Klenkes - August 2022

kunst 27 6.-28.8., Eröffnung 6.8., 18 Uhr „Life´n´Style“ – Anett Hoffmann & Ela Schwartz Artikel 5 - Produzentengalerie ↗artikel-5.com 6.-21.8., Eröffnung 6.8., 18 Uhr „junges GEMÜSE“ – Kunstwerkstatt Aachen Atelierhaus Aachen ↗atelierhausaachen.de bis 21.8. „Das Wissen des Objekts ist unendlich“ – Wolfgang Herbold „Entdeckungen zwischen Planrelief, Platine und Petrischale“ 26.8.-18.9., Eröffnung 26.8., 19 Uhr Karl von Monschau + Mobiles Büro für Kunstaffären – Lost Property Office - Installation als Raumintervention Kleine BBK-Galerie ↗bbk-aachen.de bis 26.8. Klaus Glutting, Bernhard Listl, Ernst Mack Galerie Nova 13.-28.8., Eröffnung 13.8., 17 Uhr 40 Jahre Eschweiler Kunstverein Eschweiler Kunstverein Talbahnhof ↗eschweiler-kunstverein.de bis 31.8. Berndt Wilde: „MY NY – Zeichnungen“ Galerie gundolf b. 30.7.-21.9., Eröffnung 30.7., 15 Uhr „4 Powerfrauen“ – Gisela EngelnMüllges, Doris Casse-Schlüter, Katrin Philipp-Jeiter, Brigitte Averdung-Häfner Kulturwerk Aachen ↗kulturwerk-aachen.de 7.-15.8. „flutLICHT“ zugunsten der Hochwasseropfer Atelier I.S., Walhorn ↗atelier-is.be 19.8.-19.9., Eröffnung 19.8., 19 Uhr Manfred Sukrow – „Die Kunst des Teilens“ Galerie 45 ↗galerie45.com KUNSTSPLITTER Das eigentlich Naheliegende näher gebracht Als das Suermondt-Ludwig-Museum die Klimaanlage eingebaut bekam, die heutigem Standard entspricht und Voraussetzung hochrangiger Leihgaben sowie Konservierung der Sammlungsbeständemit Publikumsverkehr ist, kamdie Frage auf, was denn imMuseumgeschieht, wenn es geschlossen ist. Abgesehen davon, dass alles entleert und wieder eingeräumt werdenmusste, laufen imHintergrund die grundsätzlichen, nicht hinreichend öffentlich bekannten Aufgaben eines Museums ab, das sich nicht nur über Ausstellungen und Besucherzahlen definiert. Eine Bildungsstätte, ein Lernort, ein vorsortiertes Archiv, eine Anregung für sinnliches Erleben, eine Oase der Konzentration. Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen undVermitteln sind die klassischenAufgaben, zu denen inzwischen nochMedienarbeit,Werbung undVermarktung (Museumsshop) hinzugekommen sind. Getragen wird alles von der Neugier, von der Suche nach Erkenntnis, vomVergnügen, vomGeschichtsbewusstsein. Eigentlich kein elitärer Vorgang, sondern einer, der der Allgemeinheit dient und im Persönlichen wirkt. Im Privaten fängt er an. Allein wenn man ohne Galerie und Atelier auf demDachboden, im Keller oder auf dem Sperrmüll eine Kiste mit Fotos entdeckt, dann sammelt man sie bei Interesse erstmal ein, dann entstaubt man sie und bewahrt sie vor Feuchtigkeit, damit sie erhalten bleibt. Dann forscht man nach, um was oder wen es sich handelt und sortiert, beschriftet das Material. Dannwähltman aus und rahmt einzelneWerke, dieman anderen zeigt und wenn sie Fragen stellen, dann vermittelt man sein inzwischen gewonnenesWissen durch Erklärungen, durch Bilder im Internet und lässt Andere amFund teilhaben. Vielleicht sollenKopien gemacht werden undman vermarktet die Arbeiten, verkauft sie gar oder stiftet sie. Galerien, Auktionshäuser und Museen kommen ins Spiel. Aus Privatsammlungen wird öffentlicher Besitz und dort geht man ganz genauso mit den Ankäufen, Stiftungen und Eingängen um und das in Aachen seit 1883, gestört von zwei Kriegen, Verkäufen und Verlusten, Diebstählen und wenig Personal, das die immer nachzuhaltendenDokumentationsarbeiten, allein das Führen von Inventarlisten und Kennen von Aufbewahrungsorten bewerkstelligen muss, was seine Zeit braucht, wie jede der Aufgaben. In all diesen Feldern haben sich seit Jahrzehnten neue Erkenntnisse und Standards entwickelt, die kaum in die Schulbildung eindringen. Daher scheint esmir nötig, inmonatlicher Folge den Stand der Entwicklungen und die vielen Tätigkeiten sichtbar zu machen, mit denen die Museen und ihre Mitarbeiter den Bestand schützen, die Sammlung voranbringen, den internationalenwissenschaftlichenAustausch verbessern, Erkenntnisse gewinnen und das Museum mit interessanten Ausstellungen bestücken und dabei der Stadt einiges anGeld sparen, das für Ankäufe ohne Sponsoren ohnehin nicht üppig ist und mit den Marktpreisen kaummithalten kann. Mit den Preisen und der Ausweitung der Kunstgeschichte haben sich die Sammlungsgebiete verändert. Eine Spezialisierung hat eingesetzt, die mediale Präsenz ist neben die Auseinandersetzung mit den Originalen getreten. Kopien sind selbst ausstellbar geworden. Attraktivität und Qualität von Ausstellungen und Werken sind Teil von Städtekonkurrenz und Tourismus und die Aufenthaltsqualität und Kunst-Versorgung der lokalen Bevölkerung gerät aus demBlick. Belehrung und Vergnügen war Kunst schon früher, heute kommt Kulturaustausch und Toleranzeinübung hinzu und die schöne Anforderung an die Neugier, bei Kunst vor etwas zu stehen, das man nicht sofort begreift, aber faszinierend finden kann, nicht jeder und jede zu jeder Zeit, aber vielleicht irgendwann mal im Leben, wenn man Resonanz mit dem eigenen Empfinden und Bereicherung erlebt. Davon ist niemand ausgeschlossen, dennmehrfach im Jahr gibt es Gelegenheit zum kostenlosen Besuch. \ dito Blick in die Kunst- und Wunderkammer des Suermondt-Ludwig-Museums. Foto: Andreas Herrmann

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