Klenkes - August 2022

spezial made in aachen 32 August 2022 pop-up-campus Die Zukunft des Baus: Vorhandenes Material Was hat es eigentlich mit der ehemaligen Bausparkasse auf sich, auf deren Flachdach nun in gelb „Bau Wende“ prangt? Schaut doch einfach mal rein. Von Svenja Stühmeier Eine Art übergroße Vitrine soll das Gebäude an der Theaterstraße 92 sein. Es soll neugierig machen, schon ein wenig auf den ersten Blick erklären, und vor allemdie Leute ansprechen, die einfach daran vorbeigehen. Typischen Vitrineninhalt – Porzellanfiguren, Miniaturautos, Erbstücke – bekommen sie allerdings nicht zu sehen. „Wir wollen in einem erweiterten Campus im Herzen der Stadt arbeiten“, erklärt die kuratorische Leiterin Dr. Adria Daraban die Intention hinter dem sogenannten Pop-Up-Campus. Stattdessen in den Erdgeschoss-Schaufenstern zu sehen: ein Mini-Manifest zum Thema „Save the Material“, wie Adria Daraban sagt. Baumaterialien, Lehmund eine Antwort auf das „Warum?“. „Eine klimagerechte und ressourcenleichte Welt geht nur mit Bauwende jetzt!“, steht als Quintessenz auf dem Schild. Die Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden, die in der ehemaligen Bausparkasse an ihren Projekten arbeiten und diese ab Ende August auch dort ausstellen, wollen einen Beitrag zumZiel klimaneutraler Gebäudebestand bis 2045 leisten. „Das Bauen kann sich ändern und kann etwas ändern“, steht ebenfalls auf der prägnanten Erklärung zum Pop-Up-Campus. Der Ort ist Ausstellungsraum für Projekte undWorkshops vonUniversitäten undHochschulen aus ganzDeutschland. Das Projekt „Zukunft Bau Pop-Up Campus“ wurde vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung initiiert. GastgebendeHochschule des Campus 2022 ist die RWTH Aachen zusammen mit der Stadt Aachen. In demGebäude finden zumeinen Seminare statt. Zumanderen sind das Erdgeschoss, die zweite und die fünfte Etage aber auch Experimentierfeld für Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende, die größtenteils aus demBereich Architektur stammen. Unter demMotto „Save the Planet, Save the Material“ arbeiten sie dort an zukunftsträchtigen und ressourcensparenden Innovationen im Bereich Bau. Im zweiten Stockwerk etwa befinden sich gerade Klimalabore, in denen Studierende aus Kassel Luftmessung betreiben. Andere beschäftigen sich mit Wandelementen aus Holz oder Weidenflechten und auch die stillgelegte Unterführung an der Kreuzung Peterstraße/Kurhausstraße, genannt Stadtsaal, ist in das Projekt einbezogen. Die Studierenden legen in ihren Arbeiten insbesondere einen Fokus darauf, bereits Vorhandenes zu nutzen und somit derMaterialknappheit entgegenzuwirken. Die Büromöbel, die noch in den Räumen der ehemaligen Bausparkasse standen, hat ein Team etwa in ihre Einzelteile zerlegt und neue Möbel daraus Fotos: Svenja Stühmeier

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