Zecken in NRW: Was Sie wissen sollten

Ein Ausflug in den Wald, ein Nachmittag im Garten oder eine Gassirunde mit dem Hund – und schon sind sie da: Zecken. Die lästigen Blutsauger sind bei warmen Temperaturen wieder aktiv.

Sie können nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) etliche Infektionskrankheiten übertragen. Zu den bedeutendsten gehören die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Entzündung von Hirnhäuten und Gehirn. Die Bakterieninfektion Borreliose kommt bundesweit vor.

FSME ist eine Virusinfektion, die anfangs zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen führt. Meist heilt sie ohne Schäden ab, sie kann aber selten auch zu dauerhaften Nervenschäden und sogar zum Tod führen. FSME ist nicht ursächlich behandelbar, Ärzte können also nur Beschwerden wie Fieber oder Schmerzen lindern.

Zu den häufigsten Erkrankungen gehört die Lyme-Borreliose. Typische Symptome sind Rötungen und Entzündungen der Haut, geschwollene Lymphknoten, Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Reizbarkeit, geschwollene Gelenke, Taubheitsgefühle.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind oder beruflich gefährdet sind. In Deutschland gelten Bayern, Baden-Württemberg sowie Teile Hessens und Sachsens als Risikogebiete. Zwei Risikogebiete in Hessen (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und Niedersachsen (Landkreis Emsland) grenzen an NRW. Ein Impfschutz hält mindestens drei Jahre.
Die häufigste Zeckenart in Deutschland ist der gemeine Holzbock. Sie kann Borrelien und FSME-Viren übertragen. Seit 2007 breitet sich auch die tropische Zecke Hyalomma aus. Das RKI meldete Exemplare in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein. Keine der entdeckten Zecken trug Erreger wie das gefährliche Krim-Kongo-Virus.
Zecken sind ab einer Temperatur von etwa acht Grad Celsius aktiv. FSME tritt laut RKI bevorzugt im Frühjahr und Sommer auf, aber auch im Herbst. Zecken sind sehr robust und aufgrund der milder werdenden Winter mitunter fast das ganze Jahr aktiv.
Auf Ausflüge in die Natur sollte niemand aus Angst vor Zecken verzichten. Wer auf sich und seine Kinder achtet, kann sich gut vor Zecken schützen. Wichtig sind lange Hosen. Während und nach dem Ausflug sollte man die Hosenbeine abstreifen und sich anschließend gründlich von Kopf bis Fuß absuchen. Zecken stechen besonders gern an Kopf, Hals, Achseln, Ellenbeugen, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehlen.
Vor allem: Die Zecke nicht quetschen, damit keine Körperflüssigkeit austritt.Die Zecke möglichst hautnah, langsam und kontrolliert entfernen, ohne das Tier dabei zu drehen oder mit Kleber oder anderen Flüssigkeiten zu beträufeln. Geeignet sind Pinzetten, Karten oder sogenannte Zeckenlassos. Sitzen Zecken an schwierigen Stellen wie Augenlidern, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Anschließend sollte die Stichstelle beobachtet werden. Entwickelt sich eine kreisrunde Rötung, sollten Betroffene zum Arzt. Aber keine Panik: Besuche in der Notaufnahme sind unnötig. Das RKI rät zudem zu einem Arztbesuch, wenn in den 14 Tagen nach einem Stich und einem Aufenthalt in einem FSME-Risikogebiet grippeähnliche Symptome auftreten.
Studien zeigen zwar, dass Menschen mit einem hohen Anteil an Milchsäure auf der Haut besonders attraktiv für Gelbfiebermücken sind. Für Zeckenarten ist ein Zusammenhang nicht bekannt. „Entscheidend ist das menschliche Verhalten", erklärt ein RKI-Sprecher. „In der Regel ist es nicht die Zecke, die auf den Menschen zuläuft, sondern der Mensch, der sich die Zecken von der Vegetation abstreift."
Auch Hunde und freilaufende Katzen können von Zecken befallen werden. Daher sollte man sie täglich absuchen und Zecken entfernen, denn auch Tiere können schwer erkranken. Zur Abwehr sind auch Antiparasitika oder Spot-on-Präparate geeignet, die auf die Haut des Tieres aufgetragen werden.

Quellen: RKI, dpa