Belgien-Magazin

Anzeigensonderveröffentlichung 2 BELGIEN-MAGAZIN Eine Reisebadewanne für Napoleon Das Museum Vieille Montagne und Neutral-Moresnet lädt zum Besuch ein Das wahrscheinlich schon in der Römerzeit am Altenberg (frz.: Vieille Montagne) ab- gebaute Zinkerz „Galmei“, plattdeutsch „keleme“ oder „kelms“, führte zu dem Orts- namen Kelmis. Vor mehr als 200 Jahren beauftragte Napo- leon 1805 den findigen Tüft- ler Jean-Jacques Daniel Dony mit der Entwicklung eines Ver- fahrens zur Herstellung von Zink und Zinktafeln aus Gal- mei. Dony entwickelte darauf- hin eine Zinkhütte in der Nähe von Lüttich, erhielt die allei- nigen Rechte zur Ausbeutung der Zinkminen in Kelmis. Die Folge: ein Boom für Anwen- dungen von Zink im Haushalt und als Baumaterial. Kelmis wurde zum größten Abbauge- biet für Zink in Europa. Dony ließ später eine Reisebade- wanne aus Zink für Napoleon anfertigen. Schließlich grün- dete der Brüsseler Industrielle und Bankier François-Domini- que Mosselman 1837 das Un- ternehmen Societé des Mines et Fonderies de Zinc de laVi- eille Montagne mit Sitz in Ang- leur bei Lüttich. Neutral-Mo- resnet (1816 bis 1919) hieß die Region rund um Kelmis. Nach- dem die Verhandlungen des Wiener Kongresses für die- se Region keine Einigung über die geografische Zuordnung ergeben hatten, stand Neu- tral-Moresnet 1816 als auto- nome Zone unter niederlän- discher wie auch preußischer Verwaltung mit einer Grenze zu Preußisch-Moresnet – ein Landzipfel als Ministaat. Und beinahe hätte es auch eine eigene Sprache gegeben: In der Region gab es eine gro- ße Gruppe von Anhängern der 1887 erfundenen Kunstspra- che Esperanto. Ziel war es, in der autonomen Zone den un- abhängigen Staat „Amikejo“ als ersten eigenständigen Es- peranto-Staat zu gründen. Alle diese Bemühungen führten je- doch nicht weit. Das seit einem Jahr geöffne- te Museum Vieille Montagne ist in einem wunderschönen Jugendstilgebäude (ehemali- ges Direktionsgebäude) im al- ten Bahnhof in Kelmis instal- liert. Ein wichtiger Hort der Kulturgeschichte. Hier erfährt man viele Details über die Re- gion und Neutral-Moresnet, den Galmei und die Industrie- geschichte in einem Rundgang mit Audioguides, Schautafeln und Objekten. Beachtenswert: die schönen original erhalten gebliebenen Dekors des Ge- bäudes: blaue Fliesen, Trep- penhaus, Jugendstilfenster und Verzierungen. (Rolf Minderjahn) Mehr Infos im Internet unter www.mvm-kelmis.be Das Museum Vieille Montagne liefert Einblicke in die Historie des Bergbaus in Ostbelgien. Foto: Rolf Minderjahn Das Museum befindet sich in einem Jugendstilgebäude in Kel- mis. Foto: Rolf Minderjahn

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