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Anzeigensonderveröffentlichung 2 BAESWEILER-MAGAZIN Liebe Leserinnen und Leser, nur noch eine Woche, dann starten bei uns in Nordrhein-Westfalen die Schulferien. Und nach der Corona-Zwangspausefindet dann mit dem Aktivurlaub in unserer Stadt auch wieder eine Aktion statt, die vor über 30 Jahren durch den damaligen Initiator Helmut Heuschen ins Leben gerufen wurde. Welche sportlichen Aktivitäten das Organisationsteam für die ersten beiden Wochen der diesjährigen Sommerferien geplant hat, erfahren Sie in unserem neuen Baesweiler-Magazin. Wer sich weniger sportlich aktiv betätigen, sondern lieber spazieren gehen möchte, der kann – und das natürlich nicht nur zur Ferienzeit – auf die Naherholung in Baesweiler setzen. Am Carl-Alexander-Park kann man dann nicht nur verweilen, entspannen und die Natur genießen, sondern auch die neue Gastronomie nutzen. Rund um den Wasserspielplatz ist bei sommerlichem Wetter immer jede Menge los. Dort soll das Angebot durch das Projekt „Sport- und Bürgerpark“ schon bald erweitert werden. Aber auch mit dem Fahrrad kann man die Heimat erkunden. Radwege zählen ebenso zum Fahrrad-Konzept in Baesweiler wie die neue Service-Stelle am Kirchplatz. Ein Treffpunkt für alle Generationen ist das Haus Setterich mit seinen vielen Möglichkeiten von Sport bis Kreativität, von Spielangeboten für die Kleinsten bis hin zu verschiedenen Vorträgen. Einiges getan hat sich in den vergangenen Monaten aber auch im Vereinsbereich, auf den wir im neuen Baesweiler-Magazin blicken. So freut sich Concordia Oidtweiler zum Start der neuen Saison auf einen Kunstrasenplatz. Der JSV hat sich in der Clubführung neu aufgestellt und die „Erste“ hat den Aufstieg in die Kreisliga C geschafft. Der Harmonieverein feiert in diesem Jahr sein Jubiläum und hat einige Pläne, um die Menschen mit seiner Musik zu begeistern. Sie sehen, es ist viel los in unserer Heimatstadt, und wir wollen Sie auf den neuesten Stand bringen. Viel Spaß beim Lesen und unterhaltsame Stunden wünscht Ihnen ... Neue Heimat ist ein „Gold Ticket“ Ukrainische Flüchtlinge haben viel erleben müssen. Jetzt fühlen sie sich in Baesweiler sicher. Es ist eine wahre Odyssee, die hinter Vian Chan und ihrer Mutter Thi Nguyen liegt: 16 Tage waren die Beiden aus der Ukraine stammenden Frauen unterwegs, ehe sie in Baesweiler ankamen. „Nur mit dem Nötigsten, gepackt in einen Rucksack und eine Tasche“, so erinnert sich Vian, habe ihre Flucht aus dem Kiew begonnen. Dort lebte die 22-Jährige bis zum Krieg, während ihre alleinerziehende Mutter – der Vater war früh nach der Geburt seiner Tochter nach Vietnam zurückgekehrt – rund 70 Kilometer entfernt in Bila Tserka wohnte. Doch als die Bombenfielen und die Angst größer wurde, war für Beide klar: Wir wollen gemeinsam das Land verlassen. Dass diese Flucht am Ende 16 Tage dauern würde, konnten sie damals natürlich noch nicht ahnen, doch heute sind sie glücklich, in Baesweiler eine neue Heimat gefunden zu haben, und zwar bei Wolfgang und Petra Plum. Bis sie dort hin kamen, lauteten die Stationen Warschau, Berlin, Hamburg, Hannover, Frankfurt und am Ende Aachen. „Wir haben in Camps gelebt und sind immer weiter geschickt worden“, berichtet Vian in sehr gutem Englisch. Wobei es ihr immer besser gelingt, in die Gespräche auch erste Deutschkenntnisse einzubringen. Über die Baesweiler Ukraine Gruppe absolviert sie einen Online Deutsch-Kurs als Zoom-Konferenz. „In der Gruppe ist das aber nicht effektiv genug, deshalb habe ich ein weiteres Online-Modul hinzu gekauft, um schneller die deutsche Sprache zu erlernen, denn ich möchte mich hier schnell bewerben und eine Arbeit finden“, sagt sie. In der ersten Zeit konnte sie noch per Homeoffice für eine ukrainische Gas- und Elektrizitäts-Gesellschaftarbeiten, doch als in der Ukraine die Wirtschaft mehr und mehr zusammenbrach, ging dies nicht mehr. Und so strebt sie in Deutschland einen Job in der Business-Administration an. „Wie eine Familie“ Sehr zurückhaltend und traumatisiert schildert Wolfang Plum die ersten Kontakte zu seinen ukrainischen Gästen. Doch das habe sich geändert, je länger Vian und Thy, die ukrainisch und russisch spricht, in unserer Region leben. „Das ist wie eine Familie für uns, das ist ein Gold-Ticket“, äußert sich Vian begeistert über ihre Gastgeber. Ein Beispiel, wie gut das Zusammenleben funktioniert, ist die Osterzeit, als im Hause Plum Ostern zunächst wie in Deutschland üblich gefeiert wurde, und später das orthodoxe Osterfest. „Was die Beiden da in der Küche gezaubert haben, einfach Klasse“, findet Wolfgang Plum. Und bei gutem Esser, einem Glas Wein oder einem Kaffee führen alle gemeinsam auch interessante und intensive Gespräche. Unter anderem natürlich auch über die Lage in der Ukraine, die Vian und Thy zwar bildmäßig über das deutsche Fernsehen verfolgen können, doch um die Informationen zu verstehen, schauen sie überwiegend YouTube. „Wolodymyr Selenskyj ist für uns ein Held, wir sind stolz auf ihn“, sagt Vian. Doch sie sagt auch klar: „Wenn ich die Bilder von den Toten in der Ukraine sehe, ist mein Herz gebrochen. Ich sehe und verstehe, was dort passiert und dann merke ich, hier in Deutschland bin ich sicher. Aber ich vermisse viele Freunde und vor allem meinen Freund, der noch in der Ukraine ist“, gibt sie einen Einblick in ihre Gefühlslage. Grund zur Freude hatte sie, als kürzlich der ukrainische Song den Eurovision Song Contest gewonnen hat. „Ich mag den Song. Der Sieg war aber wichtig für uns, damit Europa weiß, was wir fühlen. Es war nicht nur ein Song Contest, sondern auch eine politische Sache“, findet die junge Frau. Nach allen Schwierigkeiten auf der Flucht ist sie nun einfach nur glücklich, mit ihrer Mutter „in Baesweiler in einer friedvollen Heimat leben zu können.“ In den letzten Monaten, so erzählt sie, habe sie „die ganze Bandbreite von Gefühlen erlebt“. Und als sie erfuhr, dass die Zeitung für ein Interview vorbeischaue, habe sie sich, als sie morgens aufgewacht sei, Gedanken darüber gemacht: Was ist mir wichtig, was möchte ich auf jeden Fall sagen. Zum Beispiel, was es ihr bedeutet, mit ihrer Mutter ein weiches Bett, eine Dusche, Kleiderschrank, Küche und ein separates Bad zu haben. „Wir werden mit allem liebevoll versorgt, was wir zum Leben brauchen. Das ist viel mehr, als wir erwartet haben. Da geht es nicht um materiellen Besitz, sondern um menschliches Engagement, sowas kann man sich für Geld nicht kaufen. Das alles werden wir niemals vergessen“, fasst sie die enorme Hilfsbereitschaftzusammen, die sie in Baesweiler erfahren hat. Vian glaubt, dass es durch diese Fürsorge möglich war, dass ihre emotionalen Wunden heilen und sie nun auch bereit sei, darüber zu sprechen, was anfangs nach ihrer Flucht noch nicht möglich gewesen sei. Vor dem Sommer waren die beiden Ukrainerinnen mit ihren deutschen Gastgebern auch unterwegs in Aachen und in Köln. Seitdem kommt ihr der Satz „Ein Kölsch, bitte“, leicht über die Lippen. Doch sie denkt auch an Landsleute, die nach Deutschland geflohen sind, und denen es an notwendigen Dingen fehlt. „Viele kamen in Wintersachen nach hier und brauchen nun Sommer-Kleidung“, appelliert sie an die Spendenbereitschaftder Bevölkerung. Mehr dazu kann man auch bei der Ukraine Hilfe in Baesweiler erfragen. (GvF) Vian Chan und ihre Mutter Thi Nguyen haben sich bei ihren deutschen Gastgebern Wolfgang und Petra Plum sehr gut eingelebt. Foto: Günther von Fricken

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