Wir (und Sie sicher auch) haben diese Vielfalt an Events in den letzten zwei Jahren nämlich wirklich vermisst. Deshalb gilt: kein Fest zu klein, keine Party zu spät: Schicken Sie uns, was Ihnen ins Auge fällt, damit es möglichst viele mitbekommen! \ magazin 4 Streifzug durch die Kneipen Die Gäste kommen zwar wieder in Scharen, die Probleme der Kneipiers machen sie aber nicht vergessen gastro 8 Von Espresso bis Sushi Gastronomische Neuigkeiten aus der Region musik 12 Neue Ära für Area 28 Innerhalb der Mu’Fab am Grünen Weg ist ein neuer Konzertraum entstanden film 17 Bitterböses Schwimmvergnügen Doris Dörrie lädt tragikomisch ins „Freibad“ bühne 21 Titel: Familiengeschichten Schauspielstart am Theater Aachen mit „Jenseits von Eden“ und „Das Imperium des Schönen“ 22 Süße Versuchung Das Grenzlandtheater zeigt „Ein Herz aus Schokolade“ kunst 23 Unterschätzte Werke Glasmalerei-Museum in Linnich feiert 25-jähriges Bestehen mit einer Überblicksausstellung literatur 27 Literarisch Neues Backhaus eröffnet in Walheim und Jugend-Lyrik-Preis 2022 spezial: Unterstützung im Alltag & in Krisen 28 Geschützer Raum Das Hilf- und Beratungsangebot der RWTH bietet viele Formen der Beratung und Unterstützung terminkalender 36 Klenkes-Highlights 38 Termine und Tipps für September Inhalt Klenkes – Stadtmagazin für Aachen und die Euregio 47. Jahrgang Tel. +49(0)241/5101-611 Fax +49(0)241/5101-629 (Redaktion) ↗klenkes.de E-Mail: info-klenkes@ medienhausaachen.de Verlag Medienhaus Aachen GmbH Dresdener Straße 3 52068 Aachen ↗medienhausaachen.de Geschäftsführung Andreas Müller Redaktion Thomas Thelen Chief Content Of+cer (verantwortlich für den Inhalt i.S.d. § 8 Abs. 2 Landespressegesetz NRW) Kira Wirtz Chefredaktion Anzeigen Jürgen Carduck Leiter Werbemarkt (verantwortlich für Anzeigen i.S.d. § 8 Abs. 2 Landespressegesetz NRW) Druck Weiss-Druck GmbH & Co. KG Hans-Georg-Weiss-Str. 7 52156 Monschau Der Klenkes wird gedruckt auf Bilderdruck-Recyclingpapier. IMPRESSUM Foto: ChristinaRinkens

magazin 4 September 2022 Biergärten und Parks sind wieder voll vonMenschen, die das Ausgehen zelebrieren. Wer trifft sich wo und warum? Eswird erzählt, gewürfelt und getrunken. Die Stimmung ist gelöst. Hinter den Thekenmachen sichdieGastwirte ganz andere Gedanken. Hier ist die Zukunft präsent und die Auswirkungen von Corona noch spürbar. Heiß ist es an diesem Freitag im August. Auch noch nach 19 Uhr sind es rund 30 Grad. Doch in der ersten angelaufenen Kneipe „ZumAdalbert“ sitzt Andreas und trägt seine Arbeitshose. Der Elektriker kam gleich nach seinemDienst, so wie jeden Freitag. Gemeinsam mit seinem Kumpel Christian läutet er seit fünf Jahren – zumindest sowie es die Corona-Regeln erlaubten – mit frisch gezapften Pils das Wochenende ein. Auch Christians Freundin Paula ist diesmal dabei. Sie sitzen draußen auf leichten Korbstühlen an einem kleinen Klapptisch. Die Kneipe „Zum Adalbert“ liegt an der Kreuzung Adalbertsteinweg/Sedanstraße, ein Knotenpunkt im Ostviertel. Insgesamt 14 Ampeln lassen sich von den Außenplätzen aus überblicken. „Es ist immer was los“, sagt Christian. „Wir nennen es den Aachener Times Square. Hier ist einfach Leben.“ Zwischen den anderenGästen fällt das Trio auf. Christian ist 30 Jahre alt, Paula 24 und Andreas 33. Im „Zum Adalbert“ sind die Gäste in der Regel deutlich älter. Den dreien ist das egal. Sie habenWürfel und Becher mitgebracht und sich eine grandiose Zeit vorgenommen. Weiter geht für den Klenkes Richtung Innenstadt. Und zwar mitten durch das Frankenberger Viertel. Grandios soll auch der Abend für Emilia und ihre fünf Freundinnen und Freunde werden. „Wir wollen später feiern gehen“, sagt die 21-jährige Studentin gegen acht Uhr.Wo, da ist sich die Gruppe noch nicht sicher. Das stimmt hier aber niemanden nervös. Sie sitzen bequem auf einer Decke imFrankenberger Park und sie haben eine riesige drei Liter schwere Sektflasche mitgebracht, die noch gut gefüllt ist. Und sonst? Es riecht nach Cannabis auf der Wiese an der Burg. Die Nase führt zu einer weiteren fünfköpfigenGruppe. NebenGras gibt es auch hier Sekt, außerdemBier und kaltenMate-Tee. Kneipen seien nicht so ihr Ding, erläutert die 19-jährige Lio. „Im Park ist es entspannter und deutlich günstiger.“ Mo ergänzt: „In Kneipen nerven die Macker.“ Offensichtlich gehen hier die Meinungen stark auseinander. Die Außenbereiche und die Kassen der zahlreichen Kneipen, Bars und Kioske füllen sich. Seit April dieses Jahres, seitdem es so gut wie keine einschränkenden Corona-Maßnahmen mehr gibt, laufen die Geschäfte besser. Laut dem Statistischen Bundesamt stieg der Umsatz in der Gastronomie im Mai 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 88 Prozent. Nach Luftsprüngen ist den meisten Gastronomen dennoch nicht zumute. Auf demWeg weiter durch die Stadt treffen wir auf Gastronomen, die sich über leere Plätze zwar nicht beschweren können, selbst aber kaum mehr in Feierstimmung kommen. „Wir sind ausgelaugt“, sagt Jörg Polzin. Der 55-Jährige betreibt drei Kneipen in der Promenadenstraße: „Sturmfrei“, „Die WG“ und „Kiez Kini“. Viel Zeit zu sprechen hat er nicht, Gäste warten auf ihre Getränke, der Chef ist gefordert. Er beschäftige gegenwärtig dreiMitarbeitende – für alle drei Kneipen. Vor der Pandemie seien es noch 15 gewesen. Das „Kiez Kini“ könne er momentan nur vermieten, „Die WG“ ist unter der Woche geschlossen. Die Personalnot ist groß. Seine studentischen Aushilfskräfte hätten die zwei Pandemiejahre genutzt, um ihr Studium zu beenden, erläutert Polzin. Gleichzeitig seien wegen der Online-Vorlesungen lange Zeit keine neuen Studierenden nachgekommen. Hinzu komme, „dass die Leute zögern, einen Job in der Gastronomie anzunehmen. Sie haben Angst, in zwei Monaten wieder auf der Straße zu stehen“. Das Problem betrifft die gesamte Branche. Eine im Juni durchgeführte Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) hat ergeben, dass bundesweit mehr als 60 Prozent der gastgewerblichen Betriebe Fach- und Hilfskräfte suchen. Der Personalmangel ist das eine. Noch größere Sorgen bereiten vielen Gastronomen jedoch die Inflation, besonders die hochschnellenden Energiekosten. Polzin und seine Fotos: Kian Tabatabaei Die Gäste kommen in Scharen, aber … Die Menschen strömen in diesem Sommer wieder in die Stadt. Ein sommerlicher Rundgang durch Aachen – mit Stippvisiten und Gesprächen. Von Kian Tabatabaei Oben: Blick in die Milchstraße: In der Aachener Innenstadt sind am Freitagabend jede Menge Menschen unterwegs. Wir sind ausgelaugt. Hinzu kommt, dass die Leute zögern, einen Job in der Gastronomie anzunehmen. Sie haben Angst, in zwei Monaten wieder auf der Straße zu stehen Jörg Polzin, Betreiber „Sturmfrei“, „Die WG“ und „Kiez Kini“

5 In den rund 22.500 Kneipen und Schankwirtschaften in Deutschland arbeiten etwa 156.000 Menschen. Der Umsatz in der Gastronomie lag im ersten Quartal 2022 noch um 49 Prozent unter dem Umsatz im Vorkrisenjahr 2019. Die eröffneten Insolvenzverfahren in der Gastronomie sind während der Pandemiejahre gesunken. \ BUNDES WEIT Es gibt immer weniger Stammgäste, viele haben begonnen zu sparen. Unter der Woche ist das gesamte Geschäft kaputt. Jimmy, Inhaber des „Poststübchen“ „Hier ist das Leben“: Christian (links), Paula und Andreas genießen am „Zum Adalbert“ den Feierabend. Oben: Ausgelaugt und besorgt: Jörg Polzin, Betreiber der Kneipen „Sturmfrei“, „Die WG“ und „Kiez Kini“, blickt wenig optimistisch in die Zukunft. Mitte: Vielbeschäftigt: Jimmy steht hinter dem Tresen seiner Kneipe „Poststübchen“. Unten: Dieter Becker leitet das Restaurant „Zum goldenen Einhorn“ und das benachbarte Brauhaus „Goldener Schwan“. Kolleginnen und Kollegen haben bereits oder werden noch ihre Preise erhöhen, und das, während die Gäste selbst immer mehr auf ihr Geld achten müssen. „Ich gebe wegen der gestiegenen Preisemittlerweile weniger für Essen und Trinken aus“, sagtMarcel, dermit zwei Freunden in der Pontstraße abhängt. Sie trinken „Kioskbier“. Auf Aachens Partymeile gibt es am Freitagabend kaum ein Durchkommen. Diejenigen, die keinen Sitzplatz in einer der zahlreichen Kneipen gefunden haben, stehen so wie die drei auf der Straße. Es sind viele. Von Sparsamkeit fehlt im Poststübchen am Kapuzinergraben am einzigen besetzten Tisch imInnenraum jede Spur. Sepp, Gerhard, Meggi, Klaus-Josef undGünther teilen sich um Viertel vor zehn zwei Bierdeckel: einmal 13, einmal acht Striche für Bier. „Wir unterstützen die Brauereien“, sagt Sepp. Die Gruppe ist gut gelaunt. Auch sie sticht hervor. Meggi ist 71 Jahre alt, sie ist die jüngste. Die Gäste, die vor der geöffneten Tür stehen, sind wesentlich jünger. Die fünf kennen sich teilweise schon aus Jugendzeiten, sind gemeinsamzur Volksschule gegangen und treffen sich seit 40 Jahren jeden Freitag amStammtisch, wie Günther stolz berichtet. Sie sind laut Jimmy, wie der Inhaber der kleinen Kneipe genannt wird undwerdenwill, eine Rarität. „Es gibt immer weniger Stammgäste“, sagt er. Viele hätten begonnen zu sparen. „Unter derWoche ist das gesamteGeschäft kaputt.“ Er habe die gestiegenenKosten an seine Kunden weitergeben müssen. „Das kam nicht gut an.“ Heute ist er wie Polzin dauerbeschäftigt, für ihn ist Personal ebenfalls „ein Riesenthema“. Der Schein trügt. Volle Terrassen und Sitzplätze wie in der Pontstraße, am Elisenbrunnen und am Markt retten die Gastronomie nicht. Dieter Becker, der das Restaurant „Zum goldenen Einhorn“ und das benachbarte Brauhaus „Goldener Schwan“ betreibt und stellvertretender Dehoga-Vorsitzender in Aachen ist, fasst zusammen: „DasWasser steht uns immer noch bis zumHals. Weil wir die Schulden der letzten zwei Jahre zu verwalten haben, weil die Umsätze noch nicht dort sind, wo sie vor Corona waren. Und weil jetzt noch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges hinzukommen.“ Zudemsei die Sorge vor coronabedingten Einschränkungen im Herbst und Winter immer präsent. „Wir können auf keinen Fall neue Auflagen gebrauchen.“ Von der Kommunalpolitik fordert der 55-Jährige, „dass man den Gastronomen nicht noch Knüppel zwischen die Beine wirft“. Wo führt das alles hin? „DieMenschenwerden begreifenmüssen, dass Gastronomie nicht umsonst zu haben ist. Es wird teurer werden, aber es ist es auch wert“, sagt Becker. Polzin prognostiziert: „So wie es aussieht, werden viele inAachen aufhören. Irgendwannwerden die Leute, die rausgehen wollen, nicht mehr die Möglichkeit dazu haben, weil keine Läden mehr da sind.“ Kaum vorstellbar an diesem proppenvollen Freitagabend in Aachen. Endlich ist wieder Bewegung in der Stadt. Es wäre schön, wenn das so bliebe. ImSommer wie imWinter, in denKneipen, den Bars, den Parks und der Innenstadt. Wir sind uns sicher, wäre das anders, wäre das nicht nur für Andreas, Christian und Paula dramatisch. \

magazin 6 September 2022 denkmal Wenn am 10. und 11. September europaweit zum Tag des offenen Denkmals beziehungsweise zum Open Monumentendag oder Journée du Patrimoine eingeladen wird, dann zeigen schon die verschiedenen Bezeichnungen, wie reichhaltig und vielfältig das Programm im Dreiländereck sein wird. Sowohl in Aachen als auch in der Städteregion, in der Eifel, rund um Düren und im Heinsberger Raum gibt es neben bekannten Denkmälern, Museen und Kultureinrichtungen eine Reihe von unbekannten „Schätzchen“ zu entdecken. Beispielsweise werden am Sonntag ab 11 Uhr stündlich Führungen zur Aachener Rosfabrik angeboten. Ehemalige Mitarbeiter nehmen die Besucher mit in das Zeitalter der Nadelindustrie: Sie berichten aus dem Fabrikalltag der Firma Zimmermann, die über 150 Jahre Rundkopfnadeln der berühmten Marke „Eisbär“, aber auch Grammophonnadeln und später Garnrollen für den Weltmarkt produzierte. Die Häuser in der Rosstraße 11-13 waren über sechs Generationen auch der Wohnsitz der Eigentümerfamilie. Seit 2006 ist die Rosfabrik die Heimat des Sozialwerks Aachener Christen. Eher unbekannte Einblicke wird sicherlich auch der Besuch des Columbariums St. Donatus in Aachen-Brand bieten: Mit dem Umbau einer früheren Gemeindekirche zum Urnenfriedhof entstand ein ganz besonderer moderner Sakralbau, der Raum für Erinnerung, Gebet, Trost und Begegnung bietet. Aus dem einfach strukturierten, kubischen Baukörper der ehemaligen Erlöserkirche wurde eine Raumhülle für unterschiedliche Einbauten mit besonderen Akzenten. So wurden die von Professor Ludwig Schaffrath geschaffenen Glasfenster um fehlende Elemente ergänzt, die nun für eine besondere Atmosphäre sorgen. In Düren lässt sich neben anderen Angeboten auch die Drehscheibe am Bahnhof erkunden und bei einer „Rundfahrt“ auf der Plattform auch die Funktionsweise dieses technischen „Wunderwerks“ erleben. Seit 1989 steht sie gemeinsam mit dem Bahnhofsgebäude mit der Nummer 1/070 in der Denkmalliste der Stadt Düren unter Denkmalschutz. Die Lage am Inselbahnhof ist einzigartig in Deutschland: 1874 erfolgte die erste Inbetriebnahme, 1989 wurde sie außer Betrieb gestellt und zwischen 2012 und 2015 von Ehrenamtlern des Stadtmuseums Düren restauriert. In Monschau werden zum Tag des Denkmals eine ganze Reihe von Besichtigungen und Führungen angeboten, zum Beispiel im Haus Troistorff, das auch das Vermählungszimmer des Standesamts beherbergt. Das repräsentative Wohnhaus aus verputztem Fachwerk imStil des Louis-Seize wurde 1783 von einer zu Wohlstand gekommenen Tuchmacherfamilie errichtet. Im Inneren gibt es eine freischwebende Haupttreppe sowie Türen, Vertäfelungen und eine Landschaftstapete aus der Bauzeit. In den Niederlanden werden nicht nur zahlreiche Windmühlen zu besichtigen sein, in Sittard geht es in die geheimen Gärten und in Maastricht lassen sich der Park Hoge Fronten ebenso entdecken wie der Friedhof Tongerseweg, der als „Père-Lachaise von Maastricht“ gilt. In Süd-Limburg lässt sich auch ein besonders nachhaltiges Denkmal besichtigen, denn zu den drei Finalisten des „Open Monumentendag Duurzaamheidsprijs“, dem landesweit ausgerufenen Nachhaltigkeitspreis, gehört auch der Wasserturm De Reusch in Schimmert. Energieneutral gewinnt man dort unter anderemden gesamten Stromaus 350 Solarmodulen. Auf belgischer Seite findet zeitgleich zumDenkmaltag auf der Burg Raeren der Keramikmarkt statt. In Eupen öffnet das Stadtmuseum seine Türen und im Landwirtschaftsmuseum in Amel kann man erfahren, wie früher „gebuttert“ wurde. In Lüttich lohnt sich ein Blick in die ehemalige Sportstätte CitéMiroir, ein architektonisches Juwel, das heute als Theater und Ausstellungslocation genutzt wird. In Belgisch-Limburg reicht das Angebot von der pittoresken Leyssensmolen in Lommel bis zum Soldatenfriedhof in Hasselt und der Abtei in Herkensrode. Dort lässt sich neben der beeindruckenden Architektur auch der große Kräuterund Inspirationsgartenmit mehr als 500 verschiedenenKräuter undKräuterpflanzen inmitten von Kanälen und Wasserspielen entdecken. \ bep ↗programm.tag-des-offenen-denkmals.de ↗openmonumentendag.nl ↗journeesdupatrimoine.be ↗ostbelgienkulturerbe.be Raumhülle für unterschiedlich Einbauten: das Columbarium St. Donatus in Brand. Fotos: Belinda Petri Beim Tag des offenen Denkmals lassen sich in der Euregio Maas-Rhein etliche bauliche Schätze entdecken. Unbekannte Einblicke neues programm Mehr ist eben doch mehr! Das war wahrer Körpereinsatz, als sich Dr. Beate Blüggel, Direktorin der Volkshochschule Aachen, mit dem frisch gedruckten Programm für die Kameras in den sprudelnden Brunnen wagte. Herrlich erfrischend wirkte das, und so ging es dann bei der Vorstellung des Programms der VHS auch weiter. Über 1.000Kurse undVeranstaltungenfinden imWintersemester in der VHS Aachen statt. „Für dasMotto ,Aachen sprudelt!‘ stehen nicht nur die Aachener Thermalquellen Pate, die wir bei Stadtrundgängen imProgrammhaben, auch die sprudelnde Vielzahl an kreativenAngeboten: Für jedes Interesse, jede Fähigkeit gibt es einen passendenKurs. Hinzukommt, dass wir Talente zum Sprudeln bringen wollen.“ Die Themen reichen von Gesundheit und Entspannung über aktuelle gesellschaftliche Anlässe wie derWM in Katar, den Auswirkungen von Corona in der Städteregion bis zu „schöngeistigen“ Veranstaltungen wie einem Vortrag zu Kaiser Barbarossa oder Susanne Laschets literarischen Empfehlungen. Die VHS Aachen bietet neben den „spaßigen Veranstaltungen“ eine Fülle an zertifikatsbezogenen Angeboten, vom Sprachnachweis über Einbürgerungstest bis zu beruflichen Qualifikationen. Am College der VHS Aachen lassen sich auf dem zweiten Bildungsweg Schulabschlüsse nachholen, und das Sprachenprogramm bietet Kurse in zwanzig Sprachen, darunter auch Deutsch als Fremdsprache. „Es gibt eigentlich kein gesellschaftlich relevantes Thema, zu demwir keinAngebot haben: von der Gender-Matinee bis zur Zukunft des Braunkohlereviers.“ Das ausführliche Programmheft gibt es an zahlreichen Auslagestellen und online. \ kw ↗vhs-aachen.de Dr. Beate Blüggel, Direktorin der VHS Aachen Foto: vhs Aachen, Evangelos Rodoulis Mit dem Motto „Aachen sprudelt!“ läutet die VHS Aachen das neue Semester ein. e

magazin Spar-Tipps für Ihr Zuhause stawag.de/energiefragen

8 September 2022 Die Schließung des Restaurants MundArt imDrehturmwar ein ganz schöner Rumms in Aachens gastronomischer Landschaft. Auch das Birk’s in Burtscheid hat geschlossen. Beim Café Liège am Dom soll nach dem Umbau ein neues Café eröffnen und beim Ristorante Paparazzi in der Peterstraße steht zumindest schon die Nachfolge bereit: hier wird die Takumi-Kette ein japanisches Restaurant – allerdings ohne Sushi – eröffnen. Neu eröffnet hat bereits das schnuckelige Viertelscafé Da Giabatta von Djawad Osman in der Lousbergstraße. Der etwas versteckt liegendeGeheimtipp bietet italienische Feinkost, Kaffee und Wein, einen gemütlichenGastraumund eine kleine, feine Terrasse. Wie in Italien gibt es an der Theke günstigen Espresso, bald sollen Frühstück, Kleinigkeiten und Tagesgerichte wie Lasagne folgen. Inspiration dazufindet Osman bei „seiner italienischen Familie“, wie er die CrewumMaria, Roberto und Mauro Brusamento vom Ristorante Bella Italia nennt, bei denen er gelegentlich abends im Service anzutreffen ist. Ebenfalls italienisch geht es im Frankenberger Viertel weiter: Damiano Tucconi aus Geilenkirchen eröffnet im Herbst mit seiner Schwester Daniela Weinzierl die Trattoria Bar Centrale 46 in der Zollernstraße – dort, wo früher Gino La Verghetta sein BistroDaGino/Café Groten betrieb. Frischer Wind weht auch im Bärenhof, wo Georgios Argiriou vom Restaurant Der Grieche in Eschweiler das Frascati betreiben wird, weiterhin mit italienischer Ausrichtung und der selbstgemachten Pasta, aber auch mit einem gewissen griechischen Twist. Aus der ehemaligen Karlsapotheke wird demnächst dasMarkt 43, dort bieten Jörg Friedrich und Fuat Gündüz dann eine moderne Crossover-Küche an.Wowir gerade bei denZahlennamen sind: Für das Bistro Jakob 143 wurde das Pfarrhaus von St. Jakob umgebaut, zusammen mit demGemeinschaftsgarten „Jakobsgarten“ ist es eine gemütliche Oase in der Innenstadt. Bei den asiatischenKüchen gibt es auchNeuerungen zu vermelden: Aus Dai Poke Bowls am Citycenter Aachen wurde Dreame Bowls + More und aus der Vitaminbar in der Blondelstraße Slow Bowl. In Burtscheid wird seit einiger Zeit die Eröffnung eines Sushi-Ladens namens Kensho angekündigt, auf jeden Fall wird dort – wie fast überall in der Horeca-Branche – Personal gesucht. Aufgemacht hat inzwischen Ma’s Monkie in Aachen-Brand. Ebenfalls lange angekündigt und nun endlich am Start mit vietnamesischen (und zahlreichen vegetarischen) Gerichten, steht der Laden an der Trierer Straße definitiv auf der „to eat“-Liste der Gastro-Redaktion. Bei Lammerskötter wird die Eröffnung eines Eisgeschäfts angekündigt, Eis kannman bekanntermaßen ja auch im Winter essen, falls es in diesem Sommer doch nichts mehr wird. Dagegen istMercado Concept amBurtscheiderMarkt nun imehemaligen Blumenladen geöffnet, nachdemdas nebenan beheimatete Café wegen eines Brands im Frühjahr schließen musste. Noch mehr „Ice, Ice, Baby ...“: In der Adalbertstraße hat das Eiscafé Elisenbrunnen eine weitere Dependance eröffnet. Neu amStart gehen auch King of Döner und die Cherry Lounge am Aachener Hauptbahnhof, dort wo früher Da Salvatore und die benachbarte Pizzeria ansässig waren. Und für alle Naschkatzen gibt es nun zwei Domlädchen. Verwirrend? Sowohl am angestammten Standort Münsterplatz unter der Regie von Julia Roemer und Richard Sieger als auch am Fischmarkt in der ehemaligen Albrecht-Dürer-Stube, wo Ruth und Klaas Wolters, Sefiye Bekin und Hauseigentümer Herbert Pontzen das neue Domlädchen gründen, sind fortan Lakritze und andere „Schnützereien“ erhältlich. Für das geschlossene Café Liège nebenan ist ein hochwertiges Café angekündigt. Auch bei den Nachbarn gibt es einige neuentdeckte Restaurants undCafés: InMargraten bietet Frissen Rustiek Brasserie &Woonwinkel imumgebauten früherenWokrestaurant einen smarten Mix aus Einrichtungsgegenständen und Gastronomie. Das neu eröffnete Restaurant Flamand Farm Food in Heijenrath punktet mit einer hübschen Terrasse und leckerem Essen aus regionalen Zutaten. \ Mehr Infos: ↗klenkes.de ↗gastroguide-euregio.de Das schnuckelige Viertelscafé Da Giabatta von Djawad Osman in der Lousbergstraße. Von Espresso bis Sushi Die Gastro-Szene zeigt sich dynamisch – mit vielen Neueröffnungen und einigen Schließungen. Von Belinda Petri Foto: Belinda Petri Interessante Neuigkeiten aus der Gastro-Szene im Dreiländereck bietet auch unser Newsletter „Gerüchteküche“, der alle zwei Wochen über Neueröffnungen und kulinarische Events informiert: service. medienhausaachen. de/service/newsletter/geruechtekueche Es gibt noch weitere Eröffnungen oder News? Dann schreiben Sie uns einfach über das Kontaktformular auf: ↗klenkes.de/kontakt AM RANDE gastro

Jülich - immer einen Ausflug wert Historische Festungsstadt - moderne Forschungsstadt Jülich ist eine Stadt mit großer Vergangenheit. Mit über 2.000 Jahren gehört sie zu den Orten mit der längsten Siedlungstradition in Deutschland. Schon die Römer waren hier auf der Fernstraße Via Belgica unterwegs. Sie siedelten sich an und gaben der Stadt den römischen Namen „Iuliacum“. Seit einigen Jahren können sich Touristen und alle Geschichtsinteressierten nun auf die Spuren der Römer begeben - auch in Jülich, denn die Stadt ist dem Projekt „Erlebnisreise Römerstraße“ angegliedert, bei dem 18 Kommunen und der Landschaftsverband Rheinland gemeinsam neue Wege in die Geschichte des Rheinlands erlebbar machen. Rad- und Wanderwege knüpfen so nah wie möglich an den Originalverlauf an und bieten einen Einblick in römisches Leben entlang der einst bedeutenden Verkehrswege im Rheinland. Doch auch heute liegt Jülich verkehrsgünstig gelegen im Herzen des Städtedreiecks Aachen, Köln und Düsseldorf. In der historischen Festungsstadt und modernen Forschungsstadt leben heute ca. 33.000 Menschen und begrüßen jährlich Tausende Touristen, die die Stadt erkunden und ihre zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt und ihre Festungsanlagen sind untrennbar miteinander verbunden und ziehen jeden, der hierherkommt, in ihren Bann. Eingebunden in die Historie der Stadt findet man ein modernes Mittelzentrum, das mit attraktiven Angeboten an Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Kultur und Veranstaltungen, Einkaufserlebnissen und Festen garantiert jeden das Passendefinden lässt. Es lohnt sich, zwischen geschichtsträchtiger Vergangenheit und innovativer Forschung auf Entdeckungstour zu gehen: Zitadelle, Hexenturm, Brückenkopf-Park und das Forschungszentrum Jülich bieten spannende Einblicke. Die Sehenswürdigkeiten Jülichs können Besuchende bequem auf einem etwa fünf Kilometer langen beschilderten Rundweg erleben. Die Jülicher Zitadelle ist eine der am besten erhaltenen Festungen der Frühen Neuzeit im deutschsprachigen Raum. Architektonisches Schmuckstück ist die Ostfassade des herzoglichen Schlosses im Stil der italienischen Hochrenaissance. Im Schlosskeller wird eine Ausstellung zur Geschichte der Anlage und des Jülicher Landes gezeigt. Besonders eindrucksvoll ist die 90.000 qm große, aufwändig restaurierte Festung mit ihren Wällen, Gängen und Kasematten. Doch nicht nur Geschichtsinteressierte zieht es zur Jülicher Zitadelle. Jedes Jahr findet der Jülicher Kunsthandwerkerinnenmarkt statt, eine überregionale Kunstschmiede vor historischer Kulisse. Etwa 200 Künstlerinnen aus ganz Deutschland präsentieren hier an zwei Tagen solides, traditionsreiches und kunsthandwerkliches Können. Tausende Besucher kommen, um sich überzeugen und inspirieren zu lassen, hautnahen Anschauungsunterricht und kreative Geschenkideen zufinden. Die Veranstaltung ist längst zum Magneten geworden für Freunde der Kunst, aber auch für Touristen, die Erlebnisse und Erkenntnisse verbinden wollen. Altes Handwerk und alte römische Fernstraßen neu entdecken – Jülich bietet getreu seinem Stadt-Motto „Historische Festungsstadt – Moderne Forschungsstadt“ reichlich Ziele und Gelegenheit dazu, ob zu Fuß, mit dem Rad , Bus, Bahn oder Auto. Denn alle Wege führen (von Rom) nach Jülich… (Foto@Stadt Jülich/Gisa Stein)

gastro 10 September 2022 event Soulfood-Disko Das Last Exit bietet ein p+f+ges Menü an. ImEcklokal hat sich in den letzten zwei Jahren viel getan: Seit demUmbau ist der Gastraum größer und durch die Glastür kann man sehen, was in der Küche passiert. Küchenchef Jason Stephan hat früher im YI Fine Dining gearbeitet und war mit seinen Kollegen durchaus auf Sternekurs, er schwärmt immer noch von der Inspiration durch die chinesischen Chefköche. ImLast Exit, demcharmantenGastropub von Peter Niedermayer und Marcus Loos wird auf Soulfood gesetzt. Dazu nutzt Jason auch schonmal Bohnen aus dem eigenen „Garten“ an der Terasse. Ab September steht jeden ersten und vierten Samstag das „Disko-Bistro-Menü“ an: ein fünfgängiges Menü, das mit einer Überraschung startet und neben einem italienisch inspirierten Gang sowohl mit einem Fleisch- oder Fischgericht als auchmit veganen Varianten angedacht ist. Die saisonal verfügbaren Zutaten aus der Region entscheiden, was auf den Tisch kommt. \ bep Last Exit Krakaustraße 1 ↗lastexit.de Peter Niedermayer (l.) und Jason Stephan (r.) im umgebauten Last Exit. Foto: Belinda Petri neu Klein und fein Wer das Besondere außerhalb des Stadttrubels und doch mitten in der Ciry sucht, ist im Bistro Jakob 143 genau richtig. Das Bistro amFuße der wunderschönen Jakobskirche - übrigens die erste Station auf dem Jakobsweg vom Aachener Dom nach Santiago de Compostela - bietet ein modernes Interieur mit einem Mix aus Naturtönen. Auch auf der Außenterrasse kann man gemütlich sitzen, genießen und den Blick schweifen lassen. Der Musikmanager Klaus Ulrich, Gastronom Dany Ward und Geschäftsführerin Linda Kirwan bieten im Jakob 143 Frühstück, Suppen, Salate, feine Baguettes und Lunchgerichte sowie Bowls nach demPrinzip „Mix dein eigenes Ding“ an. NebenKaffeespezialitäten sowie weiterenHeiß- und zahlreichenKaltgetränken stehen Weine, Bier und Prosecco auf der Karte, für die süße Liga gibt es hausgemachtenKuchen. Ob einfach entspannen, inRuhe arbeiten, erzählen, der angenehmenMusik imHintergrund lauschen - all das ist im umgebauten Pfarrhaus nunmöglich. Für die Kleinsten gibt es einen tollenRollwagenmit Spiel- und Malsachen. \ \red Jakob 143 Jakobstraße 143 ↗jakob143.de Jakob 143 – Das Bistro an der Jakobskirche öffnete Mitte Juli seine Türen. Die Terrasse des Bistro Jakob 143. Foto: Katja Esser Genießen Sie sommerliche Gerichte in idyllischer Atmosphäre. Am Stauweiher | Diepenbenden 61 | 52076 Aachen Fon +2 41/46 82 85 69 | info@hausamsee-aachen.de www.hausamsee-aachen.com O'zapft is! ktoberfestwochen vom 17. September bis 2. Oktober! KarlsWirtshaus Aachen www.karls-wirtshaus.de Maria im Tann – Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Aachen sucht Familien als Erziehungsstellen die bereit sind, ein Kind mit einem belasteten Hintergrund dauerhaft in ihrem Haushalt aufzunehmen. Mit Ihrer pädagogischen oder medizinisch-therapeutischen Fachkompetenz begleiten, stärken und fördern Sie das Kind auf seinem Lebensweg. Unterstützt werden die Sie durch regelmäßige Beratung unserer Fachberatung, durch Supervision und Fortbildung. Voraussetzung für diese Arbeits- und Lebensform sind eine stabile Lebenssituation und eine pädagogische Ausbildung des(r) hauptsächlich Betreuenden. Bewerben Sie sich gerne per E-Mail an: info@mariaimtann.de Nähere Informationen erhalten Sie über unsere Homepage www.mariaimtann.de

11 Im Spätsommer wird geerntet – und damit gibt es einen Grund zu feiern: Am 4. September kann man zwischen dem Weinfest in Geilenkirchen, einem kulinarischen Konzert oder einer Bierwanderung inWittemwählen. Am folgenden Wochenende wird das Erntedank- und Weinfest in Tüdderen gefeiert. Vom 9. bis 11. September wird auf dem Landmarkt Mesch gegrillt. Und auf dem Landgoed Vaeshartelt findet die Landgoed Fair statt – mit ländlichen Lifestyleaccessoires, feinen Leckereien und Live-Musik. Bis zum 11. September kann man auch mitten im Weinberg im „Wijnrestaurant op het Land“ leckereMenüs vonChefkoch PatriekDoelen genießen. Bei denOpen Wijngaard-Dagen in Süd-Limburg sind verschiedene Weingüter zwischen Lemiers und Sittard zu besichtigen – und deren Erzeugnisse zu probieren. Probieren kann man auch bei verschiedenen Biertastings, beispielsweise beim Biersommelier Christian Küppers, der in der alten Tanzschule in Eilendorf sowie in der Bar Zuhause sein Bierwissen kundtut. InAlsdorf kannman sich am 23. September durch das Angebot der Langguth Biermanufaktur probieren. Am25. September wird imsüdlimburgischen Weindörfchen Wahlwiller das traditionelle Weinfest abgehalten, samtWahl derWeinkönigin. ZumMonatsende bietet die Brauerei in Wassenberg einen Braukurs an, bei dem geschrotet, gemaischt, geläutert und gekocht wird, selbstverständlich unter fachkundiger Anleitung durch den Braumeister. \ bep 4.9. „Weinfest“ Geilenkirchen ↗aktionskreis-geilenkirchen.de 4.9. „Culinair Concert & Bierwanderung“ Wittem ↗kloosterwittem.nl 8.+22.9., 14.+28.9. „Biertastings“ Aachen ↗biersommelier.ac 9.-11.9. „Landmarkt“ Mesch ↗landmarktmesch.nl 10.9. „Erntedank- und Weinfest“ Tüddern 10.-11.9. „Landgoedfair Vaeshartelt“ Maastricht ↗vaeshartelt.nl bis 11.9. „Wijnrestaurant op het Land“ Voerendaal ↗wijnrestaurantophetland.nl 17.-18.9. „Open Wijngaardsdagen“ verschiedene Orte 23.9. „FrOnk-Bier Tasting“ Alsdorf ↗biermanufaktur-langguth.de 25.9. „Weinfest“ Wahlwiler ↗wahlwillerwijnfeest.nl 30.9. „Braukurs“ Wassenberg ↗braukeller-wassenberg.de Foto: ?????????? events Wein und Bier – lob’ ich mir … Im September lässt es sich gut feiern im Dreiländereck. gastro Das Wijnrestaurant op het Land in Voerendaal aachen.de/nadelfabrik Jazz    Mah-e Manouche Sonntag, 25.09.2022, 18.00 Uhr im Foyer der Nadelfabrik, Einlass ab 17.15 Uhr Tickets: 12,00 € bzw. 6,00 € (ermäßigt), gibt es zwei Wochen vorher, ausschließlich im VVK und online, bei Ticketree.de. Der Zutritt zu dem Konzert erfolgt zu den zu dem Zeitpunkt gültigen Corona-Regeln. Halten Sie sich über unsere Website bezüglich möglicher Änderungen auf dem Laufenden. Nicole Daemen © Mah-e Manouche Sonntag, 25.09.2022

12 September 2022 Die Aachener Musikschule hat die vergangenen zwei Jahre während der Pandemie effektiv genutzt. Mit „MufabMusicMedia“ gibt es eine frisch aufgesetzteOnline-PlattformfürMusikunterricht und -vermittlung, die denherkömmlichenPräsenzunterricht nicht nur ergänzt. Als eine kleine Halle innerhalb des Gebäudes frei wurde, wurde innerhalb weniger Monate tatkräftig eine neue Konzertlocation namens Area 28 hergerichtet. Thomas Berndt und Horst Schippers sind als Pianist und Schlagzeuger bekannte Gesichter in der Aachener Musikszene und gleichzeitig Inhaber der mittlerweile 20-jährigen Institution Mu’Fab. Coronabedingt wurde es oft sehr eng in denRäumen der privat betriebenenMusikschule, zumal, wenn es umdie Proben von Bigbands undChören vor Ort ging. Die neue Konzertlocation ist daher in erster Liniemithin kein exklusiver Ort für Livemusik, sondern ein notwendiger weiterer Raum für Unterricht und Proben mit vielenMenschen. In dem jetzt geschaffenen, im Parterre der Fabrik gelegenenRaumwar vorher eine Kirchengemeinde ansässig. „Wir haben die Chance ergriffen, um neue Sachen zu entwickeln. Die Vision ist schon lange da, dass wir eigentlich einenKonzertraumbrauchen. Wir haben so viele Bandprojekte hier, die Arbeit der Dozenten, dieWorkshops ... Undwir werden auch immer wieder gefragt, ob externe Leute hier spielen können“, erläutert Thomas Berndt. Im September wird ein Orchester entstehen, ein neuer Chor stellt sich auf. Beide werden jetzt ideale Bedingungen vorfinden. Der Umbauwurde basisfinanziert von einem Verein, der dieMu’Fab bei der Materialbeschaffung oder gelegentlich auch bei der Unterstützung sozial benachteiligter Familienunterstützt. DieHauptarbeit leistete inden vergangenenMonaten Horst Schippers, dem auf der Internetseite derMusikschule auch zusätzliche „kreative Hausmeistertätigkeiten“ zugeschriebenwerden. Thomas Berndt: „Das hat der Horst quasi allein durchgezogen. Ichhabe ihmda freieHand gelassen. Er hatWände eingezogen, die Bühne gebaut. Ab und an hat noch ein Schreiner mitgeholfen. Sehr wichtig ist uns ein guter Schallschutz, dass der Raum im Klang furztrocken wird.“ Eine Schnittstelle zu den Konzerten wird die „MuFab Music Media“ sein. Denn der Plan ist, dass alle Konzertemitgeschnitten und gestreamt werden können. Ein Vorbild ist hier der Kölner Jazzclub „King Georg“ der wöchentlich mehrere Konzerte streamt und dessen Portfolio mittlerweile auf über 150 Konzertmitschnitte angewachsen ist. Hierzu müssen Vereinbarungen mit den Künstlern getroffen werden, ein Team aus Video- und Tontechnikern zusammengestellt werden und auch Menschen gesucht werden, die bei denKonzertenGetränke verkaufen. Umalles auf sichere Füße zu stellen, soll für die Auftrittsreihen, Lehrgänge undWorkshops ein zusätzlicher Förderverein gegründet werden. Musik ist ein immens wichtiges Kulturgut und auch ein Standortfaktor. Mit dem berechtigten Anspruch von Fördermitteln – sei es von Stadt, Euregio, dem Land oder Bund –, die die (imGegensatz zurfinanziell gut ausgestatteten städtischen Musikschule, privat als GbR geführte) Mu’Fab bisher nicht erhalten hat, geht der Blick nach vorne. Thomas Berndt sagt: „Wirmachen seit 20 Jahren diesen Laden, haben sehr viel Zeit und Geld investiert und noch nie einen Cent Geld gesehen, von niemanden. DieWeiterführung des Projekts steht und fällt irgendwann damit, ob es eine Förderung geben kann.“ Mit dem Konzert des Art’n Schutz Orchester beginnt für Area 28 eine neue Zeitrechnung. Man kennt und schätzt sich untereinander schon lange persönlich. Saxophonist Heribert Leuchter probt des Öfteren auch in derMu’Fab. Seit der Pandemie hat es innerhalb des seit 2004 existierenden Orchesters, welche sich als „Band-Werkstatt“ des europäischen Jazz versteht, einige Umbesetzungen gegeben: SängerinAnirahtak hatmit Nina Leonards und Nora Jimweibliche Verstärkung imbishermännerdominierten Ensemble erhalten. Kontaktlos haben alle währendCorona zwei Stücke produziert, die auf Youtube hochgeladen wurden. \ Oben: Thomas Berndt im noch nicht komplett fertigen neuen Veranstaltungsort. Rechts: Weiblich verstärkt – das aktuelle Art’n Schutz Orchester Neue Ära für Area 28 Ein neuer Konzertraum ist innerhalb der Mu’Fab am Grünen Weg in Aachen entstanden. Am 10. September gibt es die Premiere mit einem Konzert des Art’n Schutz Orchester. Von Richard Mariaux Foto: Richard Mariaux Die ersten Termine 10.9. Art’n Schutz Orchester 25.9. Invisible Touch; 22.10. Der Berndt / Klangfahrer 29.10. Claim21. Art’n Schutz Orchester: Anirahtak – Stimme; Uli Jend – Sopran-, Altsaxophon; Christoph Titz – Trompete, Flügelhorn Heribert Leuchter – Bariton-, Alt- und Sopransaxophon Nina Leonards – Violine Jürgen Sturm – Gitarre Nora Jim – Piano Lothar Galle-M. – Bass Steffen Thormählen – Schlagzeug. \ AREA 28 Foto: Loni Liebermann

musik 13 buch Fakten & Fiktionen David Mitchell schreibt einen Roman-Wälzer über die Swinging Sixties in London Es ist Märchenzeit, liebe Kinder. Die, die ihr die aufregenden 60er Jahre miterlebt habt, dürftet euch pudelwohl fühlen in DavidMitchells neuestem Roman „Utopia Avenue“: 750 Seiten prallvolle Geschichten aus den Swinging Sixties in London. Protagonisten zuhauf – von Jimi Hendrix über Brian Jones bis hin zu Sandi Shaw, Syd Barrett, Francis Bacon, AllenGinsberg oder Leonard Cohen. Der Plot greift den Alltag einer (fiktiven) aufstrebendenMusikband auf. In denNebenrollen: Drogen, Sex, Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg. Flower-Power als Antrieb für gesellschaftliche Umbrüche nicht nur in England – sondern überall zwischen San Francisco, Paris und Berlin. Mitchell schöpft aus dem Vollen, um die Vibes dieser Zeit zwischen zwei Buchdeckel zu pressen. Fiktiv ist hingegen die Geschichte einer Band namens „Utopia Avenue“. Der bisher erfolglose Manager Levon Frankland setzt fast reißbrettartig eine Band zusammen: eine aus der Folkmusik kommende Sängerin/Pianistin aus bürgerlichen Verhältnissen, ein Jazz-geschulter Schlagzeuger (Ginger Baker kommt einem in den Sinn), der selbstbewusst auftretende Bassist Dean, den sein elterliches Arbeitermilieu immer wieder einholt, sowie ein an einer schweren Psychose leidender, alles könnender Freigeist an der Gitarre. Er, ein verstoßener Sohn aus einer niederländischenDynastie, der die Ferien in seiner Jugend im (vielen Aachenern nur zu bekannten) Domburg verbringt. Fertig ist das Casting einer Band, die sich auf den ersten 400 Seiten – trotz eines Auftritts bei „Top of the Pops“ mit Album und zwei Singles mehr mit kommerziellen (und privaten) Rückschlägen befassen muss. Der englische Schriftsteller David Mitchell wurde vor allem mit seinem Roman „Der Wolkenatlas“ (Cloud Atlas), der 2012 von Tom Tykwer („Lola rennt“/„Babylon Berlin“) und den Geschwistern Wachowski („Matrix“) mit unter anderem Tom Hanks verfilmt wurde, bekannt. Mitchell flicht auch witzige fiktive Bezüge zu Tykwer und Co. in den Roman ein. So gibt es hier zum Beispiel die seltene Pressung einer Platte des „Wolkenatlas Sextetts“: „Aufgenommen in Leipzig vonR. Heil, J. Klimek & T. Tykwer, 1952“ – diese drei verantworteten den Soundtrack zu „Cloud Atlas“ und „Babylon Berlin“ – undwaren 1952 noch nicht gar auf dieser Welt. „Utopia Avenue“ bleibt eher eine Leseempfehlung fürMusik-Aficionados dieser spannenden Epoche. Literarisch bleibt Mitchell hier unter seinenMöglichkeiten: Die Sprache ist oft simpel, die Szenerienwechseln bruchstückhaft und unentschlossen zwischen Fiktion undMitchells Bestreben, hier auch ein Stück realer englischer Sozialgeschichte dieser Zeit für die Leser erfahrbar zu machen. \ rm Der englische Schriftsteller David Mitchell Foto: Eoin O’Conaill David Mitchell „Utopia Avenue“ Rowohlt Verlag 745 Seiten 26 Euro www.mobilitaetswoche.eu www.umweltbundesamt.de Better connections – Besser verbunden Aktionswoche zur nachhaltigen Mobilität in Aachen Mehr auf www.aachen.de/emw 2022

musik 14 September 2022 lokale helden In the right place at the right time Gerade mal 24 Jahre alt, hat der Aachener Pianist undHammondspieler Simon Oslender bei Konzerten wie Studioproduktionen bereits eine Kolleginnenschar begleitet, wofür andere Cracks ihre halbe Lebenszeit benötigen. ImElternhaus in Walheim wurde er früh an die Musik herangeführt: Mit zwei Jahren trommelte er auf einem Schlagzeug herum, die Liebe zum fetten Hammond-Sound weckte sein Vater, als er ihm eine Konzert-DVD von JohnMayall &The Bluesbreakersmit TomCanning an der Hammond B3 vorspielte. Bereitsmitten in der Schulzeit, imAlter von zwölf Jahren, begann SimonOslender professionell zu spielen.Mit dem Schlagzeuger Jérôme Cardynaals gründete er das Duo Twogether, das drei Preise beimrenommierten Prinses Christina Jazz Concours in Amsterdam gewann. Mit 18 Jahren tauchte sein Name auf demAlbum „Live Down Under“ (recorded at Bird’s Basement, Melbourne, Australia) keines Geringenen als des (Ex-Miles Davis-Saxophonisten) Bill Evans (&The Spykillers) auf. AmSchlagzeug:WolfgangHaffner, bis heuteMentor und Freund des jungen Keyboardtalents, der damals selbst mit 18 Jahren vonAlbertMangelsdorff in dessen Band geholt wurde. Apropos Haffner. Der gut vernetzte, gebürtige Nürnberger Jazzdrummer schaffte es am ersten August-Wochenende, mit dem Nürnberger Jazz-OpenAir „Stars im Luitpoldhain“ die unglaubliche Zahl von 65.000 Zuschauern anzuziehen! Jazz wurde hier stilistisch allerdings etwas breiter interpretiert: Cassandra Steen, Nightmares on Wax, Mezzoforte, Nils Landgren, Thomas Quasthoff und Max Mutzke haben es hingekriegt, dass sogar die „Süddeutsche“ von einem „Jazz-Woodstock“ sprach. Und wer saß in der alle begleitenden German Allstar Bigband an den Tasten? Simon Oslender! Oslender präsentiert sich am Klavier genauso virtuos wie an der Hammondorgel. Das ist keine Selbstverständlichkeit, da die Spieltechnik beider Instrumente doch sehr unterschiedlich ist. Sein Spiel ist geschult an einer langen Reihe von Blues- und Jazz-Traditionalisten wie Dr. Lonnie Smith, Jimmy Smith, Joe Sample (The Crusaders), Dave Gruisin bis hin zu George Duke, dem Oslender auch ein eigenes Stück („One For G.D.“) auf seinem ersten Soloalbum „About Time“ widmete. Bereits „About Time“, eingespielt mit Haffner, aber auch mit dem Schlagzeuger Hendrik Smock sowie Claus Fischer am Bass zeigt die kongeniale Versiertheit des Musikers, den immerhin die US-Schwergewichte Bill Evans und Randy Brecker bei je einem Track begleiteten. Im April dieses Jahres erschien sein zweites Album „Peace Of Mind“. Will Lee spielte den Bass, Wolfgang Haffner die Drums. Zur kommenden Tournee begleiten ihn wiederum Fischer und Smock. Ein kongeniales Trio. Anfang Oktober in Eupen am richtigen Ort und zur richtigen Zeit! \ rm 1.10. Simon Oslender Trio 20 Uhr, Alter Schlachthof, Eupen ↗alter-schlachthof.be klassikfestival Meisterhafte Klassik Im Oktober beginnt die neue Saison der Meisterkonzerte Aachen Insgesamt acht Konzerte stehen in der im Oktober beginnenden Konzertsaison 2022/23 bei den Meisterkonzerten Aachen auf dem Programm, darunter Spitzen-Gastorchester aus Paris, London, Amsterdam, Antwerpen und Rotterdam sowie natürlich aus Eindhoven die philharmonie zuidnederland, seit mehreren Jahren verantwortlich für die Meisterkonzerte Aachen. In der kommenden Saison finden fünf Konzerte in Heerlen, zwei Konzerte in Aachen und ein Konzert in Köln statt. Für die Konzerte im benachbarten Heerlen und nach Köln gibt es einen kostenlosen Bustransfer. „Die Meisterkonzerte Aachen bieten hochwertige klassischeMusik, nicht nur in Aachen, sondern in der Euregio. Neben denKonzerten imEurogress Aachen gibt es in dieser Saison wieder Konzerte in den Parkstad Limburg Theaters in Heerlen. Doch in diesem Jahr gehen wir noch einen Schritt weiter, denn wir machen auch einen Ausflug in die Kölner Philharmonie ...“, sagt Intendant Dr. Stefan Rosu. Musikalisch ist das Angebot äußerst breit gefächert: Viele Klassiker sind dabei, wie beispielsweise Wagner, Mozart, Mahler, Bartholdy, Tschaikowski, Bartók, Beethoven, Schubert, Debussy, Schostakowitsch, Ravel und Schumann, aber auchweniger bekannte Komponistenwie Elgar, vanVeldhuizen,Williams, Poulenc, Adámek, Janácˇek oder MacMillan. \ red Tickets und Abonnements (Ermäßigte) Tickets sind erhältlich im Medienhaus Aachen, im Kartenhaus in Würselen und Alsdorf sowie online direkt beim Veranstalter: ↗meisterkonzerte-aachen.de Übersicht Oktober Meisterkonzerte Aachen Saison 2022/23 11.10. London Philharmonic Orchestra 20 Uhr, Theater Heerlen Dirigent: Edward Gardner Solist: Roeland Hendrickx, Klarinette Richard Wagner, Ouvertüre zu „Tannhäuser“ Wolfgang Amadeus Mozart, Klarinettenkonzert A-Dur, KV 622 Edward Elgar, Enigma Variations, op. 36 28.10. Koninklijk Concertgebouworkest 19.30 Uhr, Theater Heerlen Dirigent: Daniel Harding Rick van Veldhuizen, Mais le corps taché d’ombres für Harfe und Streichorchester Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 9 D-Dur Roeland Hendrickx an der Klarinette ist als Solist beim ersten Konzert am 11. Oktober dabei. Foto Wikimedia Commons Simon Oslender (Mitte) ist ein viel gefragter Mann an der Hammond. Foto: Lena Semmelroggen Der Aachener Simon Oslender schafft in wenigen Jahren, wofür viele Musiker ein halbes Leben benötigen. Ein Erklärungsversuch.

musik 15 Das Ehepaar Susan Tedeschi undDerek Trucks stellte 2010 diese formidable zwölfköpfige Band zusammen um genau was zu tun? Eine großartige Melange aus Blues, Country, Jazz, Gospel und Soul zu spielen, die gerade live zu vollster Höchstform aufläuft und auch einen bangalesischen Sarad-Virtuosen wie Alam Khan nahtlos in dieses große Konstrukt einzubinden vermag („Live from the Fox Oakland“). Die Musik der vier CDs der aktuell bis zum 9. September nacheinander veröffentlichten Serie „I Am The Moon“ basiert auf einer mythischen persischen Geschichte über ein unglücklich verliebtes Paar und entstand für die US-Amerikaner als Idee in einer vereinsamten und isolierten Phase während der Corona-Pandemie. Die Tedeschi Trucks Band vertont dieses Epos (I. Crescent, II. Ascension, III. The Fall, und IV. Farewell) in 24 Songs mit mehr als zwei Stunden Spielzeit. „Die Entscheidung, I Am The Moon in vier verschiedenen Episoden zu veröffentlichen, kam zustande, als wir an Platten dachten, die wir lieben“, sagt Trucks und nennt Axis: Bold as Love, die 1967er LP der Jimi Hendrix Experience. „Sie ist 36 Minuten lang. Das ist der richtige Weg, um eine Platte zu verdauen.“ Mit „I Am The Moon“ nutzt die TTB das gesamte Spektrum amerikanischer Roots-Musik zu einer stimulierenden und virtuos inszenierten Reise; im Gepäck eine Sufi-Geschichte aus dem 12. Jahrhundert des Poeten Nizami. „Romeo & Julia“ war, ist und bleibt eine universelle Geschichte. \ rm Matthis Pascaud ist ein junger talentierter Gitarrist undHughColtmanwar Sänger einer britischen Bluesband namens The Hoax. „Cha Dooky Doo“ hieß der erste Song des großen Dr. John der ihnen zuOhren kam. Spontan beschlossen sie ein Album mit Songs von Malcolm „Mac“ JohnRebenack aufzunehmen und ihre Auswahl und Interpretationen haben es in sich! Dr. John ist eine Heiligkeit und Korpyphäe in der US-amerikanischen Musikgeschichte. Sein in New Orleans hergestelltes, mit Voodoo-Metaphern angereichertes Gebräu aus gleichermaßenR&B, Blues und Jazz könnte und sollte als immateriellesWeltkulturerbe für die ganze Bayou-Region gelten. Pascaud und Coltman haben Respekt vor dem Werk des 2019 verstorbenen Musikers. Ihr Album, aufgenommen in einem Raum, mit Mikrofonen, älter NEUETONTRÄGER als die beiden zusammen sind, schwitzt denfiebrigen Wahnsinn der Songs Mac Rebenacks aus. „Mama Roux“, „LoopGarou“ oder „IWalkOnGuilded Splinters“ stehen demMeister wesentlich näher, als die vielen Coverversionen von Jess Roden, Cher, Humble Pie bis Paul Weller. Dem Doktor hätte es gefallen ... rm Drei Jahre sind seit dem letzten Album dieser fantastischenQueeren-Pop-PunkLady vergangen! Den Drang zur Hymne lebt bereits der Opener „TrainComes Trough“ aus, der sich kontinuierlich auf denmächtigen Schlusspunkt zubewegt. Musikalisch ist das Spektrumnoch breiter geworden. Da trifft Cabaret-Stomp auf TomWaits, Power-Chords edelnMagnetic-Fields Girl-Pop, NewWavemacht einen auf New Radicals, Suede-Pathos bettet sich auf Velvet Underground. Ein mächtiges Stil-Buffet, dem man aber stets die vereinheitlichende Songwriter-Intention anhört. Großes Zeug, diesmal insgesamt etwas elektronischer im Gesamtsound, aber immer noch die große Pop-Geste in jeder Sekunde präsent. \ kk Es ist schon eine ganz eigeneWelt, in der sich Friedrich Liechtenstein eingerichtet hat. Die Realität wird immer leicht versetzt in Richtung Eleganz und Beiläufigkeit undHumor. Schön zu hören auf den SpokenWord-Stücken, auf denen die Versprecher und die stimmölenden Schlürfer aus der Tasse mitgenommen werden. Im steten Wechsel: Liechtenstein singt sich durch Klassiker des Hotelbar-Entertainments: „We Have Alle The Time In The World“, „They Long To Be Close To You“, „I Saved The World Today“. Dann auch wieder eigene, hüftsteif-funky Eigenkompositionen wie das titelgebende „Good Gastein“. Weniger elektronisch als noch das Ursprungsalbum „Bad Gastein“ hat Liechtenstein jetzt eine jazzige Combo um sich versammelt, die selten einmal Richtung 90s Groove abbiegen. VorbildManfred Krug wird nicht nur indirekt imschönen „Ach Berlin“, sondern direkt auchmit demCover „DasWar Nur Ein Moment“ gehuldigt. \ kk Wenn die Sonne aufgeht in der fröhlichen Hippie-Kommune wird zum Morgenappell gerne Musik von Panda Bear & Sonic Boom gespielt. Mal Tedeschi Trucks Band I Am The Moon Fantasy/Concord/Universal Matthis Pascaud & Hugh Coltman Night Trippin’ Sony Masterworks Ezra Furman All Of Us Flames Bella Union/PIAS Friedrich Liechtenstein Good Gastein Motor Entertainment/Edel/ Believe Digital Panda Bear & Sonic Boom Reset Domino Records/GoodToGo MACMärkteundAktionskreis Citye.V. Lust auf Aachen www.aachenseptemberspecial.de Light Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen 15. –18.09.22 MOBILITY SPECIAL 18.09.22 · Open Air in der City · Bühne im Elisengarten · Eintritt frei

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