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Anzeigensonderveröffentlichung 22 EURODE-MAGAZIN Verein „erbt“ 150.000 Fotos! Auch die schönsten Überraschungen und Geschenke können mitunter gewaltige Tücken haben. Oder sagen wir mal Herausforderungen. Der Verein Bergbaudenkmal Grube Adolf in Merkstein ist nun fast eineinhalb Jahre im Besitz eines Mega-Archivs mit gut 150.000 Fotos im Format 9 x 13 cm. Bevor die riesige Sammlung das Merksteiner Fördermaschinenhaus erreichte, war nicht so richtig klar, welche Schätze das Archiv bergen bzw. welchen Nutzen der Verein in der Folge daraus ziehen könnte. Der Nebel hat sich zwischenzeitlich gelichtet, wenn auch mit Rücksicht auf den verstorbenen einstigen Besitzer und dem noch zu Lebzeiten geäußerten Wunsch, dass dessen Name nicht genannt werden soll. Nur so viel darf verraten werden: Der Sammler hat im Ruhrgebiet als Ingenieur im Bergbau gearbeitet, die Fotos wohl weitgehend selbst geschossen oder Dokumente „reproduziert“, die Bilder im Anschluss feinsäuberlich laminieren und mithilfe seiner Frau ordnen lassen. Und Vorstandsmitglied Horst Bittner war sein Kollege. Punkt und gut, der Nachlass ist angekommen – ein Transporter war für die rund 150 Kisten mit je 1000 Fotos erforderlich! „Da haben wir erstmal einen kleinen Schock gekriegt“, erinnert sich Vereinsarchivar und Vorstandsmitglied Hermann-Josef Welfens augenzwinkernd an den Tag der Ankunftund wie die riesige Sammlung auf dem großen Vereinstisch ausgebreitet wurde. „Ja, aber was ist denn nun auf den Fotos zu sehen?“, fragen Sie sich bestimmt schon. Bei der Vorgeschichte überrascht es sicher weniger, dass dort hauptsächlich bergbaubezogene Bilder zufinden sind. Beginnend mit Übertage- und Untertage-Aufnahmen aus dem späten 19. Jahrhundert von Gruben und Zechen aus insgesamt 14 europäischen Ländern. Bei den abgelichteten Bergbau-Anlagen geht es nicht ausschließlich um den Abbau verschiedener Kohlearten, sondern auch um die Förderung von Erzen. Darüber hinaus zeigt die Sammlung unterschiedliche Kraftwerkstypen im Bild, darunter welche zur Strom- und Wärmeerzeugung inklusive Atomkraftwerke. Das Wichtigste: Insgesamt ist reichlich Material von bergmännischen Betrieben unserer Region auf den Fotos zu sehen. Was nicht bedeutet, dass die Spezialisten des Merksteiner Vereins das vermachte Archiv komplett bis ins Detail durchforstet haben – von der am Ende ersehnten Digitalisierung ganz zu schweigen. Erstmal mussten praktische Dinge geregelt werden, denn auf dem Tisch konnten die Kisten mit den Fotos nicht bleiben. Mittlerweile lagert der neue „Schatz“ des Vereins einigermaßen gut (farblich) nach Orten, Art der Anlage und des geförderten/bearbeiteten Rohstoffs bis hin zur Sektion Kraftwerke auf einem stabilen Regal im großen Besprechungsraum des Fördermaschinenhauses. Für ein bisschen Ordnung in die Sammlung hatte wohl schon der etwas geheimnisumwitterte Vorbesitzer bzw. seine Frau mit beschrifteten Deckblättern zu den erfassten jeweiligen Gewerken in den Kisten und Papierfähnchen an einzelnen Fotostrecken gesorgt. Für Vereinsarchivar Hermann-Josef Welfens war das allerdings nicht so praktikabel. Mit Computerhilfe hat er die Suchroutinen zwischenzeitlich verfeinert und die Fotos dezidierter beschrieben auf 140 Seiten gelistet. „Hilfreich waren hier vor allem die Funktionen von Word“, sagt Welfens. „Wir haben insgesamt so etwa 150.000 Fotos aus 2200 Orten. Wenn ich nun ein Bild von der Zeche Sophia Jacobi in Hückelhoven suche, steht dann da drin – in Kiste 49 an siebter Stelle, und so ist das dann zufinden“, hat Welfens zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Horst Bittner dennoch weiterhin viel Arbeit mit dem Archiv vor sich. Bittner, dessen neues Buch zur Stilllegung der Förderung auf Adolf vor 50 Jahren so gut wie fertig ist, hat sich jedenfalls schon aus dem neuen Fundus bedienen können. „15 bis 20 Fotos daraus werden zur Illustration verwendet. Die Rechte dazu wurden uns als Verein übertragen“, ist sich Horst Bittner schon darüber im Klaren, dass die Herkunft all dieser Fotos nicht hundertprozentig zu klären ist. Um auch künftigen Nutzerinnen und Nutzern des Archivs die Arbeit zu erleichtern, soll als Quelle für die Verwendung „Archiv Bergbaudenkmal Grube Adolf e.V.“ die Runde machen. Das Verwenden reduziert sich derzeit bei Interesse auf Abfotografieren oder eine Kopie. Herausgeben will der Verein die Fotos zum Schutz des Bestands nicht. Großes Potential habe die Sammlung auf jeden Fall für andere Vereine aus der Region, die sich mit Bergbautraditionen beschäftigten. „Das können Geschichtsvereine sein oder auch Institutionen wie das Alsdorfer Energeticon“, merkt der Vereinsvorsitzende Franz-Josef Küppers an. Interessant könnten die Fotos zudem für Forschungszwecke sein oder für andere Leute, die an Büchern über Bergbau arbeiten. Da die Findlisten reichlich Material zum Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet beinhalten, könnten sich künftig auch Gäste aus dieser Region zum Stöbern in Merkstein einfinden – nach Absprache mit dem Vorstand versteht sich. „Aus dem Ruhrgebiet – Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen und Umgebung – haben wir jedenfalls die meisten Einträge. Über 50 allein aus Dortmund. Europaweit sind 14 Länder in der Sammlung berücksichtigt – unter anderem Anlagen in Tschechien, Ungarn, Slowakei, England, Niederlande, Frankreich, Schweiz und Österreich. In unserer Sammlung wird zum Beispiel deutlich, dass die Schweiz sehr viele Wasserkraftwerke hat“, ist Horst Bittner trotz der damit verbundenen Arbeit froh, so ein umfassendes Archiv im Merksteiner Fördermaschinenhaus bewahren und nutzen zu können. „Hier wird nichts weggeschmissen!“, betont Archivar Welfens noch, der das „Lebenswerk“ ebenfalls zu schätzen weiß, zumal die laminierten Fotos an sich schon einen gewissen Wert darstellten. Fortsetzung auf Seite 23 Der Verein Bergbaudenkmal Grube Adolf in Merkstein hat ein Mammutprojekt vor sich. Grün am Karton bedeutet in Sachen Fotoarchiv „Inhalte zum Steinkohleabbau bzw. deren Nutzung“. Davon gibt es reichlich aus 14 europäischen Ländern – heimatnaher Abbau inklusive. Foto: Stephan Tribbels VERLEGUNG UND VERKAUF www.fliesen-dohmen.de AUSSTELLUNG + BERATUNG Südstraße 98 52134 HerzogenrathKohlscheid Seit 1983 Meisterfachbetrieb Telefon: 02407/902741 Telefax: 02407/902740 Mobil: 0177/3399040 E-Mail: info@fliesen-dohmen.de Fliesen Platten Mosaik Naturstein Altbausanierung Neubaugestaltung Eurode-Magazin erscheint am Ihr Ansprechpartner: Hans-Peter Ortmanns Tel.: 02404 /551162 hans-peter.ortmanns @medienhausaachen.de Unsere nächste Ausgabe Ein Produkt aus dem Juni 2022 eurode-magazin Kohlscheid – Herzogenrath – Kerkrade – Merkstein GESICHTERKAMPAGNE 50 Jahre Neue Stadt Herzogenrath Seite 12/13 26. und 27.11.2022.

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