Klenkes - Mai 2022

14 Mai 2022 musik-lernportal Die Zeit genutzt Ein großer Teil der AachenerMusikszene zwischen Jazz undRock ist seit vielen Jahren in der privaten Musikschule Mufab engagiert. Mehr als 40 Musikerinnen und Musiker unterrichten seit mehr als 18 Jahren wöchentlich umdie 600 Schülerinnen und Schüler in der Fabriketage imGrünenWeg. Jazzpianist/Komponist Thomas Berndt und Schlagzeuger Horst Schippers sindMitbegründer und Leiter der Mufab in einer GbR, die neben ihrer Lehrtätigkeit hier die Fäden zusammenhalten. Doch die Corona Pandemie machte die herkömmlichen Unterrichtsabläufe quasi unmöglich: Unterrichtsräume konnten nicht mehr betreten werden, nach und nach entwickelte sich der Musikunterricht in einer digitalen Form weiter – online setzte das Lehrpersonal seine Tutorien fort. Den Leerlauf innerhalb der Pandemie hat die Mufab auch zu einem kreativen Schub genutzt: Seit Mitte März hat die Mufab auf www.mufabmusicmedia.de ein Portal entwickelt, das hiesigen Komponisten und Lehrkräften tatkräftige Unterstützung bietet. Die Plattformbietet Lehrmaterialien, Videotutorials, AudioDownloads, Noten in digitalemoder Printformat. Wichtig ist den Machern – und dazu gehören neben Berndt/Schippers unter anderem die Komponisten Felix Janosa und Andreas Janssen, der Jazzpianist Stefan Michalke, Schlagzeuger Steffen Thormählen sowie Saxophonist Heribert Leuchter – dass hier die Einkünfte durch den Verkauf des angebotenen Materials bei denDozentinnen undDozenten selbst ankommen. EinGeschäftsmodell, welches in Deutschland momentan ein Alleinstellungsmerkmal hat. Und eine Antwort ist auf die vielen Schlupflöcher durch Urheberrechtsverletzungen im Netz – seien es heruntergeladeneNoten,Musik oder dasdieMusikbranche schwer benachteiligende – System der Streaming Plattformen. Thomas Berndt hebt zudem den regionalen Charakter der ohne jedwede Fördermittel geschaffenen Plattform hervor („wir wollen die Urheber verkaufen“). Und Felix Janosa kritisiert imVergleich die „oft sehr reißerischen US Plattformen – Morgen bist du ein Star!“, die US Rock und Jazz Superstars bisweilen so an Tutorials ins Netz stellen. Die Darstellungsformen der Plattform sind vielfältig und sollen ständig weiterentwickelt werden – Lehrinhalte, die Vielzahl der Instrumentenwahl, die Möglichkeit der Ansprache der Urheber sowie das „Aachener Real Book“, ein digitales oder als Print erhältliches Kompendium von 99 Kompositionen von 42 regionalen Komponist*innen. Mufab Music Media ist eine passende Antwort auf den digitalen Wandel und mehr als nur eine Ergänzung zum aktuell wieder startenden Einzel und Gruppenunterricht in der Fabrik am Grünen Weg. \ rm ↗mufabmusicmedia.de Stellen die Online-Plattformvor: Felix Janosa, Stefan Michalke, Andreas Janssen, Thomas Berndt und Horst Schippers (v.l.n.r.) Foto: Harald Krömer Die Mufab hat das Online-Portal Mufab Music Media gestartet. Eine Mischung aus Velvet Underground und Crazy Horse. The Dream Syndicate um Sänger/Gitarrist Steve Wynn halten mit 2 Gitarren, Bass und Schlagzeug diesem Genre auch mit „Ultraviolet Battle Hymns And True Confessions“ (Fire Rec./Cargo) ungebrochen die Treue. Psychedelische Songs, live oft mal in mäandernden Soli über 10 bis 20 Minuten zer.ießend. Vor einiger Zeit hat sich auch Chris Cacavas (Green On Red) zur Band gesellt. Hier ist er am absolut richtigen Platz! Seit den frühen 90er Jahren ist „El Hombre Invisible“ (Crammed Discs/ Indigo) das erste neue Lebenszeichen des ehemaligen Tuxedomoon-Mitglieds Steven Brown. Er ist weiterhin aktiv bei diversen Tuxedomoon-Ablegern, lebt seit vielen Jahren in Mexiko, aber die vielfältigen Ein.üsse dieses Landes sind in seiner Musik, die manchmal eher an die Theatersongs von Kurt Weill erinnert, nicht unbedingt hörbar. Auch Bodi Bill, das Berliner Kollektiv um Sänger/Produzent Fabian Fenk, hat seit 2011 nichts mehr gemeinsam veröffentlicht. Zwischenzeitlich produzierte Fenk mit Anton Feist im Duo-Projekt The/Das neue Musik während der 3. Bill, Alex Stolze, mit der Violine auf Solowegen wandelte. „I Love U I Do“ (Sinnbus/Good To Go) ist an kreativem Output gemessen, ein gelungenes Comeback. Ihr nach wie vor geltendes Trademark Folk/Electronica mit der unverwechselbaren Stimme Fenks runden 12 Songs gleichermaßen gelungen ab. „A Matter of Life 02021“ (Erased Tapes) ist kein neues Album vom Penguin Cafe (Orchestra), sondern eine frisch gemasterte Neuau.age des zehn Jahre alten Albums, das Arthur, Sohn des vor 24 Jahren verstorbenen Simon Jeffes, im Geiste des Minimal MusicOrchesters seines Vaters fortführt. Den Song „Harry Piers“, den er seinerzeit zur Beerdigung seines Vaters geschrieben, und der seitdem zu jedem Konzert des Penguin Cafes gehört, hat Jeffes hier neu eingespielt. Eine wirkliche Entdeckung sind die Geschwister Janine, Simon & Vera Cathrein der Schweizer Band Black Sea Dahu. „I Am My Mother“ (s/r, Broken Silence) ist so ein Werk, wo man vor lauter Ideenfülle an Klangfarben, orchestralen Arrangements, stilistischen Winkelzügen – von Progrock, Folk bis zum Blues – am Schluss als Hörer ermattet aber glücklich zurückbleibt. \ red UNDSONST? lokale helden Trio Grande Das „Wieder laut!“ Festival fand mit den allermeisten Terminen zwar im April statt, aber entgehen lassen sollte man sich keineswegs den 6. Mai im Franz. Es ist einAbend der AlbumRelease Konzerte von drei sehr unterschiedlichen Trios. Katortz sind KArsten Nordhausen, TOshi Trebess und Stefan SchwarTZ. Bassist/Sänger, Gitarrist/Sänger und Schlagzeuger sind seit ca. 2010 als Trio unterwegs und neben einer Reihe von Alben – zuletzt 2018 erschien „Zauberkabine“ – wurden sie auch auserwählt als brachiale RockBackingband für neunzehn Vorstellungen in Ewa Teilmans Inszenierung von Schillers „Die Räuber“ am Theater Aachen. „Ballast“ heißt das neue Katortz Werk und besticht neben der Musik auch wieder mit viel feiner Ironie zu bundesdeutscherWirklichkeit und Seelenbefinden. Aber Ernst nehmen kann die Band auch so manches, z.B. die stetig wachsende Hetze im Netz, die der Song „Bazar der stetig Frustrierten“ thematisiert. Auch Vera Cruz Experience spielen im klassischen Trioformat, nur dass ihre Musik rein instrumental angelegt ist und ihre Melodien durch die feinziseliertenArrangements trotz viel Druck und ausgespielter Härte zu Bildern im Kopf heranwächst. „Bakterienporno“ ist ihr drittes Album und reduzierter im osteuropäischbalkanesken Sound, der ihr zweites Album„The Bender“ auf langer Strecke etwas ermüdend wirken ließ. Das Trio spielt auf hohemNiveau, was bei den diversen BandHistorien von Gitarrist Sascha Sirovica – gleichzeitig Betreiber des Notafalsa Label &Tonstudios –, Bernd vom Dorp (Schlagzeug) und Hartmut Heil (Bass) nicht verwundert. Und hier deckt sich wieder die Nähe zu Katortz. Aufgenommen und produziert wurde „Bakterienporno“ von Katortz Gitarrist Toshi Trebess im Notafalsa Studio. Dritte im Bunde sind The Jägs – A Rock’n’Roll Family – bonded by blood, wie sie selbst schreiben. Denn dieses weitere Trio am Abend besteht aus den Brüdern Thomas (Bass, Vocals), Chris (Gitarre, Vocals) und Steve Jägers (Schlagzeug, Vocals). Sie sind gut vernetzt in der Aachener Szene – Auftritte auf der „Schlüsselloch“ Rocknacht, gemeinsame mit Grey Attack bis The Vult und Vera Cruz Experience – die Jäg(er)s stehen für „ehrliche Arbeit im familieneigenen Betrieb“. \ rm 6.5. Katortz, Vera Cruz Experience, The Jägs 20 Uhr, Franz Tickets gibt’s bei Katortz Foto: Pressefoto Katortz Die Aachener Trios von Katortz, Vera Cruz Experience und The Jägs schließen das „Wieder Laut“-Festival ab.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTk4MTUx