Klenkes - Mai 2022

24 Mai 2022 spielzeitstart So sieht’s aus So eine richtig lange Spielabstinenz gab es beim Theater K auch in Pandemie-Zeiten nicht. Sobald es die Zahlen zuließen, spielten sie: Draußen, drinnen, mit Musik und ohne. Jetzt steht das Programm fürs nächste Jahr. Die drei K-ler im Gespräch über die nahe Zukunft und warum sich Dinge auch mal ändern können. „Der Narren Freiheit“ gibt den Startschuss, mit dem das Theater K seine Open Air Saison 2022 eröffnet. Draußen, mit Musik und Text geht es auf einen Spaziergang rund umden Lousberg; mit bewährtem, altem Konzept und bewährtem, frischem Elan. Die Begeisterung für die neuen Produktionen ist groß: „Durch diese Corona Bremse der letzten zwei Jahre ist einiges an spielenswerten Stücken liegengeblieben, anderes habenwir unter extremen Bedingungen und mit ein bisschen Glück aufführen können. Und das vor allem, weil wir uns unsere Flexibilität bewahrt haben. Und die Flexibilität hat bewiesen: Es ist immer möglich Theater zu machen!“ Annette Schmidt, Mona Creutzer und JochenDeuticke, die drei Kler, haben daher – anders als sonst üblich – bereits im Frühjahr eine grobe Spielzeit in petto, die auf dem Lousberg startet, im Tuchwerk an der Soers drinnen und draußen weitergeht und auch sonst nach alter Theater KManier durch weitere Ortschaften wandert. In die Zukunft blickt man optimistisch, realistisch: „Generell leidet die Szene momentan. Erst war man zwei Jahre lang durch Corona befangen, jetzt macht die Welt den Rest. Nichts zu machen hilft gegen einen lähmenden Krieg auch nicht. Und bei uns und unserem Publikum haben wir festgestellt, die, die kommen sind happy.“ In den letzten Monaten spielte dass Theater K im Atelier Pasch„Pech“, die Vorstellungenwaren immer ausverkauft. Die Leute kommen, wenn auch mit Vorsicht. Das Publikum wandle sich ein wenig. „Es kommen mehr junge Leute, viele der älteren Stammgäste sind noch vorsichtiger.“ Auf den literarischenRundgang am Lousberg folgt „Dieser Eine“, eine multimediale Inszenierung aus Schauspiel, Musik und Videoprojektionen nach einer Erzählung von Walter Bauer. Zum dritten Mal wagt das Theater K den Anlauf, den Bericht umeine Täterschaft im Krieg auf die Bühne zu bringen. Thematisch jetzt vielleicht noch passender als bislang. „Das Theater soll ein Ort sein, an dem man sich mit Themen kritisch auseinandersetzt.“ Und dennoch solle das Theater auch ein Ort sein, um dem täglichen Nachrichtenwahn mal zu entfliehen, sich selber eine Meinung zu bilden. „Wir wollen am Anschluss an das Stück mit den Zuschauern auch gerne in ein Gespräch gehen. Das Gefühl geben: Wir sind da. Du bist nicht alleine.“ Wieder etwas verrückter, aber vermutlich nicht weniger provokativ wird es ab Juni in der Draußen Spielstätte, der „Ruine“ des Tuckwerks. Gezeigt wird dort „Himmel und Scheiße“ von Fernando Arrabal, ein Fixierspiel aus Lust und Leidenschaft, das ins Absurde driftet. Über den Sommer startet dann eine Reihe mit Spezial Programm. Das, was sichmittlerweile auf allen Spielplänen der Theater aus der Region liest, ist für die Theater Kler quasi ein alter Schuh. Geplant sind, wie in den letzten 30 Jahren, Gastspiele, Liederabende, die Verbindung von Text und Musik, immer eingebettet in den richtigen Ort und das richtige Kostüm. Im Herbst zieht es das Theater K dann wahrscheinlich in das Suermondt Ludwig Museum, wo rund umdieMax BeckmannAusstellung Theater in Beziehung zur Kunst gestellt werden soll. Nur für das Ludwig Forum ist in diesem Jahr leider noch keine Kooperation geplant. Aber das könnte ja noch kommen. Schließlich sind die Kler spontan und bei ihnen ist das bestehende Programmzwar ziemlich sicher, aber nicht in Stein gemeißelt. Das wird es auch niemals werden, solange die Drei planen, beraten, spielen und organisieren. Sie behalten sich dadurch ihre kreative Energie, eben die Flexibilität, die es ihnen erlaubt, mutig zu bleiben, Stücke aus ihren Schubladen zu zaubern, Kooperationenmit Gastkünstlern zu schließen oder kurzfristig eben doch ein anderes Stück einzuschieben.Was in diesem Jahr am 1. Mai leider nicht gefeiert wird, ist der Geburtstag der Kler (1986 gegründet). In Anbetracht der aktuellen Weltlage läge der Geburtstagsgedanke brach. Schade, aber verständlich. Der Klenkes gratuliert dennoch und freut sich auf eine Geburtstagsfeier, die in ferner Zukunft an irgendeinem1. Mai mit Sicherheit gefeiert wird.Wo, ist egal. Hauptsache zusammen! \ kw ↗theater-k.de Drei der kommenden Produktionen des Theater K im Uhrzeigersinn: Jochen Deutike vor der Ruine vom Tuchwerk („Himmel und Scheiße“), der Lousberg-Spatziergang „Der Narren Freiheit“ mit Musik und Lyrik und die Produktion „Der Eine“ im Tuchwerk in der Soers. Fotos: Loni Liebermann/Theater K schauspiel Das Mädchen Joan macht beunruhigende Beobachtungen, macht später extravagante Hüte für Verurteilte vor der Enthauptung und noch später bricht ein Krieg aus, in dem auch Tiere involviert sind. Die Vorlage der britischen Autorin Caryl Churchill kommentiert die Apocalypse-Hysterie ihrer Zeit und beleuchtet den Irrsinn menschlicher Verdrängungskunst. \ 6.5 „In weiter Ferne“ 20 Uhr, Kammer, Theater Aachen mörgenslab Unser Verständnis von Hygiene hat sich durch Corona maßgeblich verändert, aber was ist für uns überhaupt hygienisch? Ein vielfältiges Team ist dieser Frage auf den Grund gegangen. \ 6.5 „Immer schön sauber bleiben“ 20 Uhr, Mörgens, Theater Aachen musical Es ist das Jahr 1976 und in Brooklyn, New York, hat Tony Manero, der beruflich in einer Sackgasse steckt und herausragend tanzen kann, nur ein Ziel für sein Leben: Der König des Discotanzes werden. Er trifft Stephanie, die ebenfalls aus Brooklyn hinaus möchte und beide beschließen gemeinsam an einem Tanzwettbewerb teilzunehmen. \ 16.5 „Saturday Night Fever“ 20 Uhr, Grenzlandtheater oper Zwei Liebespaare in einem Zauberwald, Rache vom Feenkönig und das Spiel der Verwirrung. Benjamin Brittens humorvolles und tiefgründiges Stück nach der Vorlage Shakespeare. \ 22.5 „A Midsummer Night’s Dream“ 18 Uhr, Bühne, Theater Aachen multimedial Das Theater K zeigt in einer multimedialen Inszenierung aus Schauspiel, Musik und Projektionen expressiver Bilderfolge die eindrückliche Erzählung des ehemaligen Wehrmachtsoldaten Walter Bauer über sein Schicksal in der Kriegs- und Nachkriegszeit. \ 7.5 „Dieser Eine“ 20 Uhr, Tuchwerk BÜHNENSPLITTER

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