Klenkes - September 2022

musik 16 2eptember 2H22 Drei klassisch am Konser(atorium ausgebildete Perkussionisten begeben sich au> musikalische Abwege und >r:nen der Lust zum 2ongco(ern. Wohlgemerkt – alles nur mit Perkussionsinstrumenten (om #eckenM Gong bis zum0ibraphon oder der Windmaschine. Unterstützung `ndet das Trio SR 9in 0okalistQinnen wie !amilleM #lick #assV oder 2andra AkakC. Für „DC<Z 0u“ UAo FormatI IndigoT gelingen wirklich neue Formate (on 3ihannas „Don$t 2top The Music“M Ariana Grandes „6ne Last Time“ oder Frank 6ceans „2uper 3ich Kids“. England und Gretchen Peters. Das ist eine besondere #eziehung und deshalb wurde das Li(ealbum „The 2how – Li(e >rom the UK“ UProper 3ec.I #ertusT der unter anderem2ongs >ür #onnie 3aittM Etta James oder The Ae(ille #rothers schreibenden !ountrVI AmericanaK2ängerin während ihrer UKKTour 2H18 au>genommen. Ein DoppelalbumM au>geteilt in zehn 2ongs mit Unterstützung eines weiblich besetzten 2treich*uartetts sowie acht 2ongs mit ihrer #acking #and. Horace Andys Karriere hat auch bereits mehr als 5H Jahre überdauert. Einem gr:Jeren Kreis bekannt wurde der <amaikanische 3ootsK3eggaeK2änger durch seine Mitwirkung bei Massi(e Attack. „Midnight 2corchers“ U6nKU 2oundI3ough TradeT ist ein 2e*uel seines letzten Albums „Midnight 3ocker“ U>ür „Mo<o“ AndVs bestes Album seit 4H JahrenT. „Midnight 2corchers“ enthält ein paar neue TracksM DancehallK3eworksM deepe Dub 3eggaeK0ersionen und den Au>tritt (on ein paar GastKToastern. Doug Martsch hat seit den 8Hern unK zählige Built To SpillKAlben au>genomK men. Martsch ist eine IndierockKIkone + >ür ihn und UwechselndeT #andmitK glieder ist es umso sch:nerM dass das neue Werk „When The Wind Forgets bour Aame“ U2ub PopI!argoT au> dem KultKLabel aus 2eattle gelandet ist. Fier geh:rt es hinM denn die Musik (on #uilt To 2pill ist längst nicht auserzählt. -hnK lich wie Aeil boung + !razV Forse wird der 2ound zwar wenig (erändertM aber das 2ongwriting hebt$s (on (ielem ab. Jazz kann so was (on entspannt sein. Wie ein ruhigerM langsamer Fluss ziehen sich die neun Tracks (on „Terra“ UEn<a 3ec.IbellowbirdT dahin. Das erste Album der Hannah Weiss Groupscha>>t in der Kürze noch knappe 2olopassagen >ür PianoM #ass und GastK2aWophonist Moritz 2tahl. Fannah Weiss singt mit etwas wenig modulierender 2timmeM die ihr 2H18 immerhin den „#MW Welt boung Artist Jazz Award“ einbrachte. \ red UNDSONST? der fröhliche Maultrommel-Schunkler „Gettin’ To The Point“ oder „Edge To The Edge“ halb Brian Wilson-Gedächtnisnummer, halb Kraftwerk-Frühlingserwachen-Gefiepsel. Tolle Sache, diese erstmalige Kooperation auf Albumlänge der langjährigen Freunde Panda Bear und Sonic Boom. Heitere Psychedelic mit meditativ-positiver Grundstimmung, südliche Gefilde winken amHorizont, alles ist leicht und heiter. Die beiden Herren ergänzen sich vorzüglich, die gerne mal in den Drone-Bereich driftende, sirupartige Schwere von Sonic Boomwirdmit den heiteren Gesängen Panda Bears zugunsten einer Beach-Boys-Leichtigkeit aufgebrochen. Könnte auch Bonobo-Hörern gefallen! Für endlose heitere Sonnentage auf dem Lande der ideale Soundtrack! \ kk Coverversionen-Alben, das war beim ersten Nouvelle Vague-Album noch charmant, aber entwickelte sich schnell zur Pest: Swing-Coverversionen von Punk-Songs, Light-Jazz-Varianten von Metal-Klassikern, das Musical-Äquivalent für ironische Indie-Hörer, bah! Hier hingegen ist schon durch die Zusammensetzung eine interessante, neue Perspektive gegeben. Das weiblich-männliche Duo ZooeyDeschanel undM.Ward geben den einsamen Gesängen des Beach-Boys-Chefs eine neue Geschlossenheit und machen etwa aus „Wouldn’t It Be Nice“ eine wirklich fröhlich schwingende Variante. Die Auswahl kommt in vielen Fällen natürlich demClassic Americana Sound des Duos entgegen, die musikalische Verwandtschaft zum Girl Group Pop der 60er kommt so zumBeispiel in „Melt Away“ toll zur Geltung, oder es wird –meisterhaft – „Til I Die“ in eine Wüstenrock-Version überführt. So ergebenCoverversionen Sinn, bei jedem Song eine eigenemusikalische Idee. Insgesamt wird die Vision des BrianWilson oft auf ihre älterenUrsprünge zurückgeführt, als wären seine Songs bereits Coverversionen gewesen. Brillant. \ kk Der US-amerikanische Sänger und Gitarrist Ben Harper ist ja auch schon ein paar Dutzend Jahre aktiv.Wie viele Platten er in diesemZeitraumgemacht, entzieht sich meiner Kenntnis, doch trifft die deklinierte Form„Dutzende“ sicherlich. Umso schöner, dass er und seine langjährige Begleitband The Innocent Criminals mit einem weiteren Album namens „Bloodline Maintenance“ keinerlei Gefühl von Leere und Überflüssigkeit erzeugt. Im Gegenteil, hier verspürt man eine Dringlichkeit, die politische („Rascism – we need to talk about it!“) wie private Unzulänglichkeiten in starke Songs kleidet, die ihrenUrsprung imSoul und Funk der 60er/70er Jahre haben, aber auch Raum für Jazzsaxophon-Soli, Gospel-Seligkeit und rohemarkante Bluesriffs geben. Verblüffend, wie oft einemAl Green in den Sinn kommt, wennHarper stimmlich anhebt, während sein variantenreiches Gitarrenspiel hier beileibe nicht nur Wohlklang aufkommen lässt! \ rm Nanu, Lautsprecher oder In-Ears kaputt? Nein, Hot Chip haben auf ihrem mittlerweile achtenAlbum imOpeningTrack „Down“ erstmal dreißig Sekunden die Basslinie weggelassen. Danach hämmert sie denZuhörer umsomehr aus der Lethargie. Es geht wieder umeinhundert Prozent funky Disco-Laune, für die die fünf Briten diesmal mit besonderemEngagement zu Werke gegangen sind. So wurde für den überdrehten Titeltrack „Freakout/Release“ das belgische Tontüftler-Duo Soulwax rekrutiert, die natürlich nicht zurück nachHause fuhren, ohne vorher Roboterstimmen und lärmige Gitarrenrefrains in den Track zu pflanzen. Das melancholische „Broken“ und das chillige „Hard To Be Funky (feat. Lou Hayter)“ knüpfen mit wohligenRetro-Electropop-Sounds graziös an frühere Hot Chip-Sternstunden an. Dabei gelingt es der Band ganz ausgezeichnet, die bereits erhaltenen Lorbeerenmit neuem Entdecker-Fieber zu garnieren. Textlich geht das nochmal ein paar Ebenen tiefer: „Wir leben in einer Zeit, in der man den Eindruck bekommt, dass viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen die Kontrolle über ihre Leben verlieren“, so Joe Goddard imBezug auf das Album. Also weg mit der Lagerfeld-Joggingbuxe, geschmeidiges Partyoutfit anziehen und optimistisch gegen die Depression antanzen. \ kt Die studierte Komponistin (HdK, Berlin), Sängerin und Keyboarderin Stepha Schweiger widmet sich mit ihrem neuen Album erneut demWerk der neuseeländischen Schriftstellerin Katherine Mansfield. Mansfield verstarb bereits 1923 früh an Tuberkulose und hinterließ ein überschaubaresWerk anKurzgeschichten, die ein privat wie berufliches selbstbestimmtes Lebensmodell skizzierten. Ihr Einfluss ist bis zumheutigen Tag enorm und daher verwundert auch nicht die künstlerische Auseinandersetzung, die die Elektro-Avantgarde-Künstlerin Schweigermit „TinyMoment“ fortsetzt. DenKern ihrer Band bildenAdam Goodwin undRobert Pepe Pöschl an den Bässen und Max Huber am Schlagzeug. Gastrollen haben zwei Gitarren und ein Saxophon. Schweigers Kompositionen sind rau, nutzen Stilmittel des Punk, der Psychedelia und des Kraut-Rocks. Der Sound ist fast lakonisch, erinnert mal an Lou Reed und Velvet Underground. Die Botschaft ist existenzialistisch wie „Pitiful God“, wo Mansfield einefiktive Gottheit anspricht, auf die kein Verlass ist, da sich in der Absurdität alles Unmenschliche wiederholt. \ rm Das Quartett, NateWooley an der Trompete, setzt sich aus Mary Halvorson an der Gitarre, Susan Alcorn an der Pedal Steel undRyan Sawyer amSchlagzeug zusammen. Widmete sich ihr Debüt „Columbia Icefield“ 2019 noch der Vertonung des größten Eisfeldes in den Rocky Mountains, führen sie uns mit „Ancient Songs of Burlap Heroes“ back Home. Einen Ort befremdlicher Kinderzimmer und seltsamer Einsamkeit. Diese Emotionen werden durch Echoräume, Drones und FieldRecordings der erhabenenGröße urwüchsiger Natur gegenübergestellt. Horcht man in die uralten Lieder hinein, so begibt man sich auf einen Trip, der zu einemriesigen Berg, einemAmeisenhaufen oder in einenWald ausMammutbäumen führt. Intime Momente wechseln sich ab mit dramatischen Episoden, in denen die Trompete direkt am Ohr improvisiert. Überzeugender kannman die Sinnsuche eines Sound-Ethnologen, der nach extremen Abenteuern seine Wurzeln sucht, kaumumsetzen.Wooley stellt sich somit einemuniversalenDilemma – demKampf mit und gegen dieNatur. Für alle, die in unruhigen Zeiten den Kompass suchen. \ z’kay Lola Kirke ist die Tochter des Free/Bad Company-Schlagzeugers SimonKirke – so viel Gossip muss sein. Die Sängerin und Schauspielerin hat ihr zweites Album „Lady For Sale“ auf Jack Whites Label Third Man Records veröffentlicht und in Nashville mit einer tauglichen Studioband aufgenommen. Kirke mischt in ihrerMusikAmericana/Country mit Spielarten radiotauglichem Mainstream-Pops. Den zweideutigen Albumtitel stellt sie richtig: „,Lady For Sale‘ ist mein süffisanter und ironischer Kommentar zu einer Kultur, die Selbstvermarktung beziehungsweise die eigene Kommerzialisierung und das eigene Zur-Ware-Werden nicht nur akzeptiert, sondern belohnt.“ Aha. \ rm She & Him Melt AwaV – A Tribute To #rian Wilson FantasVK!oncordIUni(ersal Ben Harper #loodline Maintenance !hrVsalis 3ecordsIPIA2 Hot Chip FreakoutI3elease DominoIGoodtogo The Moon Is No Door TinV Moment L$2T 3ec.I#roken 2ilence Nat Wooley Ancient 2ongs o> #urlap Feroes PVroclastic 3ecords Lola Kirke LadV >or 2ale Third Man 3ecordsI #ertus Musik(ertrieb

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