baesweiler-magazin

Anzeigensonderveröffentlichung 8 Mangelware: Kamine und Brennholz In den letzten Wochen gab es Temperaturen, bei denen man eher an Erfrischung und Eis denkt, als an den kommenden Winter. Doch so ganz außen vor ist dieses Thema bei vielen Menschen tatsächlich nicht, seitdem die steigenden Heiz- und Gaskosten immer mehr zum Thema werden. Das weiß auch Jannik Hünschemeyer, als bei ihm wieder einmal das Handy klingelt. Denn er ist, wie sein Kollege Michael Neumann, aktuell ein gefragter Mann: Die beiden betreiben seit vier Jahren im Hoengener Industriegebiet das Unternehmen„NH-Kaminholz“. Die Tatsache, dass Holzöfen und Brennholz spätestens im Zug des Ukraine-Kriegs Mangelware geworden sind, können sie voll und ganz bestätigen. „Rund 50 Anrufe pro Tag“ verzeichnen sie von Menschen, die Holz bestellen möchten. Und das längst nicht mehr nur aus ihrem gewohnten Liefer-Umfeld von rund 30 Kilometern, sondern sogar aus Köln oder Düsseldorf. „Da ist aber leider gar nichts zu machen, wir sind ausverkauft“, berichtet Jannik Hünschemeyer. Wie für ihn, so war auch für Michael Neumann das Thema Holz primär als Hobby angedacht. „Das wird auch in der Zukunft so bleiben, wobei der Zeitfaktor natürlich immer größer geworden ist. Als wir 2018 unsere Firma gegründet und bei der Stadt Baesweiler angemeldet haben, waren wir vor allem hier und da mal samstags unterwegs, jetzt sind das schon einige Tage“, so Neumann. Hauptberuflich ist der 28-Jährige als Baumaschinenführer unterwegs, Jannik Hünschemeyer (29) ist Land- und Baumaschinenmechatroniker. Schon seit über 15 Jahren sind die beiden privat befreundet und hatten vor vier Jahren die Idee, etwas mit Kaminholz zu machen, wobei, so Neumann, „wir damals ja noch nicht wussten, wie sich das entwickeln würde.“ In Baesweiler bot sich damals aus Platzgründen keine Chance, mit dem Unternehmen loszulegen, deshalb nutzten die beiden die Gelegenheit und übernahmen das Gelände eines ehemaligen Holzhändlers im Industriegebiet Hoengen. Dort wird das Holz zerkleinert und dann zu den Kunden geliefert, deren Zahl immer größer wurde. Wichtig bleibt aber dabei die Herkunftdes Holzes. „Von Anfang an war das Ziel, regionales Holz zu nutzen, das größtenteils aus der Eifeler Region stammt“, berichtet Jannik Hünschemeyer. Doch aktuell, so sagt er weiter, sei es immer schwieriger an Laubholz-Stamm-Ware zu kommen und den Holzbedarf der Kundschaftzu decken. „Vor allem Buche und Eiche sind gefragt, aber wir müssen, so wie es in Skandinavien auch schonüblich ist, immer häufiger auf Nadelholz als Alternative zurückgreifen“, beschreibt er den Stand der Dinge. Geändert hat sich aber nicht nur die Zahl der Anfragen und Lieferungen, sondern auch der zeitliche Ablauf. Während vor einigen Jahren noch Holz für September, Oktober und November im Sommer vorbestellt wurde, steht jetzt das Handy schon seit Januar nicht mehr still, hinzu kommen Anfragen per Facebook oder WhatsApp. Und geliefert wird, so der Kundenwunsch, „so schnell es geht.“ Während in den Vorjahren noch Preise angefragt und verglichen wurden, gehe es den Kunden heutzutage nur noch darum, überhaupt beliefert zu werden, der Preis rückt dabei in den Hintergrund. „Auffallend ist auch, dass auch unsere Stammkunden dazu übergehen, größere Mengen zu ordern, oftsogar doppelt so viel Holz wie im Jahr zuvor. Dem kann man aber als Händler kaum gerecht werden, wir kommen kaum hinterher, alles abzuarbeiten. Selbst Kunden, die schon bestellt haben, rufen mehrfach an und fragen ob alles klappt“, sagt Michael Neumann. Jannik Hünschemeyer kennt den Grund für diese Entwicklung: „Die Preise für Rohstoffe und Heizöl steigen und beim Thema Gas haben die Menschen Angst, im Winter im Kalten zu sitzen.“ Was empfehlen die beiden Alsdorfer Unternehmer für die Zukunft? „Momentan sind wir ausverkauft, aber die Kunden könnten im Laufe des Herbsts nochmal nachfragen, denn dann können die Händler abschätzen, was an Kapazitäten noch möglich ist.“ Brennholz, das ist das eine Thema rund ums Heizen im kommenden Winter. Doch bevor man sich um Kaminholz bemüht, sind erst einmal die Ofenbauer und Installateure gefragt. Und die können sich ebenfalls vor Aufträgen kaum retten. Wie andere Handwerksberufe und die Industrie im Allgemeinen leiden auch die Ofenbauer unter akuten Lieferproblemen, was dafür sorgt, dass sich die Abarbeitung der Aufträge zusätzlich verzögert. „Aufgrund der immensen Nachfrage und auch wegen personeller Schwierigkeiten in Zusammenhang mit Corona sind Produkte von Lieferproblemen betroffen, die aus Deutschland kommen. Hinzu kommen die fehlenden importierten Teile“, erklärt der Zentralverband der Schornsteinfeger. Das bestätigt auch Schornsteinfegermeister Holger Knehaus, der auch Prüfungsausschussvorsitzender der Innung Aachen ist: „Wir sind total ausgebucht und könnten weitere Mitarbeiter brauchen, doch leider zeigt sich auch hier das Problem des Mangels an Fachkräften wie auch an Auszubildenden“, sagt er. Wer sich bewerben möchte, könne dies über die Schornsteinfeger-Innung Aachen. Nach seinen Worten sind Schornsteinfeger heutzutage gleichermaßen auch Energieberater und gefragte Ansprechpartner, wenn es um die mögliche Installation eines Kamins geht. „Wir werden nach Möglichkeiten gefragt, Kamine anzuschließen oder wieder in Betrieb zu nehmen, es geht dabei aber auch um Fragen wie Brandschutz oder die Leitung der Abgase“ sagt er. Wer Öl- und Gasheizungen habe, mache sich Gedanken, wie er den Verbrauch von fossilen Brennstoffen reduzieren könne, zum Beispiel durch den Einbau einer Wärmepumpe statt Gasheizung, neue Fenster oder Dämmen von Dach und Außenwandflächen. „Diese Themen begleite ich als Schornsteinfeger zusätzlich und kann auchüber Sanierungs-Fördermöglichkeiten informieren“, so Holger Knehaus, der sich als Energieberater zusätzlich weiter qualifiziert hat. Neben seinem Beruf als Schornsteinfeger betreibt er das Euregio-Ofenhaus am Alsdorfer Bahnhofsplatz und kennt die aktuelle Lage, wenn es darum geht, einen neuen Kamin zu bestellen. „Bei manchen beträgt die Lieferzeit im Moment sechs oder sieben Wochen, andere haben je nach Hersteller eine Lieferzeit bis hin zum Februar 2023“, sagt er. Klimawandel, steigende Energiepreise und politische Entscheidungen haben nach seinen Worten dazu geführt, dass die Nachfrage nach Kaminen schon länger anstieg, jedoch seit Beginn des Ukraine-Krieges explodiert sei. Ob und wann Kamine, die preislich meist in einer Spanne zwischen 2500 und 3000 Euro liegen, geliefert werden könne, hänge oft an Kleinigkeiten, beispielsweiseähnlich wie in der Automobilbranche an Scheiben, Dichtungen oder anderen Dingen aus der Zulieferkette, die nicht lieferbar sind und somit der Kamin nicht zu Ende gebaut werden könne. Die Kunden stellen nach seinen Erfahrungen immer häufiger nicht mehr als erstes die Frage nach dem Preis, sondern ob der Kamin bis zum Herbst geliefert werden könne. „Wenn ein Kunde zwischen einem günstigeren Kamin oder einen schneller lieferbaren wählen kann, entscheidet er sich immer häufiger für den früher lieferbaren Kamin“, hat Holger Knehaus festgestellt. Denn selbst Öfen, die längst geliefert sein sollten, befinden sich in der Produktions-Warteschleife, was die wartenden Kunden natürlich verärgere und verunsichere. (GvF) Bestellungen erfolgen aktuell viel früher als in anderen Jahren. Die Nachfrage ist riesengroß. Holger Knehaus befüllt einen Kamin mit Pellets, einer Alternative zum Kaminholz. Foto: Günther von Fricken Michael Neumann (l.) und Jannik Hünschemeyer vermelden beim Kaminholz derzeit „Ausverkauft“. Foto: Günther von Fricken BAESWEILER-MAGAZIN

RkJQdWJsaXNoZXIy MTk4MTUx