Klenkes - August 2022

magazin 5 Am 20. und 21. August ist Landmarkt. Es gibt Workshops, Musik, Spaziergänge und Kaffee und Kuchen. Wer wissen möchte, wie es abseits einer Veranstaltung auf 4 Linden zugeht, ist herzlich eingeladen, zum Hoftag zu kommen. Dieser findet immer am dritten Samstag im Monat von 10 bis 17 Uhr statt. \ AUGUST TERMINE Andreas macht das, was heute ein Trend ist, schon seit 40 Jahren. Gina Mues, seit 2019 Bewohnerin von 4 Linden Architekt Andreas Dilthey lebt mittlerweile etwas zurückgezogener auf dem Gelände. Was nicht bedeutet, dass er sich nicht mehr einbringt. Auf seinem Areal bearbeitet er Projekte, gibt Seminare und kann dort in Ruhe wohnen. Auf 4 Linden sind Besucher:innen stets herzlich willkommen, zum Beispiel im Café. Das Fachwerkhäuschen hat Andreas Diltheys Sohn in seiner Ausbildung gebaut. Ganz schön viel Arbeit undKommunikation, die damit verbunden sind. Immer wieder hinterfragt sich dieHofgemeinschaft und definiert, welcheHaltung sie einnehmenmöchte. Und ob diese Überlegungen immer noch aktuell sind. Im Fokus steht für die Gemeinschaft momentan etwa, energieautark zu werden. GinaMues spricht etwa von einer Photovoltaikanlage. Dafür braucht 4 Linden allerdings finanzielle Unterstützung. „Wir machen das ja nicht nur für uns, sondern öffnen die Tore und gucken, dass Leute vorbeikommen.Wir arbeiten für eine gesellschaftliche Veränderung.“ Und das erfordere neben einer ganzenMenge Kopfarbeit undAnstrengung eben auchGeld ausmehreren Ecken. Dass das Wohlbefinden des Menschen zentral ist für die 4-Linden-Bewohner:innen, wird in ihremZusammenleben deutlich. Gerade haben sie etwa die Einweihung der hofeigenenKapelle gefeiert. Die ist in ihrer Bauart einemrunden Stalltypus nachempfunden, den Andreas Dilthey aus dem Kongo kennt. Neue Projekte gibt es bereits: In Planung sind einGlückshaus und einMuseum. „Was braucht es, um glücklich zu werden?“, ist eine Frage, die Andreas Dilthey in die Runde stellt. Schnell kommt das Gespräch auf Dr. Ha Vinh Tho, ehemals sozusagen Glücksminister von Bhutan. „Das ist der einzige Staat, der in der Verfassung stehen hat, dassMenschen einAnrecht auf Glück haben“, sagt GinaMues. „Dasmusst du dir aufschreiben!“, ergänzt sie und lacht. Für sie, die gerne Zeit mit Eseln verbringt, viel gereist ist und Akkordeon spielt, steht im Fokus, dassMenschen ihre Lust nicht verlieren. „Wenn ich hier Unkraut jäte, habe ich Lust dazu, weil mich dieser Ort inspiriert.“ Und wenn ein Kindergeburtstag stattfindet, so ist es Gina Mues wichtig, dass die Kinder mit etwas mehr Wissen wieder nach Hause gehen und den Eltern zum Beispiel von der Artemisiapflanze erzählen. „Wir haben eine Mitverantwortung für die Welt. Bei allem, was ich mache, muss ich daran glauben“, fasst Andreas Dilthey zusammen, was wohl auch seine Mitbewohner:innen empfinden. Die wiederumverfolgen alle bestimmte Aufgaben und persönliche Neigungen. Da ist zum Beispiel Gesa Kiesow, die von den anderen für ihren grünenDaumen bewundert wird und sich viel um den Garten kümmert. Oder Kim Kerkhof, die die Airbnb-Vermietung organisiert und denHof gerne bekocht und bebackt. GinaMues hingegen liefert dafür lieber das Rohmaterial, sie stellt zum Beispiel Tee und Tinkturen her und hält die Fäden in Sachen Veranstaltungen zusammen. Einmal im Monat treffen sich alle gemeinsam zum Hoftag, an dem Aufgaben erledigt werden, die in der Gruppe besser zu bewältigen sind. Die Gemeinschaft wird dabei selbstverständlich auch gestärkt. ImGespräch entwickelt sich spontan die Idee, den Hoftag doch alle zwei Wochen zu veranstalten. „Hoftag ist super“, findet Kim Kerkhof, in der kleinen Runde erhält sie Zustimmung. Alles erlaubt 4 Linden ist ein bisschen wie eine Schatztruhe. Auf demHof gibt es eineMenge zu entdecken, zu lernen und noch mehr in Gesprächen mit den Bewohner:innen zu erfahren. Undwer gerade keine Lust auf Menschen hat, kann zumBeispiel bei den Eseln vorbeischauen. Alles akzeptiert. Freiraum, Achtsamkeit, Inspiration, und vor allem Lust bewahren, sind schließlich zentrale Lebensaspekte auf dem Hof. \ ↗4-linden.eu

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