baesweiler-magazin

Anzeigensonderveröffentlichung 22 Sicherheit der Schulkinder im Blick Nicht nur für die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte klingelt morgens der Wecker, sondern auch für zwei Männer, die aus dem Geschehen rund um die Schulen schon seit Jahren nicht mehr wegzudenken sind. Die Rede ist von Baesweilersältestem Schülerlotsen Horst Passgang und von Polizeihauptkommissar Heiner Bongers, der sich schon seit über 20 Jahren um die Schulwegsicherung kümmert. „Halb sieben aufstehen, halb acht Dienstbeginn“, fasst der 76-jährige Horst Passgang, der in Oidtweiler lebt und seinen Schülerlotsen-Dienst am Morgen und nach Schulschluss am Mittag an der Kapellenstraße/Ecke Grengracht in Baesweiler oder an der Bahnstraße in Setterich versieht, seinen Tagesbeginn zusammen. „Vor fünf Jahren“, so erzählt er schmunzelnd, „habe ich mich als Schülerlotse bei der Stadt Baesweiler beworben, damit ich Morgens was zu tun habe.“ Mit Doris Piontek und Rolf Lopacki hatten zwei aktive Schülerlotsen aus seinem Freundeskreis ihn darauf aufmerksam gemacht, dass es an Losten in der Stadt fehle, und so ging es„ruckzuck los“. Die Arbeit mit Jugendlichen, so berichtet Horst Passgang im Gespräch mit dieser Zeitung, habe ihm immer schon am Herzen gelegen. So hat er beispielsweise in seiner „alten Heimat“ im Ruhrgebiet als Jugendleiter Kinder-Fußballteams betreut. Da war der Umgang mit den Kids in Baesweiler für ihn kein Problem. „Die Kinder sind freundlich und nett, sie grüßen und manche kennen mich sogar beim Namen“, schildert er seine langjährigen Erfahrungen. Und ab und wird er auch auf kleine Probleme angesprochen, wenn zum Beispiel beim Kinderrad die Kette abspringt. Und auch die Eltern, die den Nachwuchs auf dem Schulweg begleiten, suchen das Gespräch mit ihm und halten„ein Schwätzchen“. Die Arbeit als Lotse macht ihm Spaß, wenn es auch durchaus mal negative Erlebnisse gibt. Das betrifftdann in erster Linie weniger verständnisvolle Autofahrer, die es morgens eilig haben und„versuchen, seitlich vorbeizufahren, wenn ich die Kinder über die Straße führe.“ Solche motzenden Autofahrer ärgern ihn, denn klar müsse sein: „Die Sicherheit der Kinder geht immer vor und sie sollen keine Angst haben, über die Straße zu gehen.“ Die schlechteste Erfahrung mit motorisierten Fahrzeugen sei aber ein Busfahrer gewesen, der ihm nach dem Vorbeifahren den Stínkefinger gezeigt habe. „Aber da muss man halt durch“, sagt Horst Passgang, der sich selber als einen „kommunikativen Menschen“ sieht. Was genau so für jede Wetterlage gelte. Natürlich gab es auch schon Tage mit Hagel, Sturm oder Schnee und oftsei er „pitschnass“ geworden. Aber wenn er dann nach Hause komme, sei die Kleidung auch schnell trocken und er freut sich auf das Frühstück, das seine Frau dann schon vorbereitet habe. Das Geld, das er als Mini-Jobber von der Stadt Baesweiler für seinen Lotsendienst bekomme, spiele für ihn eher eine Nebenrolle, wichtig sei es ihm, mit der gelben Weste bekleidet und mit der weiß-roten Kelle in der Hand die Kinder sicher zu begleiten. Und dafür bekommt er nicht nur ein Kinderlächeln, sondern auch manchmal kleine Kärtchen, die die Kinder für ihn malen oder schreiben und ihn als „den besten Lotsen der Welt“ loben. Oder aber ein kleines Geschenk zur Weihnachtszeit, mit dem Kinder und Eltern ihren Dank für seinen Einsatz ausdrücken. Sein„Hauptarbeitsfeld“ im Bereich der Grundschulen im Baesweiler Stadtgebiet hat auch Polizeihauptkommissar Heiner Bongers, der in der Abteilung Verkehrs-, Unfall-, Präventions- und Opferschutz angesiedelt ist. Bongers ist an den Grundschulen sozusagen ein„alter Bekannter“, denn schon seit über 20 Jahren führt er den Dienst aus. In diesem Jahr allerdings kümmert er sich zum vorletzten Mal um die Kids, denn im Mai 2024 wird er in den Ruhestand gehen. Auch nach mehr als zwei Jahrzehnten mache ihm die Arbeit mit Kindern noch großen Spaß, auch wenn dies in den vergangenen Jahren anstrengender geworden sei. Das, so weiß Heiner Bongers, der als Fußball-Jugendtrainer ebenfalls gerne mit dem Nachwuchs zu tun hat, liege aber in erster Linie nicht an den Kindern, sondern häufig an den Eltern. Dann nämlich, wenn diese zu wenig Interesse zeigen, aber Forderungen stellen. „Viele Kinder können noch nicht Schwimmen oder Radfahren, weil sich die Eltern nicht mit diesen Themen beschäftigen. Vielmehr stellen sie Forderungen an Schule, Polizei oder Politik, unterstützen diese aber kaum. In den ersten Schultagen wird sich Heiner Bongers gemeinsam mit den Bezirksbeamten in erster Linie um die Schulwegsicherung kümmern und vor allem mit Schulneulingen und deren Eltern Problempunkte ansprechen, die für Kinder wichtig sind, wie zum Beispiel das Warten am Bordstein. Danach wird die Radfahr-Ausbildung der Kinder ein wichtiges Thema für ihn sein. Womit wir wieder beim Thema Eltern wären. „Wir als Polizei können es nicht leisten, den Kindern das Radfahren beizubringen. Das ist Aufgabe der Eltern. Aber immer häufiger gibt es da Defizite und immer seltener sind Eltern bereit, bei der Fahrradprüfung mitzuhelfen“, schildert Heiner Bongers die Entwicklung. Am Ende meist der vierten Klasse steht die„Lernzielkontrolle“, also die Prüfung, auf dem Programm, bis dahin sollte es mit dem Radfahren klappen, denn ansonsten wird den Eltern von geschulter Hand gesagt, wo es mangelt und was geübt werden muss. Schaut Bongers auf das Verhalten der Kinder in den letzten mehr als 20 Jahren zurück, so sieht er kaum Veränderungen, die Kinder seien respektvoll und sagen freundlich„Hallo“. Sorgen machen ihm da eher die Eltern. Dem erwähnten Desinteresse mancher Erziehungsberechtigten auf der einen Seite stehe bei einem„fehlenden gesunden Mittelfeld“ jene Eltern gegenüber, die„ihr Kind am liebsten direkt bis vor die Schultore bringen.“ Durch dieses totale Beschützen, so sagt Heiner Bongers, „lernen die Kinder nicht selbständig den Schulweg zu bewältigen.“ Als Negativbeispiel führt er die Uhrzeit 7.45 an Schulen an. Dann breche dort regelmäßig der Verkehr zusammen. „Als Verkehrssicherheitsberater würde ich mir da mehr Nachdenken bei den Eltern wünschen, jedes Auto weniger direkt an den Schulen wäre ein Sicherheitsplus für die Kinder“, so Bongers, der inüber 20 Jahren so manches Fahlverhalten von Autofahrern erlebt hat, was dann auch zur Anzeige komme. Die Kinder nicht richtig im Fahrzeug gesichert, das Handy in der Hand, ohne Führerschein oder angetrunken unterwegs, all das hat es bei der Schulwegsicherung schon gegeben. Wie auch zugeparkte Zebrastreifen beim Bordsteintraining mit den Schulneulingen oder übel schimpfende Autofahrer. Doch schaut Heiner Bongers auf seine vielen Dienstjahre zurück, soüberwiegt doch seine Freude an der Arbeit mit den Kids. Und die Freudeüber kleine Geschenke, selbst gepflückte Blumen oder eine Kleinigkeit zu Weihnachten. „Da zählt jede Geste, was auch für Eltern gilt, die sich einfach spontan mal dafür bedanken, dass man da ist und durch die sichtbare Präsenz zur Sicherheit der Kinder beiträgt.“ (GvF) Schülerlotse Horst Passgang und Polizeibeamter Heiner Bongers sind für die Kids im Einsatz. Horst Passgang als Lotse an der Kapellenstraße im Einsatz. Heiner Bongers macht sich mit dem Rad auf den Weg zum Dienst. Fotos: Günther von Fricken BAESWEILER-MAGAZIN

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