Klenkes - Juni 2022

musik 12 Juni 2022 rap Die MADI macht’s, die MADI lenkt’s Zuerst ging es in die Antike: Mit „Der Fluch der Tantaliden“ schufen drei Protagonisten imgemeinsamen Projekt Dlé ihr Debütalbum auf dem Label „Kreismusik“. Die Rap-Oper aus der griechischen Mythologie wanderte mit allerbestenKritiken versehen vomAachener Mörgens weiter ins Nationaltheater Mannheim. 2022 geht‘s mit „Wack to the Future“ zurück in die Zukunft. Auch die neue Hörspielproduktion entstand zuerst in Aachen als Theaterstück unter dem Namen „Android Ergo Sum“. Aber worum geht es genau? Wir schreiben das Jahr 2075. Es ist das Zeitalter der omnipräsenten MADI (Multiple Artifizielle Dividuelle Intelligenz), die der selbstzerstörerischen Natur des Menschen Einhalt geboten und ein paradiesisches Gesellschaftssystem installiert hat. Kriege, Hungersnöte, Konsum sind überwunden. Die von der maschinellen Intelligenz gesteuerteMenschheit lässt sich vonAndroiden, Robotern und Nano-Bots bedienen. Doch dann passiert einMord. Da sämtliche Crime-Solve-Algorithmen derMADI versagen, ermitteltmit Jeanne Kran eine der wenigen menschlichen Kommissarinnen in dem Fall und sorgt am Ende für eine verblüffende Auflösung. Hinter den Pseudonymen Jaques Tabaques, Jaxxon Mehrzweck und Kemo stecken Tim Knapper vomEnsemble des Theater Aachen, FlorianHertweck, Professor an der Filmuniversität Babelsberg undMalcolmKemp, musikalischer Leiter des Schauspiels am Theater Aachen. Malcolm Kemp: „Tim ist hauptsächlich für die Texte zuständig, Florian, der studierter Schauspieler ist, aber seit vielen Jahre hauptsächlich als Regisseur arbeitet, ist zwar auch für Text zuständig, mischt aber in allen Bereichen mit. Er ist unser Dramaturg, Regisseur etc.. Ich bin für die Beats und für die Musik zuständig. Wobei man sagen muss, dass bei diesem Projekt alle ihren Input und Ideen in den einzelnen Bereichen durchaus einbringen können.“ Die knapp einstündige Story ist vollgepackt mit textlichenAnspielungen an unterschiedliche Genres: Comics, Travestie, Sci-Fi. Der Mord und seine Ermittlung erinnern an klassischenCrime Noir - und gegen diemit kreativen Ideen gefüllte Ausgelassenheit dieser „Roap“ (halb Rap, halb Soap) verblassen dann auch schnell Vergleiche wie der mit den „Die drei ???“. „Die Grundidee, eine Zukunfts-Geschichte zu erzählen, die keineDystopie ist, sondern eher eine Utopie, stammt von Tim. Die Ausarbeitung dieser Idee, und dass das Ganze als Krimi angelegt werden soll, stammt von uns allen“, so Malcolm Kemp. Als musikalischer Direktor greift er tief in „Kemo‘s Musikkiste“ (Titel seiner damaligen Musikreihe im „Mörgens“): HipHop, Electro, Funk, Klavier-Etüden, flächige Synthesizer- und artifizielleMaschinensounds bilden die Basis für die Raps, die gesprochenen Mono- und Dialoge. Am meisten Spaß macht „Wack to the Future“ mit demTextbooklet auf dem Sofa. Die sprachlichen Feinheiten, die Ironie zwischen den Zeilen und der überdrehte Witz offenbaren sich hier perfekt. „Übrigenswurde unser Stück „Android ergo sum“ vomStaatstheater Dresden gekauft und wird dort ab dem 2.7.2022 von SchauspielerInnen des dortigen Ensembles aufgeführt“, erzählt Malcolm zum Schluss. Bleibt der Wunsch, dass die Drei von Dlé möglichst bald einen Aufführungstermin in Aachenfinden. \ rm lokale helden „Ich mag alles, wo Seele drinsteckt.“ „Racines“ heisst das Debütalbum von Olivier Chavet „Racines“ ist ein soulorientiertes Jazzalbum, dessen Stücke aus der Nähe zur Natur und aus Momenten der Ruhe entsprungen sind. Musik und Natur sind zwei Elemente, die den Komponisten Olivier Chavet seit seiner Kindheit privat wie beruflich prägen. Der in Aachen geborene Belgier ist sowohl ausgebildeter Musiker als auch studierter Agrarwirt. In diesen beiden Wirkungsbereichen erlebt er tagtäglich, dass alles wie ein Wurzelgeflecht miteinander verbunden ist. Und so ist „Racines“ (franz. „Wurzeln“) die musische Bearbeitung von Themen, die Olivier Chavet als Landwirt und Naturliebhaber umtreiben. „Ich mag alles, wo Seele drinsteckt. Ungeachtet der Stilrichtung ist Musik ohne Soul für mich nur bedingt bekömmlich“, so Olivier Chavet. Die passenden Musiker fand Chavet in Deutschland und Belgien. Das instrumentale Grundgerüst bildet das Jazztrio mit dem Pianisten Sebastian Scobel, dem Bassisten Werner Lauscher und Olivier Chavet am Schlagzeug. Ergänzt wird das Trio je nach Komposition durch Heidi Bayer am Flügelhorn oder dem Gitarristen Daniel Chavet. \ red Olivier Chavet „Racines“ Mudac Productions Nein, das sind nicht Deichkind, sondern Dlé! Foto: Pressefoto Dlé Back to nature - Olivier Chavet Foto: Guido Braun „Wack to the Future“ ist überdreht-intelligentes Raptheater aus dem Maschinenraum des Theater Aachen. Dlé „Wack to the Future“ Kreismusik/Soulfood (LP & digital)

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